Warum die Spieleindustrie Java nicht mag

Hartmut Schlosser

Gestern berichtete JAXenter über die Google API Challenge, in der bei den eingereichten Tron-Implementierungen auffallend wenige Java-Versionen vertreten waren.

Ob dies nun – wie einige Kommentatoren anmerkten – der größeren Erfahrung von C++-Programmierern im Spielebereich geschuldet ist oder der unvollständigen JVM-Unterstützung durch das bereitgestellt Starterpaket – oder vielleicht gar den lokalen Sprachgeschmäckern (in den deutschen Charts scheinen die Java-Versionen besser abzuschneiden), sei einmal dahin gestellt.

Fakt ist, dass Java nicht die typische Sprache ist, in der heute groß angelegte professionelle Spiele programmiert werden (gemeint ist natürlich nicht der Mobile-Bereich.). Weshalb dies so ist, wird auf dem Blog Catnap Lab diskutiert.

Zwei mögliche Gründe zählt der Blogger auf:

  1. Die mangelnde Verfügbarkeit der Java-Runtime. Nur das Mac OS X komme mit einem vorinstallierten Java daher, der Windows-Installer für Java sei furchtbar, etwa wegen des mitinstallierten und nervenden Update-Checkers. Auf Konsolen wie XBox oder Playstation wird Java ohnehin nicht unterstützt.
  2. Lösungsvorschlag:

    Java auf Windows-Plattformen erträglich machen.

    This could be partially remedied by making a silent, non-intrusive Java installer for Windows.

  3. Keine der Java IDEs sei in der Lage, ein fertig auslieferbares Programmpaket für eine bestimmte Plattform zu generieren – man erhalte immer nur Jars. Um Dinge wie Build-Skripts, Exe-Launcher, Programm-Icons etc. müsse man sich alleine kümmern – und dies koste viel Zeit.
  4. Lösungsvorschlag:

    IDE-Plug-ins für die Spiele-Entwicklung bereitstellen.

    This could be fixed by adding functionality (possibly in the form of an IDE plugin) for making a NSIS installer / Mac app bundle / a Linux RPM/DEB package with the JAR and the associated game assets included.

Weitere mögliche Gründe für die Zurückhaltung der Spieleindustrie bei Java werden in den Reddit-Kommentaren zu dem Blogposting diskutiert:

Kommentator „Innervision“ sieht das Hauptproblem etwa darin, dass die Entwicklerteams im Gaming-Bereich traditionell aus der C/C++-Ecke stammen. Dabei sei der Aufwand für das Schreiben von 3D-Code in C/C++ und Java in etwa derselbe. Wenn Java also hier keine massiven Vorteile biete, warum sollte eine Firma die bewährten Entwicklungsgewohnheiten über Bord werfen und plötzlich Java-Teams einstellen?

Aber vielleicht gibt es ja doch gute Gründe dafür, Spiele in Java zu entwickeln?

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Hartmut Schlosser
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