JAX-Countdown mit Michael Schäfer

Wie lernt der Riese tanzen? Wie Enterprises in der vierten digitalen Revolution bestehen können

Hartmut Schlosser

Michael Schäfer

Wie lernt der Riese tanzen? Mit dieser Frage geht Michael Schäfer (msg systems ag) in seine JAX-Session 2016. Im Countdown-Interview gehen wir der Frage nach, wie man Enterprise-Riesen im Zeichen der vierten Industriellen Revolution wieder beweglich machen kann.

JAXenter: Wie lernt der Riese tanzen? Kannst du ein wenig ausführen, was du damit meinst?

Michael Schäfer: Ja, den Riesen kann man sehr gut mit einem Enterprise vergleichen. Er ist auch groß, langsam und unbeweglich. Das „Tanzen lernen“ steht für den Transformationsprozess, dem sich Enterprises heute stellen müssen. Das lässt sich an dem Riesen sehr schön veranschaulichen. Aber wie er das Tanzen lernt, das verrate ich jetzt noch nicht, etwas Spannung muss ja bleiben.

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Vom Riesen, der das Tanzen lernte – Wie Enterprises in der vierten digitalen Revolution bestehen können

Wir befinden uns in der vierten Industriellen Revolution. Der gesellschaftliche Wandel, den neue Technologien auslösen, führt zu ganz neuen Nutzererwartungen („Customer Experience“). Es entstehen neue Produkte und Services in neuen Märkten, wie junge Start-ups wie etwa Uber oder AirBnB zeigen. In den Märkten bestehen diejenigen, die sich am schnellsten und elegantesten bewegen können. Enterprises dagegen sind Riesen, und Riesen sind nicht schnell und beweglich. Die Frage ist, wie lernt der Riese zu tanzen? Dies ist die Geschichte eines Enterprises, das einen Weg gefunden hat, die alte Welt der Systems of Record mit der neuen Welt der Systems of Engagement zu verbinden.

Dienstag, April 19, 2016 – 14:45 bis 15:45

Du sagst, Enterprises sind nicht sonderlich schnell und beweglich – woran liegt das eigentlich?

Michael Schäfer: Es ist der Größe und den daraus resultierenden Organisationsstrukturen geschuldet. Natürlich versuchen die Enterprises Agilität in ihre Prozesse zu bringen, allerdings mit dem Ziel, die Prozesse zu optimieren. „Operation Excellence“ ist hier das Stichwort. Um die digitale Transformation erfolgreich zu meistern, müssten die Unternehmen ihre Kultur, Organisationsstruktur und Prozesse aber radikal ändern.

Ob das möglich ist? In jedem Fall wären das Veränderungsprozesse, die sich über Jahrzehnte abspielen würden. Bis dahin wären die Enterprises bereits der Disruption erlegen. Daher sind neue Division oder der Einkauf von Startups notwendig, die den Anforderungen aus der Digitalen Transformation gerecht werden, also schnell und beweglich sind.

Die alte Welt bezeichnest du als „Systems of Record“ – die neue als „Systems of Engagement“. Wo liegt hier der zentrale Unterschied?

Michael Schäfer: Beide Systeme besitzen diametrale Systemeigenschaften. Die IT-Prozesse der Systems of Record sind eher langsam, statisch und auf Langfristigkeit ausgelegt. Die IT-Prozesse der Systems of Engagement sind weitgehend schnell, dynamisch und auf Veränderungen ausgelegt. Eine riesige Herausforderung ist es, diese Systeme zu integrieren und zu synchronisieren. Nicht nur die Systeme, sondern auch die Kulturen, Organisationen und Prozesse dahinter.

CaH8F2YWEAAkDgX.jpg_largeIT Leadership und Lean Business ist der JAX-Track dieser Woche, den wir mit Hintergrundartikeln, Videos und Interviews auf JAXenter vorstellen.
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Wie habt Ihr es geschafft, Euer Enterprise-Unternehmen zum Tanzen zu bringen? Vielleicht kannst du ein paar Punkte beschreiben?

Michael Schäfer: Ich gehe in der Session auf 6 große Herausforderungen ein und biete Lösungsansätze. Beispielsweise die Herausforderung, eine Digital Vision zu finden. Diese hat zum Ziel, Digitale Geschäftsmodelle für Enterprises zu entwickeln. Das ist ein sehr kreativer Prozess, der ganz neue Aspekte wie die Customer Experience und die Digital Experience mit einbeziehen muss. Wie können Enterprise die richtigen Digitalen Geschäftsmodelle an den Start bringen?

Eine weitere Herausforderung ist die User Experience (UX). Also wie gestalte ich meine Produkte und Services. Ein wesentlicher Punkt hier ist es, die Customer Experience (CX) einzubeziehen. Problem ist dabei, das die CX von Marketing und Vertrieb in Form von Customer Journey, Touchpoints usw. sehr weich, oft emotional beschrieben wird. Wie bekomme ich das in meine UX?

Wir werden dazu Lösungsansätze präsentieren.

Was ist die Kernaussage deiner Session? Was sollten die Teilnehmer auf alle Fälle mitnehmen?

Michael Schäfer: Enterprises sind langsam und unbeweglich. Enterprises werden nicht schnell und beweglich, dazu brauchen sie neue Divisions oder müssen Startups einkaufen. Gemeinsam können sie die Herausforderungen der Digitalen Transformation meistern, wir werden uns in der Session 6 der wichtigsten Herausforderungen ansehen.

 

56743559049a8c485e199fcbversion99sizefullMichael Schäfer ist IT-Consultant bei msg. Er ist dort im Bereich Applied Technology Research für technologische und methodische Innovationen, Training und Publikationen mitverantwortlich und als IT-Architekt in Java-EE- und Spring-Projekten unterwegs. Seine Leidenschaft gehört dem Thema Digitale Transformation und deren Auswirkung auf IT-Architekturen. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf der Abbildung neuer Technologien (Mobile, IoT, Big Data, Analytics) in modernen Cloud-Architekturen (AWS, CloudFoundry, Bluemix).
Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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