W-JAX Blog

Von Agile zum Business Enterprise Architect – oder dem "Businessversteher"

Carsten Sensler
Carsten Sensler

Der Agile Day der W-JAX am Montag war eine schöne Erfahrung. Nicht nur, weil wir im großen Saal waren und ich meine schmerzhaften Erfahrungen bzgl. SPEED in der Produktentwicklung und meine persönliche Lern-Kurve mit einer großen Anzahl an Besuchern teilen durfte, sondern auch weil wir zum Ende des Tages eine tolle Podiumsdiskussion mit den verschiedenen Speakern hatten.

Dabei wurde zum einen intensiv diskutiert, wie man objektiv Messgrößen definiert. Dabei vertrete ich klar den Standpunkt, dass eine Messgröße nicht objektiv sein muss, sondern nur zwischen den Beteiligten abgestimmt sein sollte und für sie die entsprechende Transparenz liefern muss. Es gibt hierbei sicher keine allgemeingültige Lösung. Aber wenn die direkt Betroffenen sich auf eine oder mehrere Messgrößen verständigt haben, so ist dies der Schritt in die richtige Richtung.

Zum anderen wurde sehr kontrovers diskutiert, ob und wie stark eine Architektur designed und dokumentiert werden muss, wobei auch hier für mich sehr klar ist, dass es stark Kontext-bezogen ist. Auch hier gibt es keine generelle Empfehlung. Ich denke, dass es in einem Start-Up-Umfeld, in dem es auf Geschwindigkeit im Sinne von Time2Market oder Produktverfügbarkeit geht, keiner dezidierten Architektur-Designphase bedarf. Das hat natürlich den Nachteil, dass man es sicherlich zu einer späteren Phase nachholen muss. Bewegt man sich aber eher in einem Umfeld, in dem ein langlebiges System entwickelt werden soll, sieht das wieder anders aus.

Der erste Tag wurde abgerundet durch die Welcome Reception mit einem sehr leckeren Buffet in einem typisch bayrischem Wirtshaus.

Am Dienstag hatte ich meine zweite Session „BEA – Business Enterprise Architect – oder „Der Businessversteher““ und ca. 60 Besucher, die als Business-Enterprise-Architekten „ausgebildet“ waren. Es war eine tolle Session mit vielen Inhalten und auch einer sehr kritischen und offenen Diskussion am Ende. Ich habe hierbei erneut neue Erkenntnisse gewonnen und neue Denkanstöße, die ich sicherlich bis zur JAX in 2015 in den entsprechenden Sessions eingearbeitet haben werde.

Insbesondere hat mich die Diskussion über die Zusammenhänge der verschiedenen vorgestellten Werkzeuge mitgerissen. Man konnte an den Augen der Besucher erkennen, dass sie die Zusammenhänge mit zunehmender Dauer der Session gesehen haben. In diesem Kontext werde ich aber meinen Vortrag schärfen und die Zusammenhänge stärker herausarbeiten.

Ein zweiter sehr interessanter Aspekt waren die Diskussionen rund um die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen meiner Masters Arbeit. Die Lösungsansätze aus meinem Vortrag sind teilweise aus dem wahren Leben entstanden und aus Erfahrungen in anderen Projekten bei unterschiedlichen Kunden. Gestützt werden diese Aussagen durch eine quantitative wie qualitative wissenschaftliche Untersuchung, in der ca. 17 Experten-Interviews geführt, 6 Case-Studies analysiert sowie eine Umfrage mit ca. 950 Antworten durchgeführt wurde.

Den Rest das Tages habe ich in unendlich vielen spannenden und interessanten Diskussionen verbracht. Leider musste ich mich zwischendurch ausklinken, weil die Arbeit rief. Am Dienstag Abend habe ich dann München und somit die W-JAX leider verlassen müssen, weil nach dem Vergnügen die Pflicht wieder auf dem Programm stand.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich für meinen Teil die zwei Tage W-JAX als sehr gelungen empfinde und ich mich riesig auf die kommende JAX freue. Auch möchte ich mich bei meinem Co-Speaker, Andre Karalus, für unseren gemeinsamen Auftritt am Montag bedanken.

Die Atmosphäre der W-JAX in der fantastischen Location hat mich erneut überzeugt. Ich finde es einfach schön, in dem Hotel „oben“ zu schlafen und „unten“ die Konferenz zu haben. Loben möchte ich auch die ständige Versorgung mit Kalorien……verhungern und verdursten konnte man nicht 🙂

Sollten sie noch Fragen oder Anregungen bzgl. der Sessions haben, so bin ich unter carsten (at) artofarc (dot) com erreichbar.

Carsten Sensler ist als Geschäftsführer von ArtOfArc tätig und betreut verschiedene Kunden in der strategischen Management Beratung.Er war bis zum 31.12.2013 Angestellter eines großen europäischen Telekommunikationskonzern aus Bonn als Vice President „Technology and Architecture“ im Konzerngeschäftsfeld „Bildung“ tätig. Vorher arbeitete er als Group Enterprise Architect. Dort war er verantwortlich für die Ausgestaltung der Zielarchitektur und deren internationalem Alignment mit den Landesgesellschaften. Vor seiner Zeit als Enterprise Architekt war er innerhalb der Enterprise Integration verantwortlich für die konzernweite Standardisierung einer SOA Infrastruktur (SOA Backplane inkl. CEISeR).

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