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Offensichtlich aber wahr

Unglückliche Entwickler sind schlecht für die Softwareentwicklung

Melanie Feldmann

© Shuttertsock / Antonio Guillem

Unglückliche Entwickler sind schlecht für sich selbst, für den Prozess und für das Softwareprodukt. Was viele Softwareentwickler vom Gefühl her sofort bestätigen würden, versuchen Forscher durch Studien und Umfragen zu belegen.

In ihrem Paper „Unhappy Developers: Bad for Themselves, Bad for Process, and Bad for Software Product“ beschreiben Forscher aus Deutschland, Finnland, Italien und Norwegen eine Studie über unglückliche Softwareentwickler. Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Konsequenzen es hat, wenn Entwickler unzufrieden sind und so sowohl Entwicklern als auch Managern dabei zu helfen, ein glücklicheres Umfeld zu schaffen. Sie sind nicht die ersten und auch nicht die einzigen, die diesen für viele Softwareentwickler sicherlich offensichtlichen Fakt empirisch untersuch haben.

Ein Ergebnis der Forscher ist, dass sich Unglücklichsein vor allem auf die Produktivität und Performance auswirkt. Rund 40 Prozent der Antworten wiesen in diese Richtung. Außerdem fanden die Forscher heraus, das Unglücklichsein zu psychischen Problemen führen kann. Die Bandbreite reicht dabei von niedrigem Selbstwertgefühl, Beklemmungen, Burnout und Stress bis zu möglichen psychischen Krankheiten wie Depressionen. Unglückliche Entwickler sind außerdem weniger motiviert, sie ziehen sich eher von der Abreit zurück und kündigen. Auch die Softwarequalität leidet. Denn unglückliche Entwickler neigen eher dazu Abkürzungen á la „quick and dirty“ zu nutzen, die im Endeffekt der Softwarequalität schaden. Die Frustration reichte teilweise so weit, dass Entwickler Code-Teile und auch ganze Projekte einfach löschten.

Die Forscher starteten eine Umfrage unter GitHub-Kontributoren und erhielten Antworten von 181 Entwicklern. 78 Prozent der Befragten waren professionelle Softwareentwickler, 13 Prozent waren entweder Manager oder Wissenschaftler, der Rest Studenten und Arbeitslose. Im Schnitt verfügten die Teilnehmer über 8,22 Jahre an Erfahrung in der Softwareentwicklung.

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Für alle, die es noch nicht verstanden haben

So weit, so offensichtlich. Wer seinem Chef aber schwarz auf weiß beweisen will, was ein schädliches Arbeitsumfeld anrichten kann, dem seien noch weitere Studien empfohlen, die sich mit dem Einfluss des Glücklichseins auseinandersetzen. Teamleiter und Manager finden hier interessante Hinweise, was ihrem Team schadet:

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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