Why Software is Eating The World

Claudia Fröhling

Marc Andreessen, Mitbegründer von Netscape und einflussreicher Venture Capitalist, hat in der Online-Ausgabe des Wall Street Journal ein flammendes Plädoyer für einen optimistischen Blick in die Zukunft und das Vertrauen in die großen Internet-Firmen gehalten.

Software is eating the world

Über 10 Jahre nach der so genannten Dot-Come-Blase erleben wir heute ein Wachstum von Internetfirmen wie Twitter, Facebook, Google und Co. In diesem – wenn man so will – neuen Zeitalter werden munter Börsengänge vollzogen, um Patente gekämpft, Softwarezweige aufgekauft. Manch einer fürchtet eine neue Blase, die in Kürze platzen könnte. Nicht so Andreessen. Er ist überzeugt, dass die neuen Internetfirmen eine fruchtbare Zukunft haben: „We believe that many of the prominent new Internet companies are building real, high-growth, high-margin, highly defensible businesses.“

Natürlich ist das eine Aussage, die Andreessen haben muss – seine Venture-Capital-Firma Andreessen-Horowitz investiert starkt in genau diese Internetfirmen: Facebook, Groupon, Twitter, Skype, Zynga, Foursquare. Welche Argumentation aber führt ihn zu dieser Aussage?

Software ist überall

Nach Andreessens Meinung befinden wir uns am Übergang zu einer neuen Ära, einer technologischen und ökonomischen Veränderung, in der Software-Unternehmen in der Lage sind, weite Teile der Wirtschaft zu erobern.

More and more major businesses and industries are being run on software and delivered as online services—from movies to agriculture to national defense. Many of the winners are Silicon Valley-style entrepreneurial technology companies that are invading and overturning established industry structures. Over the next 10 years, I expect many more industries to be disrupted by software, with new world-beating Silicon Valley companies doing the disruption in more cases than not.

Und so sieht Andreessens „Rechnung aus“: Der weltgrößte Buchverkäufer ist Amazon, Kernkompetenz: Software. Der größte Video-Service ist ebenfalls eine Software-Firma: Netflix. Im Musikbusiness geben ebenfalls Softwarefirmen den Ton an: iTunes, Spotify und Pandora. In Sachen Enternainment haben Videogame-Firmen (=Software) einen großen Anteil am Industriewachstum, siehe beispielsweise Zynga (Farmville) und Rovio (Angry Birds).

In der Filmindustrie hat sich nach Meinung von Andreessen Disney selbst vor dem Ende gerettet, als sie die Softwarefirma Pixar kauften. Die Fotoindustrie ist schon lange in der Hand der Software: „Companies like Shutterfly, Snapfish and Flickr have stepped into Kodak’s place.“ Die größte Marketing-Plattform heute ist eine Softwarefirma: Google. Um Google herum scharen sich weitere Firmen wie Groupon und Foursquare, jeder will ein Stück ab vom marketing-Kuchen.

Skype ist nach Andreessens Meinung die Telekommunikationsfirma mit dem größten Wachstum – wieder Software. LinkedIn wird als wichtige Recruiting-Quelle angesehen. Die Liste ist in Andreessens Augen unendlich weiterführbar: Finanzmarkt, Gesundheitswesen, Kriegsführung, Ölfirmen…

Revolution von unten

Nicht nur steht also eine Internet-Revolution bevor, Andreessen ist auch davon überzeugt, dass die heute großen und einflussreichen Softwarefirmen wie Oracle und Microsoft aufpassen müssen, dass sie nicht von den neuen aufstrebenden Internet-Start-ups überholt werden.

Great incumbent software companies like Oracle and Microsoft are increasingly threatened with irrelevance by new software offerings like Salesforce.com and Android (especially in a world where Google owns a major handset maker). […] Over the next 10 years, the battles between incumbents and software-powered insurgents will be epic.

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Claudia Fröhling
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