W-JAX Countdown

Veränderungen brauchen Zeit

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Nathaniel Schutta ist auf der W-JAX mit drei ganz unterschiedlichen Themen und Talks vertreten: Neben praktischen und gesundheitlichen Tipps zur täglichen Programmierarbeit wird er einen Einblick in Agiles Arbeiten in größeren Teams geben und die wichtigsten Wergzeuge eines JavaScript-Entwicklers vorstellen. In unserer Interview-Reihe sprach er mit uns über einige seiner Steckenpferde: die Gesundheit des Entwicklers, Agiles Arbeiten und polyglotte Programmierung.

JAXenter: In weniger als zwei Monaten ist die W-JAX. Worauf freust du dich am meisten?

Nate Schutta: Auf die Leute! Es ist inspirierend, so viele von ihrer Tätigkeit begeisterte Leute zu treffen.

JAXenter: Du hältst auf der W-JAX Vorträge zu ganz unterschiedlichen Themen. Es ist ziemlich beeindruckend, wie du es schaffst, über verschiedenste Inhalte zu schreiben und Vorträge zu halten und daneben noch an der University of Minnesota zu unterrichten. Haben deine Tage mehr als 24 Stunden oder wie arbeitet man so effizient?

Schutta: Es wäre schön, wenn ich längere Tage hätte, vielleicht würde ich dann mehr Schlaf bekommen. Aber in Wahrheit ist es so, dass ich eine sehr verständnisvolle Familie habe – ich bin immer noch erstaunt, dass meine Frau das alles mitmacht. Von neuen Sprachen, Techniken und Tools zu erfahren macht so viel Spaß, dass es sich gar nicht wie Arbeit anfühlt. Was auch hilft, ist, dass meine Vorträge mit meiner Lehr- und Beratungstätigkeit übereinstimmen.

JAXenter: Einer deiner Talks hat den Titel: „Hacking your Brain for Fun and Profit“. Das Abstract liest sich ein wenig wie eine Beschreibung eines Kurses in Kognitionswissenschaft. Wie kann Wissen über das menschliche Gehirn mir helfen, ein besserer Programmierer zu werden?

Schutta: Das Gehirn ist unser größtes Kapital. Es gibt ganz einfache Maßnahmen, die einem zu Erfolg verhelfen. Viele Programmierer denken, das Schlafbedürfnis mit einem Energy Drink überwinden zu können und körperliche Ertüchtigung um jeden Preis vermeiden zu müssen. Aber ein Nickerchen und ein zehnminütiger Spaziergang sind die weitaus bessere Taktik. Studien bestätigen, dass uns körperliche Aktivität in die Wiege gelegt ist, dass sie buchstäblich das Gehirn vergrößert – und wer von uns könnte kein größeres Gehirn gebrauchen?

JAXenter: In einem weiteren Talk geht es um “Agile in the Large”. Darin sprichst du über die Herausforderungen, die es zu überwinden gilt, wenn man den Agilen Ansatz auf mehr als eine Gruppe anwendet. Ein kleiner Sneak Peek: Was ist dabei die größte Herausforderung?

Schutta: Das ist schwierig zu beantworten, aber wenn ich es in einem Wort zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Politik. Entwickler sind tendenziell auf objektive Daten und rationale Begründungen fixiert. Im Gegensatz dazu gilt es wirklich zu verstehen, wie einen Agile persönlich weiterbringt. Wenn man die natürliche Abneigung Veränderungen gegenüber ignoriert, ist der Erfolg praktisch von vornherein ausgeschlossen. Und natürlich braucht es auch eine gesunde Portion Geduld. Veränderungen geschehen nicht über Nacht. 

JAXenter: In deiner Biografie gibst du an, ein Verfechter polyglotter Programmierung zu sein. Ist es in Zeiten, in denen es für so viele Entwickler ohnehin alltäglich ist, mehr als eine Sprache verwenden, wirklich noch notwendig, für polyglottes Programmieren zu werben?

Schutta: Was die Industrie insgesamt betrifft, sind wir auf einem guten Weg. Aber es gibt immer noch so etwas wie Widerstandsnester. Mir begegnen noch Leute, die sich als Programmierer einer bestimmten Sprache verstehen, obwohl sie tagein, tagaus sechs verschiedene Sprachen verwenden. Es überrascht mich, wie viel Widerstand es noch gegen so genannte „alternative“ Sprachen wie Ruby und Clojure gibt, besonders, wenn man bedenkt, wie weit sie mittlerweile verbreitet sind. Aber wie ich vorhin schon sagte: Veränderungen brauchen Zeit!

JAXenter: Vielen Dank für deine Zeit und bis zur W-JAX!

© Nathaniel Schutta

Nathaniel Schutta ist Lösungsarchitekt mit Schwerpunkt auf nutzerfreundlichen Anwendungen. Als Verfechter polyglotter Programmierung hat er zwei Bücher über Ajax veröffentlicht und spricht regelmäßig auf verschiedenen Konferenzen weltweit, sowie bei No Fluff Just Java-Symposien, Universitäten und Java User Groups. Neben seiner täglichen Arbeit unterrichtet Nate an der University of Minnesota, wo er Studierenden den Umgang mit dynamischen Sprachen vermittelt. Erst kürzlich hat er mit Neal Ford und Matthew McCullough das Buch „Presentation Patterns“ veröffentlicht.

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