Alles rund um das Release 6.5 mit Unterstützung für PHP und JavaFX

Was bringt NetBeans 6.5

Anton Epple

Pünktlich zum 10. Geburtstag von NetBeans wartet Sun mit einem neuen Release der populären IDE- und RCP-Plattform auf. Als Besonderheit bietet NetBeans nun als erste IDE eine komfortable Entwicklungsumgebung für JavaFX an. Auch die Unterstützung von Skriptsprachen wurde noch einmal ausgeweitet und umfasst nun auch PHP.

1996 in Tschechien als Studentenprojekt gestartet, hat sich NetBeans seit dem ersten Release 1998 kontinuierlich weiterentwickelt. Seit 1999 steht das Projekt unter der Obhut von Sun und liegt nun in Version 6.5 vor. Durch eine intuitive und benutzerfreundliche Oberfläche, hohe Plug-in Kompatibilität und das Konzept, dem Benutzer eine Distribution an die Hand zu geben, die ohne große Konfiguration und ohne Installation zusätzlicher Plug-ins funktioniert, hat sich die freie IDE eine treue und wachsende Fangemeinde geschaffen. Besonders der in Version 5.0 als „Projekt Matisse“ hinzugefügte GUI Builder hat NetBeans in der Entwicklerwelt viel Beachtung verschafft. Grund genug, sich einmal genauer mit der NetBeans IDE zu befassen.

Basics – der Editor

Über lange Zeit war der Quellcodeeditor (Abb. 1) die Achillesferse der IDE. Gerade in der Basisdisziplin hinkte NetBeans Eclipse und vor allem IntelliJ IDEA hinterher. Hier wurde seit Version 6.0 viel Boden gut gemacht. Die Entwickler haben sich die Konkurrenz offenbar genau angesehen und den Editor komplett neu implementiert. Die Codevervollständigung reagiert prompt und ist deutlich intelligenter geworden, die angebotenen Refactorings sind inzwischen recht komplett. Im neuen Release wird endlich auch das von Eclipse bekannte „Compile on Save“ unterstützt. Extras wie der Makrorekorder komplettieren das Bild.

Abb. 1: Der Quellcodeeditor mit automatischen Namensvorschlägen für eine Variable
Für Zuhause und Unterwegs – GUI Builder und Visual Mobile Designer

Für die Gestaltung von Benutzeroberflächen setzt NetBeans auf Swing, das am weitesten verbreitete GUI Toolkit. Die komplexen Swing LayoutManager, wie das berüchtigte GridBagLayout machten die Entwicklung von ansprechenden Benutzeroberflächen jedoch lange Zeit zu einer echten Herausforderung. Deshalb wurde der als „Projekt Matisse“ gestartete NetBeans GUI Builder begeistert begrüßt. Mit der Designerkomponente lassen sich selbst komplexe Layouts sehr einfach und intuitiv per Drag-and-Drop zusammenstellen. Visuelle Hilfen wie die automatische Anzeige von Führungslinien und Hinweise für die Ausrichtung von Text und Komponenten helfen dabei, Formulare und Dialoge ansprechend zu gestalten (Abb. 2).

Abb. 2: Der Form Designer beim Entwickeln einer JPA-basierten CRUD-Applikation

Codeblöcke, die mit dem GUI Designer erstellt wurden, sind zwar in der Editoransicht vor manuellen Änderungen geschützt, für eigene Anpassungen existieren aber zahlreiche Erweiterungspunkte. Ermöglicht wird die visuelle Erstellung von Benutzeroberflächen durch einen eigenen LayoutManager, der seit Version 6 als GroupLayout auch Teil der Java Platform Standard Edition ist. Neben der Gestaltung von Oberflächen wird auch das Beans Binding Framework (JSR 295) und die Java Persistence API (JPA) unterstützt. Besonders in Kombination mit der Unterstützung des Swing Application Frameworks (JSR 296) erleichtert es die Entwicklung von Businessapplikationen erheblich. Einfache tabellen- oder formularbasierte Datenbankanwendungen können auch komplett mit einem Wizard erstellt werden.

Dem gleichen Ansatz folgt NetBeans auch für die Entwicklung von Applikationen für Handy und PDA. Auch hier gibt es mit dem Visual Mobile Designer (Abb. 3) eine einfache und intuitive Drag-and-Drop-Benutzeroberfläche für die Erstellung von Applikationen. Hier können sogar komplette Screenflows modelliert werden. Seit Version 6.5 verfügt NetBeans auch über einen SVG-Composer, der die Entwicklung von SVG-basierten UI-Komponenten und Visual Databinding unterstützt.

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Anton Epple
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