Ruby on Rails 6.0

Webframework: Rails 6.0 ist erschienen

Katharina Degenmann

© Shutterstock/ SAWITRE INTAYAM

Das Ruby-Webframework Rails ist in Version 6.0 erschienen. Das neue Release bringt unter anderem die neuen Frameworks Action Mailbox und Action Text sowie den Support mehrerer Datenbanken und paralleler Tests.

Das Rails-Core-Team hat eine neue Version des quelloffenen Webframework Ruby on Rails veröffentlicht und zahlreiche Features im Gepäck.

Zwei neue Frameworks

Neu mit an Bord ist die sogenannte Action Mailbox. Das neue Framework leitet eingehende E-Mails zur Verarbeitung an kontrollähnliche Postfächer weiter. Ausgeliefert wird es mit Eingängen für Amazon SES, Mailgun, Mandrill, Postmark und SendGrid. Anwender können eingehende E-Mails auch direkt über die integrierten Exim-, Postfix- und Qmail-Eingänge verarbeiten.

Ein weiteres neues Framework ist das sogenannte Action Text, das Rich-Text-Inhalte und Editor-Funktionen in Rails ermöglicht. Es enthält den von Basecamp entwickelten Trix-Editor, mit dem sich etwa die Formatierung, das Setzen von Links und Zitaten sowie das Einbauen von Listen, Bildern und Galerien umsetzen lassen. Der vom Editor generierte Rich-Text-Inhalt wird in einem eigenen RichText-Modell gespeichert, das mit jedem Active-Record-Modell in einer Anwendung verknüpft ist. Alle eingebetteten Bilder (oder andere Anhänge) werden automatisch über Active Storage gespeichert und mit dem mitgelieferten RichText-Modell verknüpft.

Multiple-Database- und Parallel-Testing-Support

Mit Sprung auf Version 6.0 wurde auch die Unterstützung für mehrere Datenbanken bereitgestellt. Das ermöglicht die gleichzeitige Verbindung einer Anwendung mit mehreren Datenbanken. Beispielsweise könne man so bestimmte Datensätze zur Skalierung oder Isolierung in eigene Datenbanken segmentieren oder das Lesen beziehungsweise Schreiben mit Datenbankrepliken aus Performancegründen aufteilen.

Durch den Support der parallelen Tests können Entwickler alle Kerne eines Computers nutzen, um große Testsuiten schneller ausführen zu können. Jeder Testing Worker erhält hierfür seine eigene Datenbank und läuft in seinem eigenen Thread.

Mit der neuen Version wurde Webpacker zum Standard-Script-Bundler für Rails erkoren. Allerdings lässt sich auch die bisherige Asset-Pipeline mit Sprockets for CSS und statische Assets weiterhin nutzen. Beide Ansätze sollen sich problemlos integrieren lassen und verbinden dadurch JavaScript-Funktionen mit dem bisherigen traditionellen, jedoch auch pragmatischen Ansatz.

Weitere Neuerungen

Zu den kleineren Änderungen zählt die Arbeit am Testwerkezug Action Cable. So wurde Action Cable JavaScript in ES6 neu geschrieben und an den Action-Cable-Tests sowie am Schutz von DNS-Rebinding-Angriffen geschraubt. Außerdem setzt die neue Rails-Version nun Ruby 2.5 voraus.

Alle Einzelheiten zu Rails 6.0 stehen in den Release Notes zum Nachlesen bereit.

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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