Welche Programmiersprache wollen Sie 2015 besser kennenlernen? Die Quickvote-Ergebnisse

Michael Thomas

Unser letztes Quickvote hatte die Frage zum Inhalt, welche Programmiersprache sich unsere Leser im kommenden Jahr genauer anschauen möchten. Die Ergebnisse der Abstimmung sind recht eindeutig:

Sowohl JavaScript als auch Java haben die Nase weit vorn, beide konnten je 16 % der Stimmen auf sich vereinen und belegen damit Platz 1 und 2 in der Lesergunst; Java musste sich dabei lediglich um 2 Stimmen geschlagen geben (59 zu 57). Auf Platz 3 folgt mit 10 % (37 Stimmen) Scala, das zuletzt durch Compiler-Forks von sich reden machte. Platz 4 mit je 6 % (21 Stimmen) teilen sich die auf der JVM laufende, funktionale Sprache Clojure und der Newcomer Swift, Apples Objective-C-Nachfolger. Auf Platz 5 folgt mit 6 % (20 Stimmen) Googles Sprache für die systemnahe Programmierung Go, von der kürzlich bekannt wurde, dass sie in der kommenden Version ohne C auskommen soll.

Die restlichen Stimmen verteilen sich wie folgt:

Platz 6: R (4 % bzw. 16 Stimmen)
Platz 7: Groovy (4 % bzw. 14 Stimmen)
Platz 8: Frege und Python (je 3 % bzw. 12 Stimmen)
Platz 9: Haskell und C# (je 3 % bzw. 11 Stimmen)
Platz 10: C/C++ und Dart (je 3 % bzw. 10 Stimmen)
Platz 11: Rust (2 % bzw. 8 Stimmen)
Platz 12: (J)Ruby und Xtend (je 2% bzw. 7 Stimmen)
Platz 13: PHP (1 % bzw. 4 Stimmen)
Platz 14: Ceylon und Erlang (je 1 % bzw. 3 Stimmen)
Platz 15: Assembler, F#, Julia und Kotlin (je 1 % bzw. 2 Stimmen)
Platz 16: Lua und Objective-C (je 1 Stimme)

Die übrigen 2 % (8 Stimmen) entfielen auf nicht näher beschriebene andere Sprachen.

TIOBE-Index und ThoughtWorks Technology Radar

Die Ergebnisse der Abstimmung decken sich somit zum Teil mit denen des aktuellen TIOBE-Index. So nehmen unsere Sieger Java und JavScript auch hier Plätze unter den Top 10 ein. Auch der offensichtliche Popularitätsmangel von Objective-C, das sich im Quickvote zusammen mit Lua den mageren letzten Platz teilen muss, findet seine Entsprechung im aktuellen TIOBE-Ranking: dort sorgte das plötzliche Absacken der Sprache in letzter Minute für deutliche Verschiebungen in der Rangordnung weshalb der Titel „TIOBE-Programmiersprache des Jahres 2014“ schlussendlich an JavaScript ging. Den Prognosen von TIOBE zufolge wird Objective-C seine Führungsposition in der mobilen App-Entwicklung verlieren, während Java und Swift in diesem Bereich aufholen werden. Java könnte es sogar wieder an die Spitze des Rankings schaffen, so die Experten. Aktuell liegt Java auf Platz 2 hinter C.

Auch im jüngst erschienenen ThoughtWorks Technology Radar hat sich JavaScript zusammen mit Go in die Kategorie „Adopt“ vorgepirscht, was einer starken Empfehlung der Analysten, die Technologie anzuwenden, entspricht. Auch im Java-Umfeld wird JavaScript immer wichtiger. Brücken zwischen JavaScript und der Java Virtual Machine bauen u. a. das Oracle-Projekt Avatar und das Red-Hat-Projekt Nodyn.

Die Popularität von Java und JavaScript schlägt sich indessen auch auf die Karrieremöglichkeiten nieder: Wie aus unserem Artikel „Die Top-17-Programmiersprachen: Nachfrage und Gehalt“ hervorgeht, sind beide Sprachen im internationalen Vergleich sowohl außerordentlich gefragt als auch überdurchschnittlich gut bezahlt.

Aufmacherbild: Close-up Of Hand Putting Ballot In Glass Box von Shutterstock.com / Urheberrecht: Andrey_Popov

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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