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WildFly 14: Zertifiziert für Java EE 8 und ausgestattet mit neuen Funktionen

Dominik Mohilo

© Red Hat, Inc.

Im März dieses Jahres wurde im Hause Red Hat mit dem Release von WildFly 12 damit begonnen, den Java-EE-Application-Server fit für die Java EE 8 Zertifizierung zu machen. Nun, mit Version 14, ist dieser Prozess abgeschlossen. Was das Release sonst noch an Bord hat, haben wir uns angesehen.

WildFly ♥ Java EE 8

Das Wichtigste zuerst: WildFly, der Java-EE-Anwendungsserver von Red Hat, ist endlich vollständig mit Java EE 8 kompatibel. Gute Nachrichten sind das auch für alle, die gerade an Jakarta EE arbeiten. Denn damit steht einer der populärsten Anwendungsserver ziemlich sicher direkt mit dem ersten Release von Jakarta EE zur Verfügung. Grund dafür ist, dass das erste Jakarta EE Release funktionsidentisch mit Java EE 8 sein wird, die Anpassungen in WildFly sollten sich dafür dann in Grenzen halten.

Mit der Zertifizierung für Java EE 8 werden die Modi für Java EE 7 und die Preview-Version für Java EE 8 nicht mehr unterstützt, in sämtlichen Modi werden nun Java EE 8 APIs eingesetzt. Das ist allerdings auch kein Problem, da Java EE 8 rückwärtskompatibel zu EE 7 ist: Java-EE-7-Anwendungen, die mit WildFly gebaut wurden, laufen damit auch auf WildFly 14.

Die folgende Tabelle zeigt, welche bisher verwendeten Standards ein Update auf die neueste Version bekommen haben:

Name Alte Version Altes JSR Neue Version Neues JSR

Java Servlet

3.1

JSR-340

4.0

JSR-369

Contexts and Dependency Injection for Java

1.2

JSR-346

2.0

JSR-365

Bean Validation

1.1

JSR-349

2.0

JSR-380

JavaServer Faces

2.2

JSR-344

2.3

JSR-372

JavaMail

1.5

JSR-919

1.6

JSR-919

Java API for RESTFul Web Services

2.0

JSR-339

2.1

JSR-370

Java API for JSON Processing

1.0

JSR-353

1.1

JSR-374

Java API for JSON Binding

1.0

JSR-367

Common Annotations for the Java Platform

1.2

JSR-250

1.3

JSR-250

Java EE Security

1.0

JSR-375

Java Persistence

2.1

JSR-338

2.2

JSR-338

Jetzt verfügbar: MicroProfile-Standards für Container-Umgebungen

Auch den Innovationen, die im Eclipse-Projekt MicroProfile entwickelt werden, trägt WildFly 14 Rechnung. Das gilt vor allem im Hinblick auf den sich immer weiter im Mainstream und der Entwicklergemeinde breiter machenden Einsatz von Container-Technologien. So wurden für die neue Version des Application-Servers MicroProfile-Standards implementiert, die dabei helfen sollen, Enterprise-Java-Anwendungen in Container-Umgebungen laufen zu lassen. Diese Standards sind nun auf WildFly 14 verfügbar:

  • MP Config
  • MP OpenTracing
  • MP Health

Sonstiges

WildFly 14 hat zudem einen neuen und hoch performanten Pool für direkte Verbindungen im Gepäck, der auf dem Agroal-Projekt basiert. Da dies allerdings eine neue Pooling-Implementierung ist, muss sie explizit eingeschaltet werden. Es mag sein, dass Agroal der neue Standard für WildFly wird, allerdings wird bis auf Weiteres die JCA-basierte Implementierung (IronJacamar) weiterhin standardmäßig genutzt.

Überarbeitet wurde auch die Mod-Cluster-Unterstützung, die bis dato nur den Einsatz eines einzigen Listeners für Webserver und eine einzige Serverkonfiguration pro WildFly-Instanz ermöglichte – nun werden mehrere Webserverkonfigurationen unterstützt. Dazu bedarf es lediglich dem Deklarieren und Referenzieren von mehreren Mod-Cluster-Konfigurationen innerhalb des Subsystems.

Weitere Informationen zum aktuellen Release von WildFly gibt es auf der offiziellen Homepage, die vollständigen Release Notes finden sich im Jira des Projektes. Herunterladen kann man den Anwendungsserver hier.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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