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Linux, Docker & Co – Das macht Open-Source-Projekte erfolgreich

Jane Elizabeth

© Shutterstock.com / STILLFX

Was führt Open-Source-Projekte zum Erfolg? Eine engagierte Community? Einfluss von berühmten Persönlichkeiten? Ein fescher Name, gepaart mit einem klugen Konzept? Wie sich herausstellt, stehen hinter fast jedem großen Open-Source-Projekt große Unternehmen oder Organisationen.

Was macht ein Open-Source-Projekt erfolgreich? Wir alle nutzen Open-Source-Projekte in unserem Alltag, aber nicht alle Projekte sind gleichermaßen erfolgreich. Manchmal sind es bloß einsame GitHub-Seiten, die von einem einzelnen Entwickler mühsam beackert werden. Es scheint fast so, als sei Open Source das genaue Gegenteil von institutioneller und unternehmerischer Unterstützung.

Nachdem sich Dan Kohn, Executive Director der Cloud Native Computing Foundation, jedoch ein wenig eingängiger mit der Frage auseinander gesetzt hatte, förderte er einige überraschende Ergebnisse zutage: Der Großteil erfolgreicher Open-Source-Projekte wird entweder von Stiftungen, Firmen oder einem Konglomerat von zusammenarbeitenden Firmen getragen.

Zusammen mit dem Entwickler Łukasz Gryglicki hat Kohn die 30 bedeutendsten Open-Source-Projekte in einem Graphen ausgewertet. Ihm zufolge sind die meisten Entwickler daran interessiert, die größten Projekte zu nutzen und auch an genau diesen mitzuarbeiten. Jene Projekte haben die größten Communities, dementsprechend werden Bugs schnell gefixt, Features regelmäßig geupdatet und es gibt eine gewisse plattformübergreifende Interoperabilität.

Dies ist lediglich ein Screenshot von Dan Kohn’s interaktiver Grafik. Es ist sehr zu empfehlen, sie sich hier genauer anzuschauen.

Der Graph hat drei Achsen mit Daten – Commits, Autoren und Kommentare bzw. Pull Requests. Die Fläche der Blasen im Graphen ist proportional zu der Anzahl der Autoren, die Y-Achse ist die Gesamte Anzahl an Pull Requests bzw. Issues, und die X-Achse ist die Nummer der Commits.

Wenn man genau hinschaut, werden grobe Muster sichtbar:

Stiftungen tragen neun der größten Open-Source-Projekte. Darin enthalten:

  • Linux – The Linux Foundation
  • Kubernetes – CNCF
  • Cloud Foundry – Cloud Foundry Foundation
  • .NET – .NET Foundation
  • Nova, Neutron, Cinder – OpenStack
  • Node.js – Node.js Foundation
  • Mesos – Apache Software Foundation

Es werden sogar noch mehr Open-Source-Projekte von Firmen unterstützt: Ganze 15. Das beinhaltet Googles Open-Source-Projekte, genauso wie die von Facebook, Docker, Microsoft, Red Hat und noch weitere. Während es zwar häufig größere Beiträge zu diesen Open-Source-Projekten von externen Entwicklern gibt, werden diese Projekte trotzdem überwiegend von der Muttergesellschaft gepflegt.

  • Google – Chromium, TensorFlow und Angular
  • Facebook – React
  • Docker – Docker, Moby
  • Microsoft – VS Code, Office Developer
  • Red Hat – Ansible
  • Elastic – ElasticSearch
  • Auth0 – Auth0
  • GitLab – GitLab
  • Basecamp – Ruby on Rails
  • Ionic – Ionic
  • HashiCorp – Terraform
  • Chef – Chef

Die letzten sechs Projekte werden jedoch weder von einer Firma noch von einer Stiftung gefördert:

  • Homebrew
  • DefinitelyTyped
  • Vue.js
  • NixOS
  • Home Assistant
  • The Odin Project

Wie Kohn anmerkt, sind Homebrew, DefinitelyTyped, NixOS und Home Assistant die Art von Projekt, wo die zentrale Infrastruktur aus User-Beiträgen besteht. The Odin Project ist eine gemeinschaftliche Dokumentation.

„Vue.js scheint eine Art Sonderfall zu sein, insofern ein Frontend Framework direkt mit React (von Facebook getragen) sowie AngularJS (von Google getragen) konkurriert und trotzdem eine breite Übernahme und ein hohes Niveau von Contributions erreicht hat, ohne irgendeine Unterstützung von Firmen oder Konsortien“, schreibt Kohn.

Schlussfolgerungen für Open Source

Welche Schlüsse können wir aus diesen Daten ziehen? Tatsächlich werden fast 30 Prozent der zehn wichtigsten Open-Source-Projekte von irgendeiner Art von Stiftung unterstützt, und ca. die Hälfte von einem Unternehmen. Nur jedes fünfte Projekt wird unabhängig von institutioneller Unterstützung geführt.

Aber warum ist das so? Wie Kohn anmerkt, „ist die Softwareentwicklung schwierig. Ein großes Open-Source-Projekt ist sogar noch schwieriger. So kann es häufig hilfreich sein, Unterstützung von einer Firma oder einem Konsortium von Firmen zu bekommen, das über eine Software-Foundation verbunden ist.“

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Tatsächlich macht das Bugfixing und die Code-Bereinigung einen Großteil der Contributions aus – nicht wirklich ein attraktiver Job für Programmier. Institutionellen Support zu haben bedeutet, dass diese Aufträge häufiger erledigt werden, was zu einem aktiver bearbeiteten und stabileren Produkt mit einer größeren Chance auf fortgesetzte Nutzung führt. Es ist eine der undankbaren aber notwendigen Aufgaben für die Gesundheit eines Projektes.

Grundsätzlich versucht die Linux Foundation, die positiven Feedbackschleifen für ein stabileres und sichereres Open-Source-Ökosystem zu erschaffen. Wenn ein Open-Source-Projekt also in Obskurität versinkt, sollte man daran denken, dass keine coolen Namen, sondern Struktur und Finanzierung der Schlüssel für mehr Wachstum sind.

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Jane Elizabeth
Jane Elizabeth
Jane Elizabeth ist eine Redaktionsassistentin für JAXenter.com
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