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Node.js-Alternative startet durch

Vert.x 3.0 ist da: Reaktiver als je zuvor

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Krasimira Nevenova

Nach mehr als einem Jahr Entwicklungsarbeit steht die dritte Hauptversion der Node.js-Alternative Vert.x zum Download bereit. Wie der Lead Architect des Projekts Tim Fox in der entsprechenden Google-Gruppe so blumig schrieb, hebt Vert.x 3.0 die JVM auf eine neue Ebene der „reaktiven Großartigkeit“.

Zu den Highlights der neuen Hauptversion von Vert.x gehört demnach ein neues und generalüberholtes Kern-API, das u. a. HTTP, SSL, TCP, UDP, DNS, WebSockets, File System, Event Bus, Distributed Maps, Clustered Locks, Clustered Counters sowie zahlreiche weitere Features bereit hält. Das komplett neue Toolkit Vert.x-Web – von den Entwicklern liebevoll als „das Schweizer Offiziersmesser für moderne, skalierbare Web-Apps bezeichnet – stellt eine Sammlung von Bausteinen dar, die der Erstellung beliebiger Web-Apps, egal ob „traditionelle“ servergerenderte Apps oder moderne clientgerenderte, Echtzeit- und REST-Apps, sowie von HTTP-Mircroservices dienen soll. Ein weiteres neues Tool, Vertx-Unit, ist ein Test-Toolkit, das zum Schreiben asynchroner Tests genutzt werden kann.

Für die Authentifizierung bzw. Autorisierung bietet Vert.x 3.0 sowohl simple hauseigene APIs als auch Implementierungen von JDBC, MongoDB, JWT und Shiro. Für den Datenzugriff steht eine Auswahl einfacher, asynchroner Clients, namentlich MongoDB, JDBC, SQL und Redis zur Verfügung – es können auf Wunsch jedoch auch die Clients der jeweiligen Anbieter direkt genutzt werden. Durch die nun gegebene Unterstütztung von Reactive Streams können erstellte Anwendungen mit anderen reaktiven Systemen wie Akka or Project Reactor interoperieren. Des Weiteren stehen Docker-Images bereit, mit deren Hilfe Vert.x-Anwendungen in Docker-Containern ausgeführt werden können. Außerdem können dank entsprechender Module nun sowohl einfache als auch clusterbare Vert.x-Anwendungen auf RedHats OpenShift-Cloudplattform ausgeführt werden.

Eine ausführlichere Beschreibung der hier vorgestellten sowie der weiteren Features und Komponenten kann der nun fertig gestellten Dokumentation entnommen werden.

Über Vert.x

Das Framework Vert.x baut auf der Socket-Communication-Komponente Netty 4 und dem In-Memory Data Grid Hazelcast auf und gilt vielen als Java-Alternative für das unter Webentwicklern so populäre Node.js. Die leichtgewichtige, hochperformante und reaktive Applikationsplattform ist auf die Entwicklung moderner Mobile-, Web- und Enterprise-Anwendungen ausgerichtet

Der große Vorteil von Vert.x ist die Tatsache, dass die Plattform auf der JVM läuft, die über Jahre hinweg optimiert und verbessert wurde. Der polyglotte Ansatz – unterstützt werden neben Java auch JavaScript, CoffeeScript, Ruby, Python und Groovy – vereinfacht die Migration von vorhandenen Anwendungen und erleichtert den Umstieg auf eine andere Programmiersprache beträchtlich. Die verschiedenen Sprachen sind dabei als einzelne Module angelegt, sodass sich jeder sein benötigtes Sprachpaket dazuladen kann. Sie sind Teil der Bestrebung, ein Ökosystem von wiederverwendbaren Modulen zu erschaffen. Zu diesem Zweck kommt eine Module Registry zum Einsatz, die der Community alle registrierten Module anzeigt und somit globale Sichtbarkeit erlangen.

Verwendet Node.js die Google V8 JavaScript Engine zur Ausführung, so kommt bei Vert.x die Java-Runtime zur Anwendung. Ein verteilter Event Bus verbindet die Server-seitigen Komponenten. Ein ausgetüfteltes Concurrency Model übernimmt die Ausführung nebenläufiger Prozesse, um die sich der Entwickler nicht selbst kümmern muss. Seit Version 2.0 befindet sich das Projekt unter dem Dach der Eclipse Foundation.

Für einen tieferen Einblick in das Framework bieten sich die Videos „Hochperformante reaktive Anwendungen mit Vert.x“ (JAX-Session mit Tim Fox) und „Vert.x for World Domination“ (W-JAX-Session mit Jochen Mader), sowie der JAXenter-Artikel „Vert.x im Unternehmenseinsatz“ von Mariam Hakobyan, Sascha Möllering und Björn Stahl an.

Aufmacherbild: Reactive Concept von Shutterstock.com / Urheberrecht: Krasimira Nevenova

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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