VMforce soll endlich einen Weg in die Public Cloud bieten

Claudia Fröhling

Kürzlich haben VMware und Salesforce ihre Partnerschaft an einer Enterprise-Java-Cloud namens VMforce bekanntgegeben. VMforce nutzt die Infrastruktur von Force.com für seine Virtualisierungssoftware vSphere mit einem speziellen vCloud-Layer (Cloud-Management-Technik). Über diesem Layer laufen Instanzen des SpringSource tc Servers. Spring-Anwendungen sollen ihre Daten in der Datenbank von Force.com speichern können. Wir sprachen mit Adam Fitzgerald, Director of Developer Relations bei SpringSource.

JAXenter: Letztes Jahr gab SpringSource die Verfügbarkeit einer neuen Cloud-Computing-Plattform namens Cloud Foundry bekannt. Welche Zielgruppe wollen Sie nun mit VMforce erreichen?

Adam Fitzgerald: Vieles von der Arbeit, die wir für die Cloud Foundry erledigt haben, ist in VMforce eingeflossen: zum Beispiel das Bauen eines integrierten Stack bestehend aus einem Web Server und einem Application Server aufsetzend auf eine Virtualisierungsschicht mit Entwicklerwerkzeugen, die der Desktop-Entwicklung sehr nahe kommen. Der größte Unterschied ist die Infrastruktur, die bei VMforce von Force.com und bei der Cloud Foundry von vCloud oder Amazon EC2 bereitgestellt wird. Dieser Unterschied ist sehr wichtig, denn Force.com ist führend in der Cloud-Database-Technologie und eine verlässliche Cloud-Plattform für Enterprise-Application-Apps, mit über 72.500 Kunden, die ihre wichtigsten Apps und ihre sensibelsten Daten dort speichern. Für Entwickler der Force.com-Plattform bietet VMforce einen Zugang zu Spring und Java, die wiederum eine offene Plattform mit bewährter Produktivität und Skalierbarkeit bieten. Für Java-Entwickler wiederum, wird VMforce einen Ort bieten, um ihre Anwendungen mit einer kampferprobten Enterprise-Cloud-Datenbank laufen zu lassen, die eingebaute Enterprise-Funktionen wie Reporting, Suche, Administration und Sicherheit bietet.

JAXenter: Replay’s Java-Technologie-Umfrage hat ergeben, dass nur eine kleine Prozentzahl der Teilnehmer planen, in die Cloud zu deployen. Warum konzentriert sich VMware/SpringSource jetzt so stark auf diesen Markt?

Adam Fitzgerald: Für mich gibt es zwei Gründe für das Ergebnis dieser Umfrage. Traditionell wurde Enterprise Java immer in ein Datencenter deployed, es gibt immer noch eine große Nachfrage nach dieser Lösung. Außerdem hatten Java-Entwickler bis jetzt keinen klaren Weg in die Cloud, denn keiner der Java-Anbieter hatte bisher eine öffentliche Java-Cloud angeboten, die technisch nutzbar war. In den Gesprächen mit Kunden und mit der Community hat VMware/SpringSource ein paar interessante Dinge über diese beiden Gründe herausgefunden. Erstens ändert sich der Charakter des traditionellen Datencenters – Virtualisierung hatte einen großen Einfluss darauf, wie Firmen ihre IT-Investitionen beurteilen und viele Organisationen planen nun ihre eigenen internen Elastic-Computation-Umgebungen oder Private Clouds. Zweitens wollen Java-Entwickler Public Clouds nutzen, aber sie wollen nicht als IT-Administratoren fungieren, damit es läuft – sie wollen eine Cloud-Option die leichter zu handhaben ist als ihr existierendes IT-System. VMware ist schon Industrieführer auf dem Gebiet, Kunden beim Erstellen von Private Clouds zu helfen und mit den Partnerschaften wie VMforce, glauben wir, für Java-Entwickler endlich einen klaren Weg in die Public Cloud bieten zu können.

JAXenter: Was haben Force.com (proprietär) und Spring (standard-orientiert) gemeinsam?

Adam Fitzgerald: Force.com und VMware/SpringSource haben die selbe Vision – dass Cloud Computing die IT vereinfachen und die Kosten und die Komplexität des Bauens und Laufens von Business Apps reduzieren kann. Force.com bietet einiges an Expertise auf dem Gebiet an, wie man ein hohes Maß an Enterprise-Cloud-Database handhaben kann und Spring bietet ein sehr produktives und populäres Entwicklungsframework für Enterprise Java an. Die sich ergänzenden Technologien, die Expertise und die Communities jeder Firma legten es nahe, eine Enterprise Java Cloud anzubieten.

JAXenter: Wie wichtig ist das SpringSource-Portfolio für die neue VMware-Cloud-Strategie?

Adam Fitzgerald: VMware hat viel Interesse an der Cloud und zwar auf verschiedenen Ebenen, angefangen bei der Infrastrucuture as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) bis hin zu Software as a Service (SaaS). Die SpringSource-Technologie liefert einen wichtigen Teil der PaaS-Schicht und hilft Unternehmen dabei, traditionelle Auslastungen mit dem SpringSource tc Server und Hyperic HQ zu meistern. Enterprise Java bietet die populärste Plattform für da Bauen von angepassten Business-Anwendungen und Spring wird in den meisten dieser Anwendungen genutzt. Mit VMforce wird Spring jetzt auch eine gute Wahl für Java-Entwickler, die Cloud-Anwendungen entwickeln wollen. Die SpringSource-Abteilung bei VMware ist begeistert, zentral an der Cloud-Strategie von VMware mitzuarbeiten.

JAXenter: Wie wird VMforce die Arbeit von Entwicklern, Administratoren und Managern verändern?

Adam Fitzgerald: Ein Ziel von VMforce ist es, die Entwicklungspraxis dem gewohnten Desktop-Server-Entwicklungsprozess, den Java-Entwickler jeden Tag nutzen, so ähnlich wie möglich zu gestalten. Das bedeutet, dass Entwickler sehr wenig an ihrem Arbeitsverhalten ändern sollten. Da VMforce eine komplette Platform as a Service bieten wird, werden viele administrativen Verantwortungen mit der Force.com-Konsole lösbar sein. Das beinhaltet die Benachrichtigung über Datengrenzen, automatisches Skalieren und Disaster Recovery sowie Application Reporting und Diagnose. Der volle Umfang des Administrator-Interfaces wird erst noch bestimmt, so dass es vielleicht noch alternative Wege geben wird, um mit den Administrator-Tools zu arbeiten, wenn man sich mit der Force.com-Konsole noch nicht auskennt.

JAXenter: Wie sehen die nächsten Schritte für VMforce aus?

Adam Fitzgerald: Die Entwicklerteams bei Salesforce und VMware arbeiten hart daran, die Integration, die wir beim Announcement am Dienstag gezeigt haben, zu erweitern. Auch wenn der Prototyp einen Eindruck davon vermittelte, wie VMforce arbeiten wird, muss noch viel gearbeitet werden um sicherzustellen, dass alles in dem Ausmaß funktioniert, wie wir es erwarten und dass es eine nahtlose Erfahrung wird, die Entwickler erleben wollen. Die öffentliche Developer Preview ist für die zweite Hälfte 2010 vorgesehen und wird die Erfahrungen und Informationen in den Service und seine Tools einfließen lassen, die sich am Dienstag bei der Vorschau ergeben haben. Es wird sicherlich viele Detailfragen und Diskussion um VMforce in den nächsten Monaten geben, daher sollte jeder Interessierte sich auf VMforce.com registrieren, um über die neuesten Updates und News informiert zu sein.

Adam Fitzgerald ist Director of Developer Relations bei SpringSource und hat weitreichende Erfahrung im Enterprise-Java-Community-Management. Vor SpringSource betreute Adam BEAs dev2dev-Community und war Produkt-Evangelist, Technology Educator und Speaker für BEAs WebLogic-Produkte.

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Claudia Fröhling
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