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Interview mit Ben Uretsky

Von DevOps zu NoOps: „Infrastruktur sollte sich quasi selbst verwalten“

Redaktion JAXenter

Mit der Eröffnung eines eigenen Rechenzentrums in Frankfurt am Main hat der IaaS-Anbieter DigitalOcean zuletzt auch in Deutschland von sich reden gemacht. Im Interview mit JAXenter spricht Ben Uretsky, CEO und Mitgründer des New Yorker Start-ups, über die deutsche Entwicklerszene, die Konkurrenz auf dem IaaS-Markt und darüber, warum sich auch Entwickler für das Infrastruktur-Angebot von DigitalOcean interessieren sollten.

JAXenter: Vor Kurzem hat DigitalOcean ein eigenes Rechenzentrum in Frankfurt am Main eröffnet. Was ist Ihre Einschätzung der Trends, Bedürfnisse und Herausforderungen in der deutschsprachigen Entwickler-Szene?

Ben Uretsky: Deutschland erlebt im Moment einen Technik-Boom, ganz ähnlich wie wir ihn in den vergangenen Jahren in London beobachten konnten. Die Gesamtzahl der Entwickler in Deutschland entspricht in etwa der Anzahl aller Entwickler weltweit, die DigitalOcean aktuell nutzen. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich, dass Deutschland für uns eine große Community darstellt, die wir unterstützen wollen. Die beeindruckenden Start-ups aus Städten wie Berlin, München, Hannover zeigen, wie wichtig Deutschland für die weltweite Entwicklerszene ist.

Die Bedürfnisse und Herausforderungen der deutschen Entwickler sind nicht anders als die der Entwickler in anderen boomenden Regionen der Welt. Abgesehen von speziellen Datenschutzrichtlinien, die je nach Land variieren, wollen alle Entwickler doch eines: einen Infrastruktur-Anbieter, der unkompliziert ist, ein gutes Design und einen klaren Mehrwert bietet. Wir denken, dass eine Infrastruktur möglichst einfach sein sollte, nahezu bis zu dem Punkt, an dem sie sich selbst verwaltet. Dann haben Entwickler mehr Zeit, sich auf ihre Apps und Projekte zu konzentrieren.

JAXenter: Mit seinem Cloud-Server-Angebot und Server-Standorten auf mehreren Kontinenten richtet sich DigitalOcean an eine globale Entwickler-Community. Eine stabile und einfach zu bedienende Infrastruktur ist allerdings im Enterprise Business ebenso gefragt wie in Start-up-Unternehmen und in privaten Software-Projekten. An welche Entwickler richtet sich das IaaS-Angebot im Speziellen?

Ben Uretsky: Für uns kommen die Bedürfnisse individueller Software-Entwickler an erster Stelle. Ein Individuum hat ganz andere Anforderungen als ein großes Unternehmen. Größere Provider konzentrieren sich aber nicht auf den Einzelnen, sondern bieten in der Regel eine ganze Reihe von Service-Angeboten an, scheitern dann allerdings an der User Experience. Wir erreichen den einzelnen Entwickler wesentlich besser, indem wir uns auf Simplizität konzentrieren. Natürlich hoffen wir auch, dass DigitalOcean mit seinen Nutzern wächst und dass diese unsere Infrastruktur dann in ihre künftigen Start-ups und kleinen Unternehmen hineintragen.

Die wahre Herausforderung für uns wird sein, dass wir auch weiterhin stark gefragte Features entwickeln, die sowohl die Anforderungen großer Unternehmen erfüllen und sich zeitgleich auf Simplizität und User Experience konzentrieren.

JAXenter: Nicht nur auf dem europäischen Markt sind Amazon Webservices und Microsoft Azure ganz vorne dran, was die Bereitstellung von Infrastruktur in der Cloud angeht. Wie will das Start-up DigitalOcean da mithalten?

Ben Uretsky: Genau so wie die beiden genannten Unternehmen ist auch DigitalOcean ein führendes Unternehmen im Bereich der Cloud-Infrastruktur-Provider. Wir halten uns nur in einem anderen Marktsegment auf. Es ist nicht weiter überraschend, dass Anbieter für große Unternehmen mehr im Rampenlicht stehen. Aber wenn man sich die Zahlen ansieht, wächst DigitalOcean weiterhin exponentiell. Ich will Ihre Frage nicht umgehen, aber wir sehen uns nicht als direkte Wettbewerber von AWS und Azure. Wir konzentrieren uns auf einfache Innovationen, die am Ende dem einzelnen Software-Entwickler nützen.

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JAXenter: Das Thema Infrastruktur gilt als klassisches Feld der Operations-Abteilung. Warum ist DigitalOcean dennoch ein Produkt für Developer?

Ben Uretsky: Wir sind der Ansicht, wenn unsere Plattform einfach genug ist, können Entwickler ihre Anwendungen bequem aufspielen und skalieren. Wir haben ein wunderbares Control Panel konzipiert, mit dem Entwickler ihre Server managen können. Unsere Community bietet zudem eine ganze Menge Tutorials und Antworten zu vielen Fragen, wodurch sich Entwickler ganz leicht weiterbilden können, um ihre jeweiligen Projekte perfekt im Griff zu haben.

JAXenter: Container-Technologien wie Docker sind gerade dabei, das Ausliefern von Software grundsätzlich zu vereinfachen. Wie trägt Digital Ocean diesem Trend Rechnung?

Ben Uretsky: Wir bieten auf unserer Plattform Docker als sogenannte „1-Click Application“ an, damit jeder Entwickler, der Docker testen möchte, das ganz einfach auf unserer Infrastruktur machen kann; und zwar mit nur einem Klick. Wir sind auf jeden Fall der Meinung, dass Container-Technologien ein wichtiger Trend sind, weshalb wir auch kontinuierlich führende Technologien evaluieren und wann immer möglich in unsere Plattform integrieren.

Aufmacherbild: Program and sea @shutterstock.com / Urheberrecht: takahashi_4

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