W-JAX 2013: Das sind die großen Themen

Hartmut Schlosser

Nächste Woche ist es soweit: Die W-JAX wird in München eröffnet. Hervorgegangen ist die W-JAX als kleine Schwester der JAX, wobei das W ursprünglich andeuten sollte, dass hier der Fokus auf Web-Technologien gelegt wird. Längst hat die Konferenz aber ein Eigenleben entwickelt und bietet eine ganze Bandbreite von Themen, mit denen es professionelle Java-Entwickler heute zu tun haben.

Wir von JAXenter und dem Java Magazin haben uns aktiv an der Gestaltung des Programmes beteiligt und zusammen mit unseren Advisorn die Themen gesetzt, die wir derzeit für relevant halten.

Fangen wir an mit den Kernthemen: Da ist natürlich das anstehende Java 8 Release mit seinen Neuerungen, das im Zentrum des Java Core Days stehen wird. Java EE, Spring, JSF erhalten ebenfalls jeweils einen ganzen Tag – was angesichts der Verbreitung dieser Technologien nicht überraschen sollte.

Aufhorchen lassen indes die Tage zu GWT und JavaFX:

So ist das Google Web Toolkit trotz einiger Unkenrufe nach dem Übergang von Google in ein unabhängiges Steering Committee immer noch eines der populärsten Projekte der Community, was wir an den guten Besucher-Zahlen auf Konferenzen und der Click-Freude auf JAXenter ablesen konnten. U.a. bringt uns Daniel Kurka von Google auf den aktuellen Stand der GWT-Entwicklung.

Einen ganzen Tag lang JavaFX als Thema ist ebenfalls nicht selbstverständlich. Kam das UI-Toolkit lange Zeit nicht aus den Startlöchern, so scheint es jetzt endlich gelungen, die Community zu überzeugen – und zwar damit, JavaFX als Swing-Ersatz zu positionieren, für den Entwickler nicht eine eigene Skript-Sprache zu lernen brauchen. In vier 90 Minuten langen Mitmachsessions zeigen Alexander Casall, Michael Thiele, Jose Pereda , Anton Epple  und Adam Bien Tipps und Tricks mit JavaFX.

Was haben wir noch als Big Topics identifiziert?

Nun, beispielsweise wird Big Data, also die Speicherung und Auswertung riesiger Datenmengen auf verteilten Systemen, mit Hadoop und NoSQL-Projekten wie Lucene, Cassandra und Neo4J von Java dominiert.

Wieder zurück ins Rampenlicht haben wir Scala geholt. Die Ruheperiode nach dem anfänglichen Hype hat der Sprache gut getan –  zu ihrem 10-jährigen Geburtstag ist die Zeit reif, um Scala als wirkliche Alternative auf der JVM ernst zu nehmen. Nicht nur die Sprache selbst hat sich stabilisiert, auch das Tooling und die Frameworks rund um Scala sind ein gutes Stück erwachsener geworden, was wir uns am Scala Day genauer anschauen werden.

Mit Android ist Java fast unverhofft in einen schier unerschöpflichen Jungbrunnen gefallen. Längst hat Android das ehemals vorherrschende iOS überholt – und dabei hat die Zukunft erst begonnen: Tablets, TV-Geräte, eingebettete Systeme werden dank Android auf absehbare Zeit mit Java laufen – eine lukrative Beschäftigungsquelle für Entwickler. 

Das Dauerthema Sicherheit ist mit dem Web Security Day vertreten – wie kommt man Hackern zuvor? Wir haben den Publikumsliebling „Live Hacking“ auf zwei Sessions erweitert, dabei wird wie immer gehackt und typische Probleme werden mit Beispielen veranschaulicht. Eine gute Gelegenheit, um über die Fehler anderer zu lachen – und dabei auch zu lernen, wie man eigene vermeidet.

Der Test & Quality Day geht der Frage nach erfolgreichem Test- und Qualitätsmanagement nach. Im Integration Day geht es um Apache-Integrationstechnologien wie CXF, Camel, Maven, Archiva und Karaf, die sich im Middleware-Bereich fest etabliert haben.

Continuous Delivery, Performance, Web Architecture, Business Process Management – mit diesen Themen können Sie sich ebenfalls je einen ganzen Tag lang befassen. Als Teil der Business-Technology-Tage haben wir gleich zwei Architecture Days platziert, in denen es um Cloud Computing, Schnittstellendesign und agile Architekturen geht.

Apropos Agile – natürlich darf der traditionelle Agile Day am Montag nicht fehlen, denn nach wie vor ist die Frage heiß, wie man Entwicklungsprozesse sowohl effizienter als auch menschlicher gestalten kann. Aktuell schließt sich hier die Frage an, wie die Erkenntnisse aus Agile auch auf den Bereich der Operations-Abteilung angewandt werden können. Tool-seitig sprechen wir hier von Continuous Delivery, im Prozess-Bereich hat sich die DevOps-Bewegung etabliert, die auch auf der W-JAX nicht fehlen darf.

Das war also ein Überblick über die großen Themen der Konferenz – natürlich bietet das Hauptprogramm noch zahlreiche weitere Schmankerl, die für Sie interessant sein könnten. Außerdem gibt’s am Montag und Freitag Ganztagesworkshops, von denen wir hoffen, Ihren Geschmack getroffen zu haben:

Schauen Sie doch mal rein 😉

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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