Wilder Affe auf freiem Fuß: Chaos Monkey wird Open Source

Judith Lungstraß

Fehler vermeidet man am effektivsten, wenn man sie möglichst häufig begeht – so lautet das Prinzip hinter dem Tool Chaos Monkey, einem Teil der Netflix Simian Army. Wie ein „wildgewordener Affe mit Maschinengewehr“ zerstört das in den Amazon Web Services (AWS) laufende Werkzeug willkürlich Produktionsinstanzen und stellt dadurch sicher, dass derartige Schäden im Ernstfall behoben werden können. Das Beste daran: In der Regel bekommt der Kunde davon nichts mit.

Chaos Monkey ist ein Werkzeug, das vom US-amerikanischen Video-Verleih-Unternehmen Netflix entwickelt wurde. Wie die Programmierer Bennett und Ariel Tseitlin nun auf dem Netflix-Tech-Blog verkünden, wurde der Affe in die Freiheit entlassen: Ab sofort ist der Code von Chaos Monkey quelloffen verfügbar.

Die Idee hinter dem Chaos Monkey klingt logisch. Stellen wir uns doch einmal vor, uns platzt auf einer entlegenen Landstraße ein Autoreifen. Können wir mit Sicherheit sagen, dass wir in der Lage sind, den Reifen zu flicken? Das größte Vertrauen in uns selbst hätten wir, wenn wir regelmäßig unsere eigenen Reifen zerstechen und selbst flicken würden. In der Realität wäre das sehr teuer, in der Cloud jedoch problemlos durchführbar.

Wird man von einem auftretenden Fehler nicht überrumpelt, sondern hat das jeweilige Szenario als Reaktion auf einen Angriff des Chaos Monkey schon einmal durchlebt, bekommt man ihn schneller in den Griff. Recovery-Mechanismen können darüber hinaus verhindern, dass Probleme überhaupt erst bemerkt werden.

Der Quellcode des Chaos Monkey ist auf GitHub verfügbar. Die Community wird dazu aufgefordert, das Tool zu erweitern und weiter zu entwickeln. Beispielsweise könnte man es auch mit anderen Cloud Providern als den Amazon Web Services kompatibel machen – aufgrund des flexiblen Software Design wäre das ein Leichtes.

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Judith Lungstraß
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