Was passiert, wenn man Java mit immer neuen Features "anreichert"

Hartmut Schlosser

Rob Pike, einer der Entwickler der Google-Programmiersprache Go, spricht in einem Interview mit informIT über die Motivation, eine neue Programmiersprache zu erfinden – und verteilt dabei kräftige Seitenhiebe gegen vermeintlich in die Jahre gekommene und schwergewichtige Sprachen wie C++ und Java.

Zunächst einmal mache es einfach Spaß, neue Sprachen zu kreieren. Allein deshalb schon treffe man heute auf diese ungemein vielschichtige Sprachlandschaft. Go selbst sei für die System-Programmierung innerhalb Googles entwickelt worden, habe sich dann aber tauglich für die Lösung allgemeiner Probleme erwiesen.

Das Problem bei Google seien die langen Compile-Zeiten bei herkömmlichen Sprachen gewesen. Go sei im Grunde entstanden, während man auf die Kompilierung großer C/C++-Projekte warten musste.

Auch Java, ursprünglich an den Start gegangen, C++ zu vereinfachen, sei über die Jahre mit Zusatz-Features angereichert worden, die es zu dem schwergewichtigen Torso gemacht habe, der es heute sei.

Doch starten nicht alle neuen Programmiersprachen einfach, um nach einem mehrjährigen Reifeprozess immer komplexer zu werden und schließlich ebenfalls jede Menge überflüssiger Features und deprecated APIs mit sich zu schleppen?

Damit das mit Go nicht passiere, wolle man hart daran arbeiten, die Sprache und die Umgebung sauber zu halten und keine Features nachträglich einbauen, die nicht perfekt in die Sprach- und Librarystrukturen von Go passen.

Stellt sich die Frage, wie sauber man bei den Veränderungen der Java-Sprache vorgegangen ist bzw. vorgehen wird, insbesondere wenn diese Veränderungen nicht wirklich in einer offenen Community sachlich diskutiert werden, sondern von Unternehmens-getriebenen Ambitionen durchwachsen sind.

Was passiert also, wenn man Java mit immer neuen Features „anreichern“ möchte?

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Hartmut Schlosser
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