Beyond DevOps

Vier Schritte, wie DevOps- und Agile-Teams wirklich erfolgreich werden

Hartmut Schlosser

(c) Shutterstock / St22

Wie misst man als Entwickler eigentlich seinen Erfolg? 1. Ein Projekt fristgerecht fertig gestellt? 2. Möglichst gut wartbare Software geschrieben? 3. Ein Produkt mit exzellenter User Experience abgeliefert? Die Antwort auf alle drei Optionen lautet: Nein!

Irgendwie sind alle drei (und bestimmt noch mehr) der oberen Kriterien wohl Anzeichen für den „Erfolg“ eines Entwicklers. Doch auf die Frage, wie man diesen Erfolg tatsächlich MESSEN kann, taugen sie nicht. Wenn man nicht gerade einem Kunden für einen Festpreis eine Software gebaut hat, ist es nämlich gar nicht so einfach, den Business Value seines Projektes für das Unternehmen zu beziffern, für das man arbeitet.

Wie man Erfolg misst

Dass dies nach all den Schlachten und Diskussionen um effiziente Technologien, agile Methoden, DevOps & Co. noch so ist, beklagt Matt Lyteson auf dem Red Hat Developer Blog. Nur sehr wenige Projekte können seiner Erfahrung nach den echten Wert für ein Unternehmen konkret ausdrücken – meist bleibt es bei vagen Beschreibungen wie „Verbesserung des unternehmensweiten Datenzugriffs.“

Lyteson schlägt ein Gedankenexperiment vor, das er dem Gesundheitswesen entlehnt: Eine Gruppe von 5000 Patienten mit Bluthochdruck wird einer bestimmten Kur unterworfen. Wenn sich nach einer definierten Zeit der durchschnittliche Blutdruck gesenkt hat, gilt die Kur-Methode als erfolgreich und erhält einen Bonus. Wenn das Ziel nicht erreicht wird, wird der Bonus gestrichen.

Im Gesundheitswesen ist eine solche Vorgehensweise als „Accountable Care“ bekannt. Doch was hat das mit IT zu tun?

Accountable Care for IT

Nun, zumindest sind hier einige Dinge gegeben, die in IT-Projekten typischerweise fehlen:

  • ein messbares Ergebnis, das einen echten Wert erzeugt (Senkung des Blutdrucks)
  • ein zeitliches Limit
  • ein Anreiz, intelligenter statt härter zu arbeiten

Dies übertragen auf die IT würde bedeuten, dass ein Projektteam nur bezahlt wird, wenn ein vorgegebenes Unternehmensziel erreicht wird. „Accountable Care for IT“, nennt Lyteson das und stellt die Fragen: „Würde ein solches Projekt genauso abgewickelt wie ein traditionelles? Welche Chancen für schnelle Innovation würden sich ergeben? Wären solche Projekte „erfolgreicher“?

Beyond DevOps

Nun bewegen wir uns hier im Land des „Würdens“ – doch was kann man konkret mit diesem Gedankenspiel anfangen? Lyteson schlägt 4 einfache Maßnahmen vor, die helfen sollen, die Ergebnisse von DevOps- und Agile-Teams zu verbessern:

  1. Man sollte stets zusammen mit dem Management so konkrete Business-Ziele wie möglich formulieren, die mit einem Projekt erreicht werden sollen – konkret bedeutet vor allem: messbar!
  2. Man sollte einen genauen Rahmen von Anforderungen vorgeben, beispielsweise Zeitraum, High-Level-Technologien, Sicherheitsbedürfnisse. Der Rahmen darf sich allerdings nur auf unabdingbare Business-Anforderungen beziehen.
  3. Der Fortschritt im Projekt sollte regelmäßig gemessen werden: Beispielsweise können Meilensteine definiert werden, die es zu erreichen gilt.
  4. Innerhalb des vorgegebenen Rahmens sollte das Team alle Freiheiten haben, das Business-Ziel zu erreichen.

Messbare Erfolge und innovative Lösungen verspricht sich Lyteson von einem solchen Ansatz – und zwar zu einem Grad, den reines Agile- und DevOps-Denken nicht imstande sei zu leisten.

Ist die Argumentation schlüssig? Im Grunde geht es Lyteson um eine Erweiterung der Kommunikationskette von Entwicklern über Admins bis in die Management- und Unternehmensführungsebene, damit Abteilungsdenken der Art „Wir haben Euch aber doch den fliegenden Toaster gebaut, den Ihr spezifiziert habt“ keine Chance hat.

Stellt sich dann die Frage: Wie durchgängig sind die Kommunikationswege in Ihrem Unternehmen?

Aufmacherbild: businessman on the road to success in business von Shutterstock / Urheberrecht: St22

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. #java #eclipse #devops #machinelearning #seo. Zum Lächeln bringen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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