W-JAX 2013: Fünf Kernbotschaften an die Java-Community

Hartmut Schlosser

Der Begriff „Keynote“ bezeichnet im Kontext einer Konferenz einen herausragenden Vortrag, in dem Schlüsselthemen oder – thesen formuliert werden, die für alle Besucher von tragender Bedeutung sind und damit so etwas wie den Grundton einer Konferenz ausmachen. Auf der W-JAX werden ab Dienstag nächster Woche fünf Keynoter die Bühne betreten. Was sie zu sagen haben, sind die aus ihrer Sicht wichtigsten Kernbotschaften an die Java-Community:

Den Anfang macht Jeff Sussna, der sich als Gründer des Beratungsunternehmens Ingineering.IT auf den Bereich der IT-Innovationen spezialisiert hat. Den Konferenz-Dienstag eröffnet er mit seiner Keynote „Complex Adaptive Services: 21st-Century IT Strategies“, in der Regeln und Prinzipien aufgezeigt werden, mit denen Unternehmen den heutigen Anforderungen an Komplexität, Adaptierbarkeit und Service ihrer IT-Projekte gerecht werden. Laut Sussna ist es die Gesellschaft als ganze, die sich von einer Produkt-basierten hin zu einer Service-basierten Ökonomie bewegt – und die IT mit sich zieht: „These trends necessitate fundamental changes in the kinds of solutions we provide, and the practices we use to provide them.“

In der zweiten Dienstagskeynote „Using Software Modules – Welcome to Hell“ beleuchtet Yoav Landman von JFrog kritisch das architektonische Ideal der modulbasierten Entwicklung, für das es mittlerweile eine Reihe  unterschiedlicher Ansätze gibt. Leider habe sich der Trend zur Modularisierung horizontal entwickelt, kommentiert Landman, sodass eine Standardisierung von Best Practices noch nicht in Sicht sei. Und so würden in manchen Systemen die Fehler von früher wiederholt, was für Entwickler eine „tägliche Quelle für Agonie und Schmerz“ bedeute.

Innovation at the Edge of Business: achieving agility through API Management“ lautet der Keynote-Titel am Mittwoch. Raluca Khessin und Emmanuel Schmitt von Accenture bewerten neue Trends der IT-Szene, wie der Siegeszug der Apps, Cloud Computing und soziale Dienste, im Hinblick darauf, was sie für das Design von APIs bedeuten. Denn Schnittstellen werden immer mehr zum zentralen Integrations-Modell für IT-Systeme, um Kollaboration, Datenvermittlung und Kundenmanagement miteinander zu verbinden. Letztlich gehe es darum, mit innovativen Methoden und schnell anpassbaren Systemen die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. „Doch nur gute APIs zu haben, genügt nicht“, sagen die beiden IT Experten.

„We like Java, right?“ fragt Miko Matsumura zu Beginn seiner Keynote „Epic Win: How Developers will win the Eternal Battle with IT Operations„. Der Yale-Absolvent und langjährige Silicon-Valley-Veteran war bereits für Sun Microsystems tätig und bringt sein Wissen derzeit beim In-Memory Data-Grid-Anbieter Hazelcast ein, in den jüngst auch Spring-Gründer Rod Johnson investiert hat. In seiner Abend-Keynote am Mittwoch erklärt er, weshalb die Computergeschichte seit jeher als „Krieg zwischen Development und Operations“ zu sehen sei. Dabei geht er unter anderen auf die Themen Distributed Computing und Functional Programming ein.

Als Director und Softwarearchitekt bei ThoughtWorks sowie als Konferenzsprecher und Autor von Fachartikeln und -büchern gilt auch Neal Ford als internationale IT-Größe. Er erläutert in seiner Keynote am Donnerstag „Five Reasons you should care about Functional Programming„. Sein selbst gestecktes Ziel: sein Publikum davon zu überzeugen, dass es an der Zeit ist, den „comfort level“ mit den neuen Paradigmen der funktionalen Programmierung zu erhöhen.

 Hier die Keynotes der W-JAX 2013 im Überblick:

  • Complex Adaptive Services: 21st-Century IT Strategies
    am Konferenz-Dienstag (5. November) um 9:30 Uhr
    mit Jeff Sussna (Ingineering.IT)
  • Using Software Modules – Welcome to Hell
    am Konferenz-Dienstag (5. November 2013) um 14:15
    mit Yoav Landman (JFrog)
  • Innovation at the Edge of Business: achieving Agility through API Management
    am Konferenz-Mittwoch (6. November 2013) um 11:30 Uhr
    mit Raluca Khessin und Emmanuel Schmitt (beide von Accenture)
  • Epic Win: How Developers will win the Eternal Battle with IT Operations
    am Konferenz-Mittwoch (6. November 2013) um 17:30 Uhr
    mit Miko Matsumura (Hazelcast)
  • Five Reasons you should care about Functional Programming
    am Konferenz-Donnerstag (7. November 2013) um 11:30 Uhr
    mit Neal Ford (ThoughtWorks)

Die W-JAX 2013 beginnt am kommenden Montag, 4. November mit ihren Ganztagesworkshops. Das Hauptprogramm bietet von 5.11. bis 7.11. rund 150 Sessions in bis zu neun parallelen Tracks, bevor die Konferenz am Freitag, 8. November wieder mit vertiefenden Hands-on-Workshops beendet wird.

Das komplette Programm finden Sie unter http://jax.de/wjax2013/zeitplaner.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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