Webframeworks – eine Kategorisierung

Überblick über konkrete Webframeworks

Tabelle 1 gibt einen Überblick über verschiedene im Markt verfügbare Webframeworks. Dort werden neben dem Frameworktyp und den eingesetzten Technologien weitere Besonderheiten der einzelnen Frameworks beschrieben. Browserunabhängigkeit bedeutet dabei, dass die Webanwendung nicht für jede Version jedes Browsers angepasst werden muss. Diese Anpassungen sind insbesondere beim Einsatz von JavaScript aufwendig.

Tabelle 1: Überblick über WebframeworksTabelle 1: Überblick über Webframeworks (Vergrößern)

Abbildung 6 gibt noch einmal einen visuellen Überblick. Mit „Komplexität“ ist dort die Einarbeitung für Java-Entwickler gemeint und beinhaltet z. B. den Aufwand, um das Framework zu beherrschen oder neue Technologien und Programmiersprachen zu erlernen.

Abb. 6: Einordnung der Webframeworks bezüglich Frameworktyp und Komplexität
Kombination verschiedener Sprachen und Webframeworks

Durch Plug-ins können verschiedene Webframeworks kombiniert werden oder neben Java auch noch andere moderne Programmiersprachen in Webframeworks eingebunden werden. Die Anzahl an Plug-ins ist nur schwer überschaubar und wächst immer weiter, und auch die angebotenen Funktionalitäten unterscheiden sich. Die Qualität geht dabei von unbenutzbar bis sehr gut. Eine Auswahl verfügbarer Plug-ins mit sinnvollen Kombinationen:

  • Gracelets [7]: Eine Domain Specific Language (DSL), mit der JSF-Views mit Groovy statt XHTML realisiert werden können. Außerdem können Groovy Closures statt der JSF Expression Language verwendet werden.
  • JSF Flex [8]: Flex-Komponenten können als JSF-Komponenten genutzt werden. Der Entwickler erzeugt dabei eine JSF-Komponente, das Plug-in generiert dann die zugehörigen Flex-Ressourcen (z. B. MXML-Code, SWF-Datei) und kümmert sich um die Integration.
  • GwtAI [9]: Ermöglicht die Integration von Applets (und damit auch JavaFX) in GWT.
Zusammenfassung

Die Anzahl der verfügbaren Webframeworks ist kaum überschaubar. Die Wahl des Frameworktyps hat große Auswirkungen auf Benutzbarkeit und Antwortzeiten einer Webanwendung, allerdings sind der Aufwand und die Komplexität bei der Auswahl eines neuen Frameworks nicht zu unterschätzen. Die Entscheidung für oder gegen ein Webframework muss gut überlegt sein – eine sinnvolle Entscheidung ist nur möglich, wenn ein Überblick über die im Markt verfügbaren Webframeworks vorhanden ist.

Ausblick

Im nächsten Artikel der Serie werden verschiedene Projektszenarien mit sehr unterschiedlichen Anforderungen aus dem Unternehmensalltag vorgestellt, und eine Bewertung bezüglich der Eignung der verschiedenen Webframeworkkategorien durchgeführt. Dabei wird erläutert, warum sich für bestimmte Anforderungen konkrete Webframeworks besser eignen als andere.

Kai Wähner ist als IT-Consultant bei MaibornWolff et al tätig. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen JEE, EAI und SOA. Außerdem berichtet Kai auf http://www.kai-waehner.de/blog über seine Erfahrungen mit neuen Technologien, IT-Konferenzen und Zertifizierungen. Feedback zum Artikel gerne an kai.waehner[at]mwea.de.

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