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Außerdem: Deutsche Bank bringt Mobile Payment nach Deutschland

Inside IoT: Vollautomatisiertes Fahren, Android Wear 2.0 mit Verspätung & Vibrator 4.0

Mascha Schnellbacher

© Shutterstock.com / adadem

Die Highlights aus dem IoT-Universum: In dieser Woche beschäftigen wir uns mit dem vollautomatisierten Fahren in Deutschland, den Gründen für die Verspätung von Android Wear 2.0, der neuen Partnerschaft zwischen Microsoft und Casio sowie dem Mobile Payment der Deutschen Bank. Außerdem in dieser Ausgabe: der Vibrator 4.0 und dessen Sicherheitsmängel.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Bahn frei für vollautomatisiertes Fahren

Ende letzter Woche hat der Bundestag eine Änderung des Straßenverkehrgesetzes beschlossen, dass in Deutschland den Weg für das automatisierte Fahren frei macht. So dürfen Autofahrer nun ausdrücklich Nebentätigkeiten nachgehen, wenn ihr Fahrzeug auf Autopilot fährt. „Der Fahrzeugführer darf sich während der Fahrzeugführung mittels hoch- oder vollautomatisierter Fahrfunktionen […] vom Verkehrsgeschehen und der Fahrzeugsteuerung abwenden„, heißt es im Änderungsantrag, auf den sich Union und SPD im Verkehrsausschuss geeinigt haben.

Voraussetzung ist aber, dass der Fahrer die Fahrzeugsteuerung unverzüglich übernimmt, „wenn er erkennt oder auf Grund offensichtlicher Umstände erkennen muss, dass die Voraussetzungen für eine bestimmungsgemäße Verwendung der hoch- oder vollautomatisierten Fahrfunktionen nicht mehr vorliegen“. Diese Umstände müssen vom Fahrer aber deutlich erkennbar sein, auch wenn er etwa Mails bearbeitet.

Im Fall eines Unfalls haftet übrigens noch immer der Fahrzeugführer, also der Autofahrer, auch wenn er nicht selbst fährt. Noch muss der Bundesrat dem Gesetz zustimmen, und auch die genauen Zulassungskriterien für solche Autos müssen noch von internationale Gremien festgelegt werden.

Android Wear 2.0 kommt später

Man ist es ja langsam schon gewohnt: Die Auslieferung von Android Wear 2.0 verzögert sich weiter. Grund für die Verspätung ist diesmal laut Google ein noch nicht behobener Bug, der erst im Release-Prozess entdeckt wurde. Deshalb erhalten zuerst nur drei Smartwatches das neue Betriebssystem: Fossil Q Founder, Tag Heuer Connected und Casio Smart Outdoor Watch WSD-F10. Nutzer anderer Uhren wie der Moto 360, der ZenWatch oder der Nixon Mission müssen sich hingegen noch gedulden. Ursprünglich war das Rollout übrigens mal für den 15. Februar geplant…

Microsoft und Casio partnern

Apropos Casio-Smartwatch: Microsoft und Casio – beide jetzt nicht unbedingt für ihre Expertise auf dem Gebiet Smartwatch bekannt – haben einen Patentdeal abgeschlossen. Casio setzt in seinen Outdoor-Uhren WSD-F10 und WSD-F20 nämlich auf Technologien, auf die Microsoft das Patent hält. Aus diesem Grund wurde jetzt ein Lizenzabkommen geschlossen. Immerhin bekommt Microsoft so zumindest ein kleines Randstück vom Smartwatch-Kuchen ab.

Deutsche Bank bringt Mobile Payment nach Deutschland

Die Deutsche Bank bringt im April als erste deutsche Bank ein mobiles Bezahlverfahren, das flächendeckend verfügbar und an mehr als 80.000 Akzeptanzstellen nutzbar ist. Mit der zugehörigen App „DB Mobile Banking“ für Android ermöglicht die Deutsche Bank ihren Kunden – ein entsprechendes Smartphone mit NFC-Funktion und Android ab Version KitKat vorausgesetzt – mit dem Smartphone mobil an einem der 80.000 kontaktlosen Kartenterminals in Deutschland und an über 200.000 Akzeptanzstellen weltweit zu bezahlen. Für iPhone-Nutzer gibt es die App erstmal nicht.

Ob sich das Verfahren durchsetzen wird, ist allerdings fraglich. Denn in die Deutschland schreitet die Akzeptanz von Mobile Payment nur recht zögerlich voran. Wie eine Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt, kann sich nur rund ein Drittel der Smartphone-Nutzer vorstellen, kontaktlos zu bezahlen oder hat das auch schon getan. Gründe, die gegen das mobile Bezahlen sprechen, sind Sicherheitsbedenken (73 Prozent), Unwissenheit (36 Prozent) und fehlende Vorteile gegenüber anderen Bezahlverfahren (22 Prozent).

Vibrator 4.0

Dass man im IoT wirklich alles vernetzen kann, ist mittlerweile wohl jedem klar. Dass das mitunter eine ganz schön blöde Idee ist, auch. Neuestes Beispiel: Sexspielzeug. So sammelte etwa der Vibrator We-Vibe ohne Einwilligung der Nutzer hochsensible Daten. Das führte dazu, dass der Hersteller jedem Kunden 10.000 Dollar Schadenersatz zahlen musste. Doch damit nicht genug.

Schlimmer geht immer: Denn der Vibrator Siime Eye sammelt womöglich nicht nur Daten, sondern verfügt auch über eine Webcam, die es Nutzern ermöglicht, ihre „love through pictures and videos“ aufzuzeichnen. Die Daten werden dabei natürlich ins Internet übertragen. Per se schon mal eine spitzen Idee.

Jetzt haben Sicherheitsforscher herausgefunden, dass der Vibrator auch noch von Werk aus richtig unsicher ist: Das Gerät hat einen eingebauten Wi-Fi-Server, der nicht nur leicht zu hacken, sondern auch nur über ein Standardpasswort geschützt ist. Gut, das könnte man ja ändern, allerdings sind die Zugangsdaten hard-coded… Aber das reicht immer noch nicht: Die IP-Adresse ist statisch, sodass jeder online nachvollziehen kann, wo sich der Vibrator(-Nutzer) befindet. Gesamturteil: nicht befriedigend.

Geschrieben von
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher studierte Buchwissenschaft und Deutsche Philologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Juni 2015 arbeitet sie als Redakteurin in der Redaktion des Entwickler Magazins bei Software & Support Media. Zuvor war sie als Lektorin in einem Verlag sowie als freie Editorin tätig.
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