Warum Sie in Interviews nie die ganze Wahrheit erfahren: Fragen und Antworten

Kreativitätstechniken

Kreativitätstechniken kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn etwas Neues, Innovatives ermittelt werden soll. Entsprechend eignen sie sich vor allem für die Begeisterungsfaktoren aus dem Kano-Modell (vgl. erster Artikelteil).

Brainstorming und Brainstorming paradox

Brainstorming ist eine weithin bekannte Kreativitätstechnik und dient vor allem dazu, Ideen mehrerer Teilnehmer zu sammeln. Dabei werfen die Teilnehmer ihre Ideen zu einem vorgestellten Thema in den Raum und ein Moderator schreibt diese für alle sichtbar auf. Im Vordergrund steht dabei die strikte Trennung von der Ideenfindung und der Diskussion der Ideen. Denn während die Teilnehmer ihre Ideen einwerfen, dürfen diese nicht diskutiert werden. Dies ist erst möglich, nachdem alle Ideen gesammelt wurden, beziehungsweise eine vorgegebene Zeit abgelaufen ist.

Das Brainstorming paradox ist bezüglich der Vorgehensweise gleich dem normalen Brainstorming. Allerdings wird beim Brainstorming paradox das Thema umgekehrt, also das gegenteilige Thema abgefragt. Zum Beispiel könnte im Rahmen der Neuentwicklung der Homepage eines Unternehmens das Thema lauten: „Wie muss die Homepage gestaltet sein, damit möglichst wenige Menschen diese besuchen?“. Ziel dieser Art des Brainstormings ist es, die Ursachen von Problemen zu ergründen und herauszufinden, welche Ergebnisse in Zukunft vermieden werden sollen.

Erwarten Sie aber nicht, dass mit den Brainstormingmethoden sämtliche Anforderungen gefunden werden. Vielmehr dient das Brainstorming dazu, Optimierungspotenziale zu finden und um einen ersten Überblick über ein Thema zu erlangen. Mit dem Brainstorming paradox werden vor allem Gefahren und Risiken herausgearbeitet. Durch die Kombination beider Techniken (also einmal Brainstorming normal und dann paradox) werden beide Sichtweisen genutzt, um das Thema möglichst umfassend zu beleuchten.

Methode 6-3-5

Die Methode 6-3-5 unterscheidet sich vom Brainstorming vor allem in der Tatsache, dass jeder Teilnehmer für sich seine Ideen aufschreibt und zunächst nicht vor den anderen nennt.

Diese Ermittlungstechnik ist ursprünglich für sechs Teilnehmer gedacht. Jeder schreibt zu einem vorher festgelegten Thema drei Ideen auf ein Blatt Papier. Danach reicht jeder Teilnehmer sein Blatt an den nächsten Kollegen weiter. Dieser fügt seinerseits wiederum Ideen hinzu. So werden reihum immer mehr Ideen auf dem Blatt gesammelt. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass Ideen mehrmals auftauchen. Der große Vorteil gegenüber dem Brainstorming ist, dass die Ideenfindung sehr gut auf die verschiedenen Stakeholder verteilt wird. Das heißt, jeder schreibt für sich Ideen auf, während man beim Brainstorming die Ideen vor allen anderen Teilnehmern vortragen muss, was mitunter zu Hemmungen führen kann. Häufig hat man in einer Gruppe Leute, die viel reden, und ein paar zurückhaltende, ruhige Leute. In einem Brainstorming kommen die Ruhigen seltener zu Wort, wodurch das Ergebnis negativ beeinflusst wird. Das Problem tritt bei der 6-3-5-Methode nicht auf. Interessant ist diese Ermittlungstechnik auch, wenn es schwierig ist, die Teilnehmer zu einer Zeit an einen Ort zu bringen. Denn die 6-3-5-Methode ist auch per Mail durchführbar.

Beobachtungstechniken

Wenn es um das Ermitteln der Basisfaktoren des Kano-Modells eines Systems geht, ist man mit Beobachtungstechniken am besten aufgestellt. Diese sind zum Beispiel die Feldbeobachtung, das Contextual Inquiry und das Apprenticing.

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