Viel Lärm um nichts: Twitter ändert Cassandra-Strategie

Claudia Fröhling

Das Entwickler-Team von Twitter sorgte am Freitag mit einer überraschenden Meldung für Aufsehen in der Java-Community: In einem Blogeintrag erklärte man, für die Speicherung von Tweets nicht Cassandra, sondern eine MySQL-basierte Speicherung zu nutzen. Trotzdem sei Cassandra wichtig für Twitter, zum Beispiel in Punkto Data Mining oder für Geo Location. „We’re investing in Cassandra every day. It’ll be with us for a long time and our usage of it will only grow“, heisst es im Blog.

Das Open-Source-Datenbankverwaltungssystem Apache Cassandra zählt zu den Big Players im NoSQL-Markt im Moment. Das Cassandra-Projekt ist eine Art hybride, hoch skalierbare Open-Source-Datenbank. Das Projekt wurde von einem der Autoren des Dynamo-Papiers entworfen und 2008 von Facebook an die Apache Software Foundation übergeben. Sie basiert auf Googles BigTable-Datenmodel, wobei sich die Infrastruktur an dem Dynamo-Papier orientiert. Da die Daten in Spalten gespeichert werden, besitzt Cassandra etwas mehr Struktur als einfache Key/Value-Datenbanken.

Über das Wochenende sang manch einer auf Twitter einen Abgesang auf Cassandra oder gar die ganze NoSQL-Bewegung. Dabei ist die Entscheidung von Twitter durchaus nachvollziehbar: Twitter hatte in letzter Zeit mit einigen Problemen zu kämpfen, warum gerade in dieser schwierigen Zeit sich von etwas Bewährtem trennen?

A firestorm of accusations circled around recently saying that Cassandra, the elected-by-major-adopters emperor of the NoSQL movement, has no clothes. It was said Twitter was dumping Cassandra; Reddit outages were linked to Cassandra; and even Facebook, Cassandra’s cradle of birth, was said to have abandoned Cassandra. Shouts of NoSQL Fail! were heard in the streets. Much gloating followed. Is the emperor really naked? Casually dressed maybe, but not naked. (Todd Hoff)

Viel Lärm um nichts: Cassandra bleibt für Twitter wichtig, nur das Sichern der Tweets wird die NoSQL-Datenbank nicht übernehmen. Also alles halb so schlimm, oder?

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Claudia Fröhling
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