Annamalai Chockalingam über Eclipse Spykit

"Wenn ein Projekt an Bedeutung gewinnt, dann ist Performanz die wichtigste Stellschraube"

Eclipse Spykit ist der Name eines Eclipse-basierten Projektes, mit dem sich Performance-Tests durchführen lassen. Das Projekt nimmt die Arbeiten am stillgelegten Eclipse-Core-Tool Runtime-Spy wieder auf und erweitert dieses um zusätzliche Funktionen. Projekt-Committer Annamalai Chockalingam stellt das Projekt vor.

Spykit im Eclipse Magazin

Wer mehr über das Eclipse Spykit erfahren möchte, sollte sich das kommende Eclipse Magazin 4.12 nicht entgehen lassen. Annamalai Chockalingam erläutert dort die Arbeit mit dem Spykit Schritt für Schritt und gibt Tipps, wie Sie Ihre Performance auf Vordermann bringen können!

www.eclipse-magazin.de

JAXenter: Können Sie das Spykit-Projekt in einem Satz beschreiben?

Annamalai Chockalingam: Es ist ein praktisches Start-up-Tuning-Kit-Plug-in für Eclipse-basierte Projekte.

JAXenter: Spykit führt die Arbeit des Eclipse-Core-Tools Runtime Spy fort. Können Sie ein paar Worte zur Geschichte von Runtime Spy sagen?

Annamalai Chockalingam: Zur Geschichte: Einige Mitglieder des Rational-Teams haben Runtime Spy ursprünglich mit der Absicht lanciert, die Performance des Rational Toolsets während des Plug-in-Start-ups zu evaluieren. Allerdings wurde, sobald der erwünschte Output vorlag, die Entwicklung von Runtime Spy eingestellt. Seit Eclipse 3.2 wurde sie nicht mehr weitergeführt, und seit Eclipse 3.3. gibt es für dieses Tool keine Unterstützung mehr. Runtime Spy wurde eher datenorientiert und weniger zum Zweck der Zusammenfassung konzipiert. Meine Vorstellung von Performance-Tuning ist aber, dass ganz am Anfang die Zusammenfassung des Problems steht. Dann erst dringt man in die interessanten Bereiche vor, statt dem Entwickler alle Informationen sofort bereitzustellen und ihm dann die Analyse zu überlassen.

JAXenter: Was bedeutet diese Vorgeschichte für Spykit?

Annamalai Chockalingam: Dass es mehrere Gründe für den Start von Eclipse Spykit gab: Erstens sollte Runtime Spy auch Nutzern von Eclipse 3.3+ zur Verfügung stehen. Zweitens galt es, User Interfaces bereitzustellen, die eine schnelle Zusammenfassung in Form von Diagrammen bieten. Und diese sollten für weitere Analysen verwendbar sein. Drittens wollten wir ein Snapshot Capture Interface bereitstellen. Darin kann der User das Plug-in-Set für einen speziellen Anwendungsfall festhalten, um zwischen Releaseversionen vergleichen zu können und festzustellen, ob sich etwas verändert hat. Viertens sollte Eclipse Spykit mit JUnit, SWTBOT und WindowTester integrierbar sein.

JAXenter: In einer Ihrer Slideshows findet man die Aussage, dass Start-up Tuning das Gebot der Stunde sei. Können Sie das begründen?

Annamalai Chockalingam: Wenn ein Projekt an Bedeutung gewinnt und die Time to Market zum alles entscheidenden Kriterium wird, dann ist Performanz die wichtigste Stellschraube. Es kam schon vor, dass Projekte entwickelt und vermarktet worden sind, und gerade, als sie dem Endnutzer zur Verfügung gestellt wurden, merkte man, dass hinsichtlich der Performanz noch keinerlei Anwendungsfälle durchgespielt worden waren. Wenn eine Technologie reift und auf den Markt gebracht wird, braucht es auch Tools, um deren Performance zu testen.

JAXenter: Was bedeutet das in Bezug auf Eclipse?

Annamalai Chockalingam: Eclipse ist gerade in diesem Stadium und genießt eine breite Akzeptanz hinsichtlich der Produktentwicklung. Sobald die Produkte einmal entwickelt sind, brauchen wir Performance-Tracker. Auf Ebene der Klassen, Methoden, Variablen, Runtime und statischen Analyse gibt es bereits genügend Werkzeuge. Aber was auf dem Markt noch fehlt, ist eine Analyse auf jar-Ebene, wo Lazy Loading das Hauptkriterium ist. Diese jar-Level-Analyse war für Java-basierte Tools nicht notwendig, hat aber in Bezug auf Eclipse-basierte Tools stark an Bedeutung gewonnen. Dank ihr kann man nämlich nachvollziehen, wann die jar geladen wird und ob das an der richtigen Stelle passiert. Eclipse Skypit kommt dort ins Spiel, wo ein Toolset gefragt ist, um die Performanceprobleme zu analysieren, die wegen verfrühter jar-Ladung entstehen.

JAXenter: Wie sieht die weitere Roadmap für 2012 aus?

Annamalai Chockalingam: An erster Stelle steht die verstärkte Verwendung in der Community. Darüber hinaus soll mehr Wert auf Performance-Tuning auf jar-Ebene gelegt werden. Auch wichtig ist, dass Spykit in verschiedene Testtools der Eclipse-4-Umgebung integriert wird. Und zu guter Letzt soll eine RCP entstehen, die allen laufenden Instanzen von Eclipse folgen kann, statt wie bisher nur einer einzigen.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!

Annamalai Chockalingam ist seit 2003 Eclipse-Entwickler. Von 2005 bis 2007 war er bei Bosch India Ltd. als Eclipse Tech Lead beschäftigt, bevor er seine jetzige Tätigkeit als Eclipse-Evangelist unter dem Namen „Ancit Consulting“ aufnahm. Er verfügt über Kenntnisse über ein breites Spektrum an Eclipse-Technologien und -Tools und hat Weiterbildungen an mehr als 50 Unternehmen und für über 1500 Mitarbeiter auf dem indischen Subkontinent gehalten. Daneben unterrichtet er an Universitäten Entrepreneurship, Softwarearchitektur und Model-driven Development.
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