Was ist los mit Googles 20 Prozent?

Eric Herrmann

Was Google zu einem gefürchteten Innovator in der Branche machte, soll schon länger der Vergangenheit angehören. Dies berichtet Christopher Mims im Online-Wirtschafts-Magazin Quartz. Inoffiziellen sowie bestätigten Mitarbeiterberichten zufolge bestünde schon länger nicht mehr die Möglichkeit für Google-Mitarbeiter, zwanzig Prozent ihrer Arbeitszeit für Projekte außerhalb ihrer Haupttätigkeit zu nutzen. Dabei sind dieser freizügigen Politik Projekte entsprungen, die später Milliarden von US-Dollars einbringen sollten: Googlemail, Talk, News und allen voran AdSense. Mit letzterem verdient Google heute ein Viertel seines Geldes.

All dies beruht auf Entscheidungen, die Larry Page durchsetzte, nachdem er im Januar 2011 den Posten als Google CEO angetreten hatte. Er senkte die Zahl der offenen Projekte drastisch, um die übriggebliebenen mit jeweils größeren Teams zu versehen. Google Labs musste also Platz machen für die Hoffnungsträger Self Driving Car und Glass. Und während die Innovationen vorher offen zur Schau gestellt wurden, verschwinden aktuelle Forschungsprojekte in den Google X Labs, und nur wenige Mitarbeiter bekommen Einblicke in die kleinen Manhattan-Projekte. 

Mit den 20 Prozent Freiraum für Innovation machte Google der Branche etwas vor, und wer es sich leisten konnte, der machte es dem 50-Milliarden-US-Dollar-Unternehmen nach. Apple, LinkedIn und viele andere kopierten die Idee. Doch jetzt, wo der Erfinder derselben den Rückzieher macht, stellt sich bestimmt für viele die Frage, wer sich ihre Umsetzung noch leisten will.

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Eric Herrmann
Eric Herrmann
Eric Herrmann war von 2012 bis 2013 als Redakteur bei Software & Support Media tätig. Sein Themenschwerpunkt liegt bei Webtechnologien, insbesondere PHP und JavaScript. Vor seiner Zeit als Online-Redakteur hat er Wissenschaftsjournalismus (B. A.) an der Hochschule Darmstadt studiert.
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