Was bringt Business Process Management?

JAKOB FREUND

Für die Analysten der Gartner Group ist die Sache klar: Sie prognostizierten schon im Jahr 2007 eine rasante Zunahme der Investitionen im Business Process Management. 2011 soll der Markt bereits ein Volumen von 2,6 Milliarden Dollar besitzen, dies entspräche einer jährlichen Steigerung von 24 Prozent. Dabei würde auch die IT stärker in die Pflicht genommen.

In einer anderen Gartner-Studie gaben 45 Prozent der befragten Geschäftsführer an, dass sie von ihren CIOs in den kommenden fünf Jahren deutlich mehr Verantwortungsbereitschaft für die Veränderung von Geschäftsprozessen erwarten.

Welches Potenzial ist jedoch wirklich mit BPM verbunden? Dass sich Prozesse besser „managen“ lassen, klingt hervorragend, ist allerdings nicht besonders aussagekräftig. Im Gegenteil, im Zusammenhang mit BPM ist häufig von seitenlangen Diagrammen die Rede, den so genannten Prozessmodellen, die niemanden wirklich interessieren und deshalb den Namen „Schrankware“ tragen. Prozessmanagement galt vor diesem Hintergrund lange als Thema für interne und externe Organisationsberater, die permanent mit ihrem Moderationsköfferchen herumliefen und eine letzte Existenzberechtigung suchten, bevor sie ganz von der Bildfläche verschwanden. Warum also jetzt dieser Hype?

WAS IST PROZESSMANAGEMENT

Für die Klärung der Frage muss man zunächst wissen, dass unter dem klassischen Prozessmanagement hier zu Lande tatsächlich lange Zeit nur die organisatorische Disziplin der Analyse und Verbesserung betrieblicher Abläufe verstanden wurde, sich das „Business Process Management“, wie es im englischsprachigen Ausland bekannt ist, hingegen traditionell auf die Automatisierung von Geschäftsprozessen mithilfe von Workflow-Systemen bezieht. Der Hype ist nun ein direktes Ergebnis der Hoffnung, beide Disziplinen zusammenbringen zu können. Die damit verbundenen Vorteile wären im Wesentlichen:

  • Weniger Kommunikationsprobleme zwischen Business und IT
  • Kürzere Realisierungszeiten IT-gestützter Geschäftsprozesse
  • Gestiegene Agilität des Unternehmens durch eine erhöhte Flexibilität der IT
  • Instrumente zur Echtzeitüberwachung und -steuerung von Geschäftsprozessen
  • Transparenz in den Abläufen durch Prozessmodelle, die garantiert der Realität entsprechen

Einige Stichpunkte erinnern sehr an die Vorteile, die man sich auch vom Einsatz serviceorientierter Architekturen (SOA) verspricht. Und tatsächlich hängt der Erfolg von SOA nach Einschätzung zahlreicher Experten auch von einem erfolgreichen Prozessmanagement ab.

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JAKOB FREUND
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