Eine Rundreise durch das Eclipse-Universum

Was ist Eclipse?

Wayne Beaton, Jonas Helming, Maximilian Kögel

Der Titel dieses Beitrags mag ungewöhnlich erscheinen für ein Portal, das sich an professionelle Java-Entwickler wendet. Sehr wahrscheinlich wird es keinen ernsthaften Java-Entwickler geben, der noch nicht in irgendeiner Weise mit Eclipse in Berührung gekommen ist. Auf der anderen Seite: Haben Sie schon einmal versucht, „Eclipse“ einer beliebigen Person in einem typischen Elevator Pitch, also in 15 Sekunden zu erklären?


src=“http://entwickler.com/develop/zonen/magazine/onlineartikel/pspic/picture_file/93/Eclipse_Lo4e4a3f7f87194.png?1313488767″ hspace=“10″ vspace=“5″ alt=““>

Vermutlich werden Sie sich dafür auf einen bestimmten Aspekt von Eclipse fokussieren müssen, beispielsweise Eclipse als Java IDE. Selbst die knapp einminütige Fahrt im längsten Aufzug der Welt auf das Burj Khalifa dürfte kaum ausreichen, um Eclipse in all seinen Facetten zu beschreiben. Eclipse-Evangelist Wayne Beaton (Eclipse Foundation) nahm dies zum Anlass, Eclipse in einer mehrteiligen Blog-Serie aus verschiedenen Blickwinkeln zu beschreiben. Jonas Helming und Maximilian Kögel (EclipseSource München) legen die Serie für JAXenter und das Eclipse Magazin in überarbeiteter Fassung neu auf. Im ersten Teil widmen wir uns den wohl bekanntesten Interpretationen von Eclipse: Eclipse als Java IDE, Eclipse als IDE Framework und Eclipse als Tools Framework.

Eclipse ist eine Java IDE

Der wohl mit Abstand bekannteste Teil von Eclipse ist das Integrated Development Environment (IDE) für Java – die Java Development Tools (JDT) (Abb. 1). Eclipse ist aber nicht irgendeine beliebige Java IDE, sondern mit knapp 65 % Marktanteil der Platzhirsch in diesem Bereich [1]. Anwender schätzen den ausgefeilten Editor, den inkrementellen Compiler, die Auto-Completion (CTRL+SPACE), die Quick-Assist-Funktion (CTRL+1) und die Refactoring-Unterstützung. Durch die hohe Verbreitung und die offene Architektur der JDT-Entwicklungsumgebung gibt es außerdem kaum eine relevante Technologie, die nicht in Eclipse eingebunden ist. So stehen für CVS, SVN, Git und viele andere Versionskontrollsysteme Integrationen bereit [2]. Gleiches gilt für die Unterstützung von Frameworks wie Spring, Hibernate oder des Google Web Toolkit (GWT). Seit kurzem stellt Google mit dem Window Builder [3] endlich auch einen UI-Editor zur Verfügung, der kaum Wünsche offen lässt. Und sollte doch etwas fehlen oder soll es einmal nicht Java sein: Eclipse ist nicht nur eine Java IDE, sondern auch ein IDE Framework.

Abb.1: Eclipse als Java IDEAbb.1: Eclipse als Java IDE (Vergrößern)

Eclipse ist ein IDE Framework

Eines der Kernkonzepte von Eclipse ist seine modulare Architektur. Sie erlaubt das Hinzufügen und Entfernen von Features. Diese Features werden in Form von Komponenten – in Eclipse „Plug-ins“ oder „Bundles“ genannt – bereitgestellt. Entfernt man die Komponenten der Java Development Tools (JDT), bleibt ein mächtiges IDE-Gerüst zurück, das allerdings so ziemlich unbrauchbar ist. Das volle Potenzial wird dann ausgeschöpft, wenn eine Unterstützung für andere Sprachen als neue Komponente hinzugefügt wird. Ein Beispiel sind die C/C++ Developer Tools (CDT), die sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Visual Studio um die beliebteste IDE für C liefert. Weitere Unterstützung gibt es für PHP (PDT), Fortran sowie mit dem Dynamic Languages Toolkit (DLTK) für Sprachen wie Ruby, JavaScript oder Python.

Die Eclipse Foundation bietet zahlreiche vorkonfigurierte IDE-Pakete fertig zum Download an (siehe Kasten) [4]. Durch das Plug-in-Konzept kann die eigene IDE auch den individuellen Wünschen angepasst werden und so beispielsweise Java und C gleichzeitig unterstützen.

Die 12 am häufigsten heruntergeladenen Eclipse-Pakete
  1. Eclipse IDE for Java EE Developers, 212 MB,
    1.154.923 Downloads
  2. Eclipse Classic 3.7, 174 MB,
    922.548 Downloads
  3. Eclipse IDE for Java Developers, 122 MB,
    330.887 Downloads
  4. Eclipse IDE for JavaScript Web Developers, 109 MB, 65.467 Downloads
  5. Eclipse IDE for Java and Report Developers, 252 MB, 40.472 Downloads
  6. Eclipse IDE for C/C++ Linux Developers (includes Incubating components), 142 MB, 38.935 Downloads
  7. Eclipse Modeling Tools, 271 MB, 23.946 Downloads
  8. Eclipse for RCP and RAP Developers, 181 MB, 19.058 Downloads
  9. Eclipse for Testers, 86 MB, 11.049 Downloads
  10. Eclipse IDE for C/C++ Developers (includes Incubating components), 107 MB, 8.869 Downloads
  11. Eclipse IDE for Parallel Application Developers (includes Incubating components), 178 MB, 3.420 Downloads
  12. Eclipse for Scout Developers, 174 MB, 3.378 Downloads
Geschrieben von
Wayne Beaton, Jonas Helming, Maximilian Kögel
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.