Was macht eigentlich Jonathan Schwartz?

Judith Lungstraß

Kennen Sie noch Jonathan Schwartz? Mit Brille und Pferdeschwanz machte sich der charismatische CEO von Sun Microsystems 2006 ans Werk, die IT-Welt offener und zugänglicher zu gestalten. Auch im Bereich Social Media war OpenJonathan, wie er sich bei Twitter nennt, Vorreiter. Als einer der ersten Führungskräfte verkündete er wichtige Entscheidungen über seinen Blog. Twitter und Facebook sind für ihn als Kommunikationsmittel so natürlich wie E-Mails und das Telefon.

Doch mit der Übernahme Suns durch Oracle im April 2009 nahm die Ära Schwartz ein jähes Ende. Nicht einmal ein Jahr später strich er die Segel und zog sich von seinem Posten als CEO zurück. Seine Entscheidung verkündete Schwartz passenderweise mittels dieses selbstgeschriebenen Haikus über Twitter: „Financial crisis / Stalled too many customers / CEO no more“.

Nach seinem Ausstieg wurde es zunächst ruhig um Jonathan Schwartz. Doch nur wenige Ruhemonate später entschied er sich dazu, mit seinem alten Freund Walter Smith, der auch schon mal bei Microsoft und Apple reinschnuppern durfte, das Startup mit dem schönen Titel „Picture of Health“ zu gründen. Mittlerweile wurde das Projekt in CareZone umbenannt und hat im Februar diesen Jahres seinen offiziellen Start verkündet.

CareZone fügt sich nahtlos ein in Schwartz‘ Auffassung von Technologien als soziales Mittel. Mit Hilfe des neuen Dienstes können dessen Nutzer eine private Sammlung von Informationen über ihre Kinder, Eltern und andere Menschen, die ihnen am Herzen liegen, erstellen. Man kann persönliche Gesundheits- und Wohlergehens-Tagebücher anlegen, Informationen zu notwendigen Medikamenten erfassen, Dokumente wie Rezepte, Empfehlungen und Diagnosen abspeichern. Zugänglich sind diese zugegebenermaßen doch sehr privaten Informationen für eine selbst fest gelegte Personengruppe – entweder im Web oder über die iOS App. Das Ganze ist natürlich, wie könnte es jemand wie Schwartz auch anders konzipiert haben, vollkommen kostenlos.

An seinem neuen Job gefällt dem ehemaligen Sun CEO eigenen Angaben zufolge besonders die Möglichkeit, einen tatsächlichen Einfluss auf das tägliche Weltgeschehen haben zu können. Dass Technologien dieses Potential haben, sehe man ja bereits an Diensten wie Ebay oder Amazon. Zu all den finanziellen Operationen, die er zu seiner Sun-Zeit durchzuführen hatte, habe er keine echte emotionale Bindung aufbauen können, und das habe ihn schon damals gestört. Kein Wunder also, dass Jonathan Schwartz derzeit sein gesamtes Herzblut in CareZone steckt.

Übrigens: Da CareZone noch in den Kinderschuhen steckt, sucht das Startup momentan intensiv nach engagierten und kompetenten Mitarbeitern. Wenn Sie also schon immer mal Lust hatten, mit einer echten Berühmtheit zusammen zu arbeiten, sollten Sie über Ihren Schatten springen sich bei CareZone bewerben.

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Judith Lungstraß
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