Girl power?

Mehr weibliche Emojis: Wie Google die Gleichstellung der Geschlechter verbessern will

Gabriela Motroc

Google hat das Unicode-Konsortium angefragt, 13 neue Emojis zur Repräsentation berufstätiger Frauen einzuführen. Die Standardisierung neuer berufsbezogener Emojis soll die Rolle der Frau im Berufsleben besser widerspiegeln und so einen Beitrag zum Gender Mainstreaming in den digitalen Medien leisten.

Nach dem Vorschlag eines Google-Mitarbeiterteams würden die neuen Emojis Frauen in Business, Bildung und Gesundheitswesen miteinbeziehen und sie u.a. auf Bauernhöfen, in Restaurants und in Fabriken zeigen. Konkret heißt es dort: „Ist es nicht an der Zeit, dass auch Emojis die Realität widerspiegeln, dass Frauen eine Schlüsselrolle in allen Bereichen und sämtlichen Berufen darstellen?“

Auf Anfrage kommentierte Google gegenüber JAXenter:

Wir haben diesen Vorschlag eingereicht, um die Erstellung und Standardisierung neuer berufsbezogener Emojis, die insbesondere einen Fokus auf die Repräsentation von Frauen legen, anzuregen.

„Junge Frauen benutzen Emojis am meisten“

Googles Vorschlag bezieht sich auf einen SocialTimes-Bericht von AdWeek aus dem Jahre 2015, demzufolge 92% aller Internetnutzer/innen Emojis benutzen. Auf diesen Nutzungszahlen aufbauend würden 78% der Frauen regelmäßig Emojis benutzen, während es bei Männern nur 60% sind. Der gleiche Bericht ergab zudem, dass 72% der unter 25-Jährigen und 77% der sich im Alter zwischen 25-29 Befindlichen die häufigsten Nutzer von Emojis sind. „Die Verknüpfung von weiblichen und jungen Nutzern zeigt, dass Frauen unter 30 mit Abstand am regelmäßigsten Emojis verwenden.“

Google hat seine Hausaufgaben gemacht und belegt, dass die Emoji-zentrierte Werbekampagne „Like a Girl“ von ‚Always‘ (eine der größten Marken von Procter & Gamble) ein gewaltiger Erfolg war. Das ‚Always‘ #LikeAGirl – Emoji-Video wurde von mehr als 18 Millionen Menschen gesehen. Das Internet explodierte förmlich vor Forderungen nach mehr repräsentativen weiblichen Emojis.

Sogar die First Lady der Vereinigten Staaten Michelle Obama sprang mit auf den Hype-Train der weiblichen Emojis und fragte in einem Tweet nach der Erstellung eines „lernenden Mädchens“-Emoji, um junge Frauen weltweit zu ermächtigen.

Warum Google sich für die gewählten Berufsfelder entschieden hat

Dem Vorschlag zufolge hat das Team maßgeblich Informationen aus drei Quellen bezogen: Arbeitssektoren weltweit, Beschäftigungsart und Wachstum sowie Medien und Kultur. Als Ergebnis wählte Google die Landwirtschaft, als Darstellung von Industrie und Fertigung, das Gesundheitswesen, Technologie, Business (z.B. Anwälte, Finanzdienstleister, etc.), Bildung, Nahrungsmittelservices und natürlich einen Rockstar. Der Technik-Riese schlägt die Einführung von 13 neuen weiblichen Emoji und ihren männlichen Gegenstücken vor.

Wir glauben, dass diese Zahl es uns ermöglicht, eine breite Palette von Berufen zu repräsentieren, ohne es in der Implementierung zu komplex werden zu lassen.

Die Google-Mitarbeiter empfehlen, angesichts der dringend notwendigen Vertretung von Frauen in Emojis, „diese Zeichen so schnell wie möglich zu standardisieren“.

Eine Veränderung geschieht nicht über Nacht

Obwohl das Unicode-Konsortium Googles Empfehlung am 13. Mai 2016 angenommen hat, werden diese Emojis sicherlich nicht schon morgen in allen Telefonen sein. Mark Davis, Mitgründer und Präsident des Unicode Konsortiums, sagte der New York Times im vergangen Jahr, dass „[Emojis] nicht auf magische Art und Weise erscheinen, sobald wir [der Unicode-Konsortium-Vorstand] sie genehmigen.“ Bei der Entscheidung, welche Emojis hinzugefügt werden, berücksicht die Gruppe Faktoren wie die Nutzungsfrequenz, Kompabilität und „Vollständigkeit“ (um ein Symbol, das bereits enthalten ist, zu ergänzen).

Lesen Sie auch: Emojicode: Programmieren mit – ja, wirklich – Emojis!

Nachdem der Vorstand einen Satz von Emojis akzeptiert hat, sind die Hersteller an der Reihe, sie auf ihre Smartphones zu bringen.

Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: