Vert.x bei Eclipse oder bei Apache? Tim Fox entscheidet sich für…

Hartmut Schlosser

Wo liegt die Zukunft des Vert.x-Frameworks nach dem Wechsel von Projekt-Entwickler Tim Fox von VMware nach RedHat? Nach den Unstimmigkeiten und Diskussionen der letzten Tage hat Tim Fox nun seine präferierte Lösung deutlich gemacht.

Auf der Diskussionsseite meldet sich Tim zu Wort und bestätigt seine schon früher geäußerte Meinung, dass die Übertragung des Vert.x-Projektes an eine neutrale Institution die beste Lösung wäre. Kein Fork also, sondern eine Open Source Foundation. Doch welche?

Genauer lautet die Frage, ob das Vert.x-Projekt eine „Full-Service“ Foundation benötigt, die neben Trademark- und IP-Management auch Dinge wie Quellcode-Hosting, Issue-Tracking, Release-Management und eine Governance-Modell beinhaltet. Oder genügt eine minimale Abhängigkeit zu einer Institution bei eigenständiger Organisation von Repository, Tracker, Hosting, etc.

Um echt neutrale Projektstrukturen zu erhalten, wäre eine solche minimale Lösung möglich – aber auch sehr umständlich, sagt Fox. Hingegen könnten definierte Prozesse, die das Verhältnis zwischen Committer und Projektleiter ausbalancieren, durchaus hilfreich sein.

I also think that some kind of project governance that can help prevent committers or project leads going rogue is probably a good idea.

Bleiben also die Apache Software Foundation und die Eclipse Foundation übrig. Tim ist kein Fan des ASF-Wählverfahrens mit seinen Vetos, die den Begriff der Projektleitung schwächen. Bei Eclipse hingegen hatte Tim anfänglich Probleme mit den komplizierter scheinenden Prozessen.

Nachdem sich nun aber verschiedene Eclipse-Foundation-Mitarbeiter – darunter Mike Milinkovich, Wayne Beaton und Ian Skerrett – zu Wort gemeldet haben, scheinen diese Bedenken ausgeräumt. Jedenfalls sagt Tim Fox jetzt, dass der „Business-freundliche“-Aspekt der Eclipse Foundation dem Vert.x-Projekt gut zu Gesicht stünde – schließlich will Vert.x ja im Enterprise-Umfeld Fuß fassen. Deshalb seine Entscheidung:

Therefore my recommendation to the community is that the project is proposed for inclusion in the Eclipse Foundation.

Tim Fox fragt anschließend die Vert.x-Community, ob sie seiner Empfehlung „Eclipse“ folgen will. Bisher gibt es keine bedenkliche Masse an Gegenstimmen. Eclipse Foundation Direktor Mike Milinkovich bedankt sich. Apache Foundation Direktor Jim Jagielski sagt, die Apache Foundation sei eben nicht für jedes Projekt gedacht, und wenn das Veto ein Problem darstelle, dann sei’s drum. Mark Little von Red Hat bestätigt, Eclipse sei ok für ihn (Eclipse hatte er ohnehin schon früher als seinen Favoriten empfohlen). Nur VMware hüllt sich bislang noch in Schweigen.

Vert.x bald ein Eclipse-Projekt? Das scheint jedenfalls derzeit die wahrscheinlichste Lösung.

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Hartmut Schlosser
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