Wer blogt so spät in der Nacht?

Konzepte, Standards, Architektur

Roller setzt auf einer sauberen Drei-Schichten-Architektur auf und unterstützt viele Zugriffsschnittstellen. Dadurch kann und konnte Roller von Version zu Version immer einfacher angepasst und erweitert werden. Roller unterstützt auch das Gruppen-Blogging, wobei man sich sowohl an mehreren Blogs beteiligen als auch andere Nutzer zum Schreiben im eigenen Blog einladen kann. Bevor man einen Blog erstellen kann, muss man sich selbst oder durch den Administrator registrierten lassen. Dabei werden drei Rechtestufen und eine einfache Workflow-Übersicht angeboten. Eine besondere Rolle hat der Superuser, der das gesamte System und damit jeden Blog administrieren und editieren kann. Für die optische Anpassung von Roller gibt es Themes. Neben RSS- und Atom-Newsfeeds werden auch Schablonen und WYSIWYG-Editoren angeboten. Es gibt die Möglichkeit des Im-/Exportes von Bookmarks oder RSS-Listen im OPML-Format (Outline Processor Markup Language). Über die XML-RPC-Schnittstelle können über die Blogger-API oder MetaWelog-API auch Blogclients wie Ecto, MarsEdit oder W.Bloggar verwendet werden.

Dazu trägt man die URL http:/localhost:8080/roller/roller-services/xmlrpc und die nötige Anmeldeinformation ein. Alternativ können Inhalte auch über das REST(Representational State Transfer)-basierte APP (Atom Publishing Protocol) ausgetauscht werden. Mit cURL oder Wget auf der Kommandozeile lassen sich alle Einträge vom Blog des Admin-Benutzers als ATOM- oder RSS-Feed anzeigen:

curl -s -X GET http://localhost:8080/roller/admin/feed/entries/atom
curl -s -X GET http://localhost:8080/roller/admin/feed/entries/rss

Bei der Erstellung eines Blogs können verschiedene Einstellungen und die zu verwendenden Plug-ins festgelegt werden. So kann z.B. für die Rechtschreibprüfung das Modul „Jazzy“ verwendet werden. Für die Integration mit einem Wiki gibt es zurzeit nur für JSPWiki ein Plug-in. Es besteht weiter die Möglichkeit, Einträge nach verschiedenen Status zu erstellen und Benutzer explizit für einen Blog zu berechtigen bzw. einzuladen. Außerdem gibt es einen Spam-Schutz und die Möglichkeit, permanente Links zu setzen. Eine wichtige Funktion, gerade bei großen Blogs, ist die Möglichkeit der Verschlagwortung (freies Tagging, feste hierarchische Kategorien). Darüber ist oft eine schnelle Suche und Kategorisierung der Inhalte möglich. Zudem können diese automatisch in Tag-Wolken dargestellt werden. Über diese visuelle Darstellung kann man sich schnell und effizient einen Überblick über die Intensität der Beiträge zu den verschiedenen Themen verschaffen oder auch direkt zu diesen wechseln. Für die Suche kann entweder die Volltextsuche über Lucene, über Kategorien oder die frei vergeben Tags verwendet werden. Die grobe Architektur von Roller ist in Abbildung 2 dargestellt:

Abb. 2: Die Architektur von Roller

Für die Migration einer älteren Roller-Version auf eine neue gibt es bereits jahrelange Erfahrung, z.B. bei der JRoller-Seite. Für die jeweils eingesetzte Datenbank werden bereits passende Migrationsskripte mitgeliefert. Über die Neuerungen kann man sich in der Datei CHANGES.txt oder dem für jede Version aktualisierten Installations-, Benutzer- und Schablonenhandbuch informieren. Roller enthält auch einen Aggregator, um verschiedene Blogs aus verschiedenen Servern über die ROME-API in einer Oberfläche zu integrieren. Dieser lehnt sich an die populäre Perl-Lösung „PlanetPlanet“ an und kann über das im Blogapps-Server integrierte Planet Tool aufgerufen werden.

Als ganz normale Webanwendungen werden diese in der Form einer WAR-Datei ausgeliefert und können so einfach in jedem Servlet-Webkontainer installiert werden. Zu den Stärken von Wikis zählen die Unterstützung von XML-RPC-Clients für die Erstellung, das Hochladen von Dateien und die Generierung von Inhaltsverzeichnissen sowie RSS- und ATOM-Feeds. Neben dem Erstellen und Ändern des Inhalts, kann man sich in Roller auch die Änderungen anschauen oder die Inhalte durchsuchen. Optional kann man sich auch über Änderungen per E-Mail benachrichtigen lassen.

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