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Was Oracle jetzt für GlassFish tun könnte

Hartmut Schlosser

Wie geht’s nun weiter mit dem GlassFish-Server? Bekanntlich hatte Oracle entschieden, die kommerzielle GlassFish-Version nicht mehr weiterzuführen, allerdings die Open-Source-Variante mit einem starken Community-Akzent weiter zu unterstützen. Und diese Community meldet sich nun zu Wort und hat Ideen, wie Oracle dieses Community-Commitment in die Tat umsetzen könnte.

Zuletzt hat Java Champion Adam Bien mit einem Katalog von Vorschlägen eine große Beachtung in der Community gefunden.

Adam schlägt vor, die GlassFish Quellcodes nach GitHub zu verschieben. GitHub sei schlicht die populärste Kollaborationsplattform, sodass individuelle Beiträge über GitHub sicherlich häufiger wären.

Zweitens sollte Oracle eine Business-freundlichere Lizenz für GlassFish finden, beispielsweise die Apache-Lizenz. Unternehmen könnten so auf Basis der Quellcodes kommerzielle Erweiterungen oder auch Support-Dienstleistungen anbieten.

Ein weiterer Punkt ist ein GitHub-basiertes Continuous-Integration-System mit regelmäßigen, am besten täglichen (bzw. nightly) Builds. Ein transparenter Voting- und Pull-Request-Akzeptanz-Prozess müsste noch folgen. Im Ergebniss könnten dann Releases häufiger ausgeliefert werden. Als Hauptadresse sollte das bisherige  https://glassfish.java.net beibehalten werden.

Adam begrüßt zwar eine größere Einbindung der Community, macht aber auch klar, dass ohne Vollzeit-Entwickler eine Referenzimplementierung für Java EE 8 nicht möglich ist – und das betrifft vor allem Oracle. Denn die Implementierung des Java EE APIs sei kein Zuckerschlecken und bedeute harte Arbeit, die nicht immer mit Freude in der Freizeit erbracht werden kann. Im Klartext heißt das: Wenn Oracle Vollzeitentwickler abzieht, wird es die Community alleine kaum schaffen, GlassFish weiter am Leben zu halten.

Sieht man die Dinge aber positiv wie Adam Bien, dann könnte der Wegfall der kommerziellen Unterstützung durch Oracle sogar innovationsfördernd wirken – vorausgesetzt, Oracle steht zu seinem Wort, bleibt selbst am Ball und bringt die Community beispielsweise mit Adams Maßnahmenkatalog in eine bessere Startposition.

Oracle hat sich indes noch nicht offen zu den weiteren Schritten geäußert, wird dies aber am 9. Dezember in einem Webcast zur „GlassFish Strategie“ tun.

Die offizielle Ankündigung dazu lautet:

Anfang November 2013 hat der GlassFish-Produktmanager John Clingan im GlassFish Blog „Aquarium“ angekündigt, dass es für GlassFish 4.0 keine kommerzielle Version von Oracle geben wird.

Für die kommerziellen Versionen von GlassFish Server 2.1.x und 3.1.x gibt es weiterhin den Oracle Support, gemäß der „Lifetime Support Policy“. Für Java EE 7 und die darauf folgenden Java EE Versionen wird WebLogic Server als einziger kommerzieller Java EE kompatibler Applikationsserver von Oracle angeboten. Oracle wird weiterhin in GlassFish Open Source Server investieren, um eine entwicklerfreundliche Open-Source Referenzimplementierung mit GlassFish, sowie ein SDK der Java EE Plattform in Zukunft bereitzustellen.

Aufgrund der vielen und oftmals irreführenden Interpretationen dieser Ankündigung wird am 9.12.2013 ein WebCast in deutscher Sprache stattfinden, mit dem Ziel die Oracle GlassFish-Strategie detailliert zu erklären und auch auf Fragen der Teilnehmer in Deutschland einzugehen.

Eine Teilnahme an dem Webcast ist über eine öffentlich zugängliche Webex-Adresse möglich.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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