UX-Design-Prozesse rücken den Menschen in den Mittelpunkt

User Experience Design in der Welt des Internet of Things

Andreas Lehner

(c) Shutterstock / a-image

Die steigende Anzahl an vernetzten Dingen und Endgeräten erfordert einen verstärkten Fokus auf den Endbenutzer. Innovative Lösungen sollen für den Benutzer einen nahtlosen Zugriff auf Informationen und Anwendungen ermöglichen. Dieser Artikel zeigt, wie User-Experience-Design-Prozesse helfen, diese komplexen Herausforderungen zu meistern.

Warum ist User Experience (UX) Design gerade jetzt erfolgskritisch?

6,4 Milliarden „Dinge“ werden 2016 digital vernetzt sein. Das entspricht einem Anstieg von 30 % im Vergleich zu 2015. 2020 sollen es über 20 Milliarden vernetzte Dinge sein. Dies entspricht in etwa 26 smarten „Dingen“ pro Person [1]. Smartphones, Tablets und Desktop PCs werden ergänzt durch Wearables wie Smart Watches oder Googles Glasses. Konzepte wie Connected Car oder Smart Home werden weiterhin reifen und als integrierte Plattformen selbstverständlich sein. Baustellen werden umfassend durch Sensoren und smarte Geräte angereichert. Die erzeugten Daten werden so in digitalen Informationssystemen abgelegt und stehen für exakte Analysen und Planungen verschiedener Prozesse zur Verfügung.

Da der Mensch inmitten all dieser intelligenten „Dinge“, die ihn umgeben, weiterhin die zentrale Rolle spielt, entstehen viele Herausforderungen in der Entwicklung innovativer Lösungen:

  • Wie soll der Mensch mit dieser Vielzahl an vernetzten Dingen interagieren?
  • Wie soll der Mensch auf Anwendungen und Informationen zugreifen?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, um Informationen und Anwendungen zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, im richtigen Kontext und am richtigen Gerät zur Verfügung zu stellen?
  • Wie kann verhindert werden, dass das Netzwerk an verschiedenen Geräten nicht zur Belastung wird, sondern zu einer nahtlosen und durchgängigen Erfahrung für den Benutzer?
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Abb. 1: Die große Vernetzung: Sensoren, Wearables, Tablets, Smartphones und in naher Zukunft gänzlich neue Benutzerschnittstellen wie etwa „Shaping Changing Interfaces“ [2]

User-Experience-Design-Prozesse rücken den Menschen in den Mittelpunkt

Wenn es darum geht, die Herausforderungen der vernetzten Welt mit Sensoren, Chips und vielfältigen Endgeräten wie Glasses, Smart Watches oder den altbewährten Smartphones zu meistern, kann die Entwicklung von neuen Anwendungen mit UX-Design-Prozessen erfolgsentscheidend sein.

Anwendungen in der Welt der vernetzen „Dinge“ und Endgeräte vereinen viele verschiedene Bestandteile eines vernetzten Systems und bilden so einen übergreifenden Prozess, in dem der Benutzer über viele verschiedene Kanäle und Endgeräte interagiert.

UX Design ermöglicht die Entwicklung von Lösungen, die dem Benutzer eine nahtlose „Erfahrung“ (Experience) mit den „Dingen“ und Endgeräten bietet. Im Lösungsdesign rückt daher der Endbenutzer in den Fokus der Betrachtung.

Der Kern von UX Design besteht u.a. aus:

  • dem Verstehen der Benutzerperspektive,
  • dem Verstehen des Kontexts, in dem der Benutzer die digitale Technologie benutzt,
  • der Festlegung eines klaren Fokus und Rahmens beim Lösungsdesign,
  • der gemeinschaftlichen Entwicklung der Lösungen durch multidisziplinäre Stakeholder (z. B. Endbenutzer, Business, Engineer, Designer)

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User Experience ist messbar

Häufig wird UX Design missverständlich gleichgesetzt mit „schönen Benutzeroberflächen“, also der Ästhetik einer Anwendung. UX Design ist jedoch viel weitreichender. UX Design ist als Prozess zu verstehen, dessen Nutzen mit geeigneten Metriken klar gemessen werden kann.

Messbarer Nutzen von UX im Kontext von Unternehmen ist u. a.:

  • Bei Innovation: minimiertes Risiko und minimierte Entwicklungskosten
  • Reduzierung der operativen Kosten
  • Erhöhung der Produktivität
  • Reduzierung der Fehlerquote
  • Erhöhung der Datenqualität
  • Reduzierung der Anzahl an Change Requests

User Experience Design umfasst einen erprobten Baukasten an Methoden

UX-Design-Prozesse verfügen über zahlreiche, sehr gut erprobte und bewährte Methoden. Diese Methoden helfen dabei, die Perspektive des Benutzers einzunehmen und so Lösungen zu erzeugen, die den Benutzer in den Mittelpunkt stellen. Beispiele von hilfreichen Methoden, besonders hinsichtlich der neuen vernetzten Welt der Dinge sind:

  • User Research: z. B. einfache Interviews mit Benutzern
  • Personas: Repräsentation eines konkreten Benutzers
  • Story Board: Visualisierung von Abläufen und Interaktionen des Benutzers
  • Journey Map: Visualisierung von Berührungspunkten des Benutzers mit der Lösung
  • Prototypen: Umsetzung einer Lösungsvariante, die durch Benutzer getestet werden kann

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Abb. 2: Beispiel eines Story Boards erstellt mit dem Tool „Scenes“ [2]

Abhängig von der Problemstellung, die gelöst werden soll, gibt es viele weitere Methoden, deren Anwendung sinnvoll ist.

Zusammenfassung

UX Design ist ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Entwicklung (oder dem Design) von Lösungen in der neuen vernetzen Welt der Dinge mit vielfältigen Benutzerendgeräten. Dabei verfügt UX Design über einen großen Methodenbaukasten und die Ergebnisse können mit den geeigneten Metriken klar gemessen werden.

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Geschrieben von
Andreas Lehner
Andreas Lehner
Andreas Lehner ist Berater für UX-Prozesse bei Opitz Consulting in Berlin. An der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine entwickelt er dabei digitale Lösungen für mittelständische und große Unternehmen in Deutschland. Aktuell liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Benutzererfahrung im IoT-Umfeld.
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