Wirbel um JetBrains Toolbox: Langjährige Kunden verärgert über neues Bezahlmodell - JAXenter

Wirbel um JetBrains Toolbox: Langjährige Kunden verärgert über neues Bezahlmodell

Michael Thomas

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Nachdem JetBrains ankündigte, das bisherige Lizenzmodell auf monatliche bzw. jährliche Abonnements umzustellen, ließ die Kritik nicht lange auf sich warten. Vor allem langjährige Kunden scheinen sich über den Tisch gezogen zu fühlen.

Einfacher und besser als die bisherigen Lizenzen sollten die mit der JetBrains Toolbox ab November 2015 geltenden Abonnements aus der Sicht von JetBrains sein. Doch vielen Kunden, in erster Linie den langjährigen, schmeckt das neue Bezahlmodell offenbar nicht: Ob in den Kommentaren unter der offiziellen Ankündigung, auf Twitter oder Reddit: An zahlreichen Stellen im Web machen sie ihrem Ärger Luft:

Das bislang noch aktuelle Lizenzmodell sieht vor, dass der Kunde beim Kauf eines JetBrains-Produkts eine unbefristete Lizenz plus Upgrades für die Dauer eines Jahres erhält. Nach Ablauf des Jahres funktioniert die Software in der bis dato erreichten Form unbegrenzt. Möchte man weitere Upgrades, so muss erneut eine Lizenz erworben werden. Ab November sollen diese Lizenzen nach den Plänen von JetBrains jedoch einem SaaS-Modell weichen: Die Abonnements sehen eine monatliche oder jährliche Zahlweise vor.

Ein solches Modell wurde in den vergangenen Jahren zwar von vielen Entwicklern, insbesondere von jenen, die häufig die Sprache wechseln, gefordert. Allerdings stößt ebenso vielen der Umstand auf, dass die Abonnements in Zukunft die einzige Möglichkeit der Produktnutzung darstellen. Das größte Problem sieht die überwiegende Mehrzahl der Kritiker jedoch darin, dass die Software nach Auslaufen des Abonnements nicht mehr funktioniert. Dies hat potentiell nicht nur Auswirkungen auf kleinere Unternehmen und Indie-Entwickler mit schwankendem Einkommen, sondern auch größere Unternehmen, die etwas zur Vergesslichkeit neigen: Verpasst man einmal den Zahlungstermin, geht buchstäblich nichts mehr, bis das Abonnement erneuert wurde.

Hinzu kommt, dass sich insbesondere Neukunden zwar über niedrigere Einstiegspreise freuen können, Bestandskunden, die die Erneuerung ihres Abonnements verpassen, jedoch teils mit höheren Kosten als bisher zu rechnen haben. Und noch ein weiterer Umstand scheint aus den zahlreichen Kommentaren zu sprechen: Verschmähte Liebe. JetBrains schaffte es in der Vergangenheit offenbar, echte positive Gefühle in den Reihen seiner Kundschaft hervorzurufen. Einer loyalen Kundschaft, die sich nun betrogen fühlt und mit Abkehr droht. Ob JetBrains diesen Umstand erkennt und ob bzw. wie es auf das Trommelfeuer der Kritik reagieren wird, könnte deshalb den weiteren Kurs des Unternehmens mitentscheiden.

Aufmacherbild: Young businessman holding card with a angry face on it isolated on gray background von Shutterstock.com / Urheberrecht: rangizzz

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Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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