Von StudiVZ zur elastischen Datenbank: Crate gewinnt TechCrunch Award

Hartmut Schlosser
https://crate.io/

Das deutsche Startup Crate hat den Technologie-Preis des Portals TechCrunch gewonnen. Crate wurde auf der TechCrunch Disrupt Europe 2014 für seine Datenbanklösung Crate.IO ausgezeichnet, die das Aufsetzen verteilter Datenbank-Cluster über ein einfaches Interface ermöglicht. Wozu brauchen wir noch einen weiteren DataStore?

Was ist Crate?

Crate will nichts weniger als die Art und Weise revolutionieren, wie skalierbare Backends für Webanwendungen geschrieben werden. Das System kann direkt auf Applikationsserver installiert werden und sorgt selbständig für Datensynchronisation in Clustern, Sharding, Replikation und Skalierung. Ausgelegt ist Crate auf die Verarbeitung großer Datenmengen in Echtzeit.

Dabei verortet sich Crate nicht etwa als „weitere NoSQL-Lösung“, da Querys in gewohnter SQL-Syntax gefahren werden. Unterstützt werden tabellarische, binäre und unstrukturierte Daten. Echtzeitsuche wird durch das integrierte Elasticsearch bzw. Lucene unterstützt. Unter der Haube arbeiten zudem der NIO-Server Netty und der Facebook SQL Parser Presto. Wie diese Komponenten wird auch Crate selbst Open Source entwickelt.

Von StudiVZ zu Crate

Wie Crate-COO Christian Lutz auf Techcrunch ausführt, wurde Crate von der Leichtigkeit inspiriert, wie mit Elasticsearch verteilte Suchengines aufgesetzt werden können. Statt einen Mix aus verschiedenen Technologien für Datenspeicherung, Blobs und Analyse zu verwenden – etwa MongoDB, ElasticSearch und GridFS –, will Crate diese Elemente in einer leicht zu bedienenden Lösung vereinen.

Crate verfügt über eine eingebaute Administrierungsumgebung und kann Querys über ein Kommandozeilen-Interface durchführen. Unterstützt werden Linux, Mac OS X und Windows-Systeme, die mit Java 7 ausgestattet sind. Für den Kommandozeilen-Client wird Python benötigt.

Entstanden ist Crate aus den Erfahrungen des Entwicklerteams mit Big-Data-Kunden, zu denen u.a. das soziale Netzwerk StudiVZ gehörte. So steht etwa der ehemalige StudiVZ-CTO Jodok Batlogg an der Spitze des Crate-Projektes. Zur Open-Source-Variante von Crate bietet das Startup professionellen Support an, über den man sich auf der Projektseite informieren kann. 

Crate ist definitiv eine Lösung, die man im Auge behalten sollte. Einen Einblick in die elastische Datenkiste (engl. „crate“) gibt die folgende Präsentation der Crate-Macher vor dem TechCrunch-Panel (Hinweis: vorgeschaltete Werbung). Crate steht unter der Apache-2.0-Lizenz und kann in der aktuellen Stable Version 0.44.8 kostenlos heruntergeladen werden. Der Quellcode steht auf GitHub bereit. 

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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