Very Awesome Microservices Platform

Neue Microservice-Plattform VAMP: Quelloffene Steuerzentrale für Containerplattformen

Geertjan Wielenga

© Shutterstock.com/Stacey Ann Alberts

Spricht man Olaf Molenveld, CEO und Mitbegründer der Amsterdamer Firma Magnetic.io, auf Container und Microservices an, wird er antworten, dass diese perfekt zusammenpassen. Allerding gibt es nach wie vor einige Komplikationen – die neue Plattform VAMP (Very Awesome Microservices Platform) versucht, diese auszubügeln.

„Container und Microservices: die perfekte Verbindung, ein göttliches Team!“ Olaf Molenvald gerät augenblicklich ins Schwärmen. Das Versprechen: Durch die Kombination von Container und Microservices erhält man das Beste aus beiden Welten – schnelles Deployment, einfache Microservices-Orchestrierung, Testing und Skalierbarkeit. So besteht z.B. für Administratoren nicht länger die Notwendigkeit, Knoten bereitzustellen. Stattdessen reicht es, eine Konfigurationsdatei zu ändern oder ein RESTful API zu nutzen, und schon hat man seinen Service von einer auf zehn Instanzen hochskaliert.

Natürlich sind damit nicht alle Komplexitäten verschwunden. „Innovation wird durch Verminderung von Risiken angeregt“, meint Molenveld. Die Containerisierung mag durch die Bereitstellung identischer Umgebungen Continuous-Delivery-Pipelines ermöglicht haben, die Einführung von Microservice-Architekturen jedoch wirft eine Menge neuer Probleme auf. Die Very Awesome Microservices Platform (VAMP), Magnetic.io’s quelloffene Steuerzentrale für Containerplattformen, will sich dieser Probleme annehmen.

VAMP

VAMP zielt darauf ab, die Schwierigkeiten komplexer und kritischer (Micro-)Services-Architekturen zu beheben, indem eine plattformagnostische Microservices-DSL zur Verfügung gestellt wird. Hinzu kommen Features für A/B-Tests, Canary Releases, Autoskalierung, eine integrierte Metrics- und Event-Engine sowie diverse Dashboards.

Vom E-Commerce zum Microservice/Containermanagement

„Zunächst war es die Idee, eine E-Commerce-Plattform anzubieten, die auf einer Container- und Microservice-Architektur basieren würde“, sagt Molenveld. Ungefähr 2014 begann Magnetic.io damit, diese Plattform mittels Microservices und Conrtainer zu erstellen. Sie erwies sich als skalierbar und realisierte außerdem eine Reihe von Ideen hinsichtlich der Plattformorchestrierung, die nicht nur für an E-Commerce-Plattformen interessierte Unternehmen attraktiv waren.

Speziell die integrierte Unterstützung von Canary Releases sowie die Autoskalierung erregten Aufmerksamkeit, insbesondere da es schwierig zu sein scheint, eine kohärente Infrastruktur um das Canary Releasing – der vorsichtigen Veröffentlichung von Änderungen für einen kleinen Teil der User vor der Übernahme auf die komplette Infrastruktur – herum aufzusetzen. VAMP enthält nicht nur Techniken und Dashboards für diese Art von Release, sondern liefert auch ein Tutorial mit, das erklärt, wie man sie aufsetzt.

Mit oder ohne Microservices

Auf Meetups und anderen Entwicklerevents wurde Molenveld immer wieder danach gefragt, ob VAMP selbst als Projekt erhältlich ist bzw. käuflich erworben werden kann. Auf diese Weise etablierte sich VAMP als eigenständiges Produkt, das es Kunden ermöglicht, auf seiner Grundlage eigene Microservice- und Container-basierte Lösungen aufzubauen. Heute konzentrieren sich Molenveld und sein Team fast ausschließlich auf VAMP. Weil sie ihnen einen soliden Eindruck vom Zustand containerisierter, monolithischer Applikationen verschafft und gleichzeitig Softwareupgrades ohne Downtimes ermöglicht, interessieren sich mittlerweile sogar Unternehmen ohne Microservices-Bedarf für die Technologie.

Im Gegensatz zu vergleichbaren Konkurrenzprodukten ist VAMP anbieterneutral: Seine Treiber wurden gegen Technologien wie etwa Mesos/Marathon, Docker und Kubernetes entwickelt und es verfügt über APIs, mit denen es möglich ist, ähnliche Tools zu erstellen. VAMPs Hauptaugenmerk liegt weniger auf der Bereitstellung betreffender Features auf Maschinenebene, sondern vielmehr auf High-Level-Features, wie etwa der Autoskalierung und dem Canary Testing. Die Entwicklung von VAMP wird von einem kleinen Team in Amsterdam sowie einer Reihe von Partnern auf der ganzen Welt vorangetrieben. Gearbeitet wird dabei vor allem an proprietären, kommerziellen Modulen mit Fokus auf graphischen Dashboards, eigenständigen Tools und Canary-Analytics-Engines.

Aufmacherbild: Yellow Canary – Colorful Wild Birds from Africa von Shutterstock / Urheberrecht: Stacey Ann Alberts

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Geertjan Wielenga
Geertjan Wielenga
Geertjan Wielenga ist Product Manager der NetBeans IDE und lebt in Amsterdam. Er ist enthusiastischer Java-Nutzer, Evangelist, Trainer, Sprecher und Autor über Java, NetBeans und verwandte Themen.
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