Wearables: Smart Shoes, Android Wear, Earin-Kopfhörer [M2M Minutes]

Redaktion JAXenter
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OWASP veröffentlich Top 10 der IoT-Sicherheitslücken | Intel und Ford forschen gemeinsam an Connected Cars | Tragbar und tragfähig: Haben Smart Shoes mehr Zukunft als Smart Watches? | Eigene Kategorie für Android-Wear-Apps in Google Play | Crowdfunding der Woche: Bluetooth-Kopfhörer „Earin“

Sicherheit: OWASP Internet of Things Top 10

Das Open Web Application Security Project (OWASP), eine anbieterneutrale, gemeinnützige und internationale Stiftung, hat eine Liste an Security-Problemfeldern im Internet of Things zusammengestellt. Die „OWASP Internet of Things Top 10“ soll Unternehmen, die IoT-Lösungen in verschiedenen Bereichen anbieten, einen Security-Leitfaden an die Hand geben. Auf der Webpräsenz kann man selbständig durch die zehn Punkte navigieren, die da sind: 

  • Unsichere Web-Oberflächen 
  • Ungenügende Authentifizierung/Autorisierung
  • Unsichere Netzwerkdienste
  • Mangel an Verschlüsselung beim Datentransport
  • Datenschutzfragen
  • Unsichere Cloud-Oberflächen
  • Unsichere Mobile-Oberflächen
  • Ungenügende Sicherheitseinstellungen
  • Unsichere Software/Firmware
  • Mangelhafte physische Sicherheit 

Connected Car: Ford und Intel forschen gemeinsam 

Der Automobilhersteller Ford und der Chiphersteller Intel möchten gemeinsam neue Chancen und Wege im Wachstumsmarkt Connected Car ausloten. Unter anderem prüfe man die Möglichkeit der Remote-Überwachung eines Fahrzeugs per Smartphone. Auch Gesichtserkennungssoftware, mithilfe derer sich der rechtmäßige Eigentümer eines Autos identifizieren lasse, gehöre zu den gemeinsamen Forschungsgebieten, heißt es in der Mitteilung. Genauer geht es in diesem „Project Mobii“ (kurz für Mobile Interior Imaging) genannten Forschungsvorhaben darum, Daten von Innenraum-Kameras mit Sensortechnologien und Daten aus dem Kontext des Fahrzeugs (z. B. Ortsdaten) zusammenzuführen, um dem Autobesitzer ein möglichst personalisiertes, intuitives Nutzererlebnis und Komfort bieten zu können – Stichwort Anticipatory Computing. Auch Diebstählen und Missbrauch könnte die neue Technologie vorbeugen. Vorstellbar ist etwa folgendes Szenario: Erkennt die Gesichtserkennungssoftware den Fahrzeugpassagier nicht, sendet sie ein Foto von ihm direkt an das Smartphone des Wagenbesitzers. Dieser kann dann dem Wageninsassen dann eine entsprechende Berechtigung erteilen – oder auch nicht. 

Im Februar hatte Ford angekündigt, sein In-Car-Infotainmensystem Sync künftig nicht mehr auf Basis von Microsoft-Technologien weiterentwickeln zu wollen und stattdessen BlackBerry in Betracht gezogen. 

 

Wearables: Smart Shoes statt Smart Watch?

Spätestens seit der Google I/O vor zwei Wochen sind Smart Watches in aller Munde. Fraglich ist allerdings, ob sich diese hippen Gadgets, so reich an Funktionen sie auch sein mögen, langfristig etablieren können, bietet das gute alte und schnell aus der Tasche gezückte Smartphone doch nach wie vor einiges mehr an Interaktionsmöglichkeiten. Hinzu kommt, dass es sich bei der guten alten Armbanduhr um ein Auslaufmodell handelt: Bereits vor drei Jahren ergab eine Studie, dass 60 Prozent aller 16-34-Jährigen die Uhrzeit lieber von ihrem Smartphone als von einer Armbanduhr ablesen. Und als Mode-Accessoire eignen sich die klobigen Handgelenk-Computer noch weniger. Nach dem ersten Hype könnten sich Smart Watches also als Eintagsfliege herausstellen. Anders steht es da um unauffällige Fitnessarmbänder wie das Fitbit.

Was hingegen jeder und fast immer trägt, sind Schuhe. Smart Shoes könnten langfristig also ein noch lukrativeres Wearable-Produkt sein als Smart Watches, wie der taiwanesische Elektronikhersteller Compal Electronics findet. Auch die großen Konzerne haben hier längst ein Geschäftsfeld entdeckt: Nike, Adidas, Apple, Google – sie alle entwickeln bereits seit längerer Zeit Smart Shoes mit Bewegungssensoren, GPS-Einheiten und Funktionen wie Kalorienzählern. Davon profitieren nicht nur Fitness-Freaks und Quantified-Self-Spezialisten, sondern etwa auch Pfleger und Angehörige von Alzheimer-Patienten oder Senioren, die ihre Schützlinge auch dann im Blick behalten möchten, wenn sie selbst nicht physisch anwesend sein können.

Eher eine Spielerei sind hingegen die „Talking Shoes“, die Google im vergangenen Jahr gemeinsam mit Adidas der Öffentlichkeit vorstellte (s. Video). Bis zu 250 Sätze beherrschen die plappernden Sportschuhe, die quasi zu jeder gemessenen Aktivität ihres Trägers einen neunmalklugen Kommentar über eingebaute Lautsprecher abgeben. Obwohl ein kurzlebiges Gimmick, zeigt die digitalisierte Fußbkleidung interessante neue Möglichkeiten der Interaktion mit dem Nutzer und dessen Smartphone auf. Auf ein Touch-Interface muss man freilich verzichten…

Apps für Android Wear in Google Play

Dass Google in Sachen Android Wear Nägel mit Köpfen macht, zeigen nicht nur die neuen Smart Watches von Samsung, LG & Co., die derzeit auf den Markt kommen und mit Googles kompakter Android-Version ausgestattet sind. Auch ein neuer Bereich im App-Store Google Play, der speziell für Android-Wear-Apps reserviert ist, soll helfen, die Wearable-Software zu etablieren. Aktuell tummeln sich dort 20 Apps, darunter Anwendungen für Hangouts, Pinterest, American Airlines oder Bandsintown. Der App-Vorrat in dieser Kategorie dürfte schnell wachsen.

Apps Android Wear Google Play

In-Ear mit Earin

Der großen Familie der Wearables gehört auch unser Crowdfunding-Projekt der Woche an. Tonspezialisten von Sony Ericsson und Nokia sollen bei diesen „kleinsten drahtlosen Kopfhörern, die am Markt erhältlich sind“ (so die Selbstbeschreibung) am Werk gewesen sein. Per Bluetooth 3.0 oder 4.0 kommunizieren die Stöpsel mit dem Smartphone des Nutzers. Das schwedische Earin-Team beschränkt sich auf das Wesentliche: einen perfektionierten Sound. Auf jede weitere Funktionalität wird verzichtet – Sensoren, Leuchten und Mikrofone mussten draußen bleiben. Der größte Bestandteil der winzigen Kopfhörer ist die 50-mAh-Batterie, die bis zu 3 Stunden durchhält. Dieser Minimalismus kommt an: 19 Tage vor Ende der Kampagne sind fast 420 Prozent des Finanzierungsziels erreicht.

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