Was ist Eclipse?

Eclipse ist eine Tools-Plattform

Eclipse wurde ursprünglich von IBM entwickelt. Dass der Name „Eclipse“, zu Deutsch „Sonnenfinsternis“, eine Spitze in Richtung Sun sein sollte, gehört wohl ins Reich der Mythen. Denn Hauptkonkurrent im relevanten Bereich war eindeutig Microsoft. Was vielleicht weniger bekannt ist: Das Ziel von Eclipse war nicht primär eine neue Java IDE zu schaffen. Vielmehr sollte mit Eclipse ein zum Ende des letzten Jahrtausends immer deutlicher auftretendes Problem gelöst werden: In den neunziger Jahren wurde mit dem Aufkommen von Technologien wie Java und dem Durchbruch des Internets eine Reihe mächtiger Tools entwickelt. Allein IBM bot mit Tools wie VisualAge for Java, dem WebSphere Studio oder WebFacing eine stetig wachsende Produktpalette. Was aus heutiger Eclipse-Sicht kaum mehr vorstellbar ist: Viele dieser Tools wurden weitestgehend eigenständig entwickelt wurden. Aus Sicht des Benutzers gab es daher kein einheitliches Bedienkonzept und keine Möglichkeit, die Artefakte eines gesamten Projekts uniform und integriert zu verwalten. In dieser Situation sollte nun Eclipse die verschiedenen Tools zu einem konsistenten Ganzen integrieren, egal ob es sich um Code, Property-Dateien oder XML handelte.

Aus Sicht der Tool-Hersteller stellte sich das Problem vielleicht noch drastischer dar. Ohne eine gemeinsame Basis der Werkzeuge mussten Features und Bugfixes in mehreren Produkten und für mehrere Plattformen parallel gepflegt werden. Ein Beispiel für ein Feature, welches fast die gesamte Produktpalette betrifft, ist ein neu zu integrierendes Versionsverwaltungssystem wie das im Jahr 2000 erschienene Subversion. Nicht zuletzt kostet die parallele Installation und Ausführung verschiedener Produkte auch Speicher, was für komplexe Entwicklungswerkzeuge damals von erheblicher Relevanz war, aber auch heute noch ein wichtiger Faktor ist.

So begann IBM im November 1998 mit der Entwicklung der Eclipse-Plattform. Dass die Java Developer Tools (JDT) von Anfang an einer der wichtigsten Teile von Eclipse waren und heute noch sind, überrascht nicht. Zum einen war Java zur Geburtsstunde von Eclipse die wohl am dynamischsten wachsende Programmiersprache. Mit dem WebSphere Studio Application Developer, der Visual Age for Java ablöste, brachte IBM sein erstes kommerzielles Tool auf Eclipse-Basis auf den Markt.

Zum anderen bietet JDT Support für die Entwicklung von Eclipse selbst, das eben auch in Java entwickelt wird. Das Projekt zieht sich à la Münchhausen damit sozusagen selbst aus dem Sumpf (Bootstrapping).

Heute, zehn Jahre später, existieren auf der Grundlage von Eclipse Hunderte, wenn nicht Tausende von Tools der verschiedensten Hersteller. Neben typischen Entwickler-Tools, wie die Data Tools für die Datenbank-Administration oder die Web Tools für Web-Entwickler, gibt es auch zahlreiche Angebote außerhalb der reinen Software-Entwicklung. Mit den Business Intelligence and Reporting Tools (BIRT) [5] (Abb. 2) erstellen beispielsweise Business-Analysten textuelle und grafische Auswertungen. Ein besonders stark wachsender Teil von Eclipse ist die Modellierung, bedingt durch den stabilen und pragmatischen Standard des Eclipse Modeling Framework (EMF).

Abb. 2: Eclipse BIRT Abb. 2: Eclipse BIRT (Vergrößern)

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