Übersetzen und Lokalisieren ist nicht das Gleiche - JAXenter

Übersetzen und Lokalisieren ist nicht das Gleiche

Bevor die eigentliche Lokalisierungsarbeit beginnt, wird alles geprüft, was später den Projektverlauf zeitlich beeinträchtigen könnte. So werden Zeit und Kosten gespart. Im ersten Schritt erfolgt also eine ausführliche technische Analyse der Basisdateien durch einen Techniker. Dazu ermittelt dieser zunächst die Anzahl der Wörter, Seiten und Grafiken. Außerdem untersucht er die Basisdateien auf mögliche Kompatibilitäts- oder Formatierungsprobleme. Eine Sprachkraft prüft im Vorfeld kulturelle Aspekte wie etwa Wortspiele, die sich nicht in eine andere Sprache übertragen lassen, oder Grafiken, die nicht verwendet werden dürfen. Zudem sichtet sie das vorhandene Referenzmaterial, bereits übersetzte Dokumente sowie gleichzeitig zu übersetzendes Material, wie etwa Software- und Onlinehilfen, erkennt Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen diesen Materialien und dokumentiert diese.

Der Projektmanager entwickelt im nächsten Schritt einen ausführlichen Plan, dem alle Mitarbeiter wichtige Schnittpunkte, Termine und Prozessstufen für die Textarbeit entnehmen können. Danach wird ein Projektteam gebildet, das aus Fachübersetzern mit den entsprechenden technischen Kenntnissen, Lektoren der jeweils erforderlichen Sprachen, Grafikern und Technikern besteht. Ein Terminologe fasst im nächsten Schritt die wichtigsten Fachbegriffe in so genannten Terminologielisten zusammen. Diese werden übersetzt und von den Landesrepräsentanten des Kunden vorab genehmigt. Damit ist gewährleistet, dass die Mitarbeiter wichtige Begriffe im Sinne des Kunden lokalisieren. Außerdem wird so vermieden, dass innerhalb des Projekts unterschiedliche mögliche Übersetzungen für den jeweiligen Fachbegriff verwendet werden. Das Projektteam entwickelt zudem individuelle Stilrichtlinien, die es ebenfalls mit dem Kunden abstimmt. So kann die Übersetzung vollständig im Sinne des Kunden durchführt werden.

Umsetzung der Lokalisierung

Sind die Dokumente in der Quellsprache fertig und zur Übersetzung freigegeben, bereitet der Projektmanager sie auf und sendet sie an die Übersetzer in den jeweiligen Ländern. Bei umfangreicheren Lokalisierungen arbeiten häufig mehrere Übersetzer gleichzeitig an verschiedenen Projektteilen. Die im Vorfeld definierten Terminologielisten und Stilrichtlinien stellen sicher, dass sie auf derselben Basis arbeiten. Darüber hinaus werden Übersetzungsspeicher oder „Translation Memory“-Tools eingesetzt. Die Übersetzungen werden von Menschen und nicht von Übersetzungsprogrammen durchgeführt. Die Übersetzer werden dabei von einem Tool unterstützt, das jeden übersetzten Satz in einer Datenbank speichert, während der Übersetzer arbeitet. Kommt derselbe oder einer ähnlichen Satz später noch einmal im Text vor, schlägt das Tool die bereits gespeicherte Übersetzung vor. So spart der Übersetzer Zeit, und die Kosten der Übersetzungsarbeit werden reduziert. Die übersetzten Teile gehen an den Projektmanager zurück, der sie dann einem Lektor übergibt. Dieser stellt sicher, dass die vereinbarten und gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien befolgt wurden und sorgt dafür, dass das gesamte Dokument einen einheitlichen Stil aufweist.

Ist die Arbeit am sprachlichen Teil abgeschlossen, wird das ursprüngliche Seitenbild von spezialisierten Grafikern wie Layoutern oder Desktop-Publishing-Spezialisten wieder hergestellt. Einige Sprachen benötigen mehr oder weniger Wörter und damit auch Platz, um den Ausgangsinhalt wiederzugeben. Daher werden die Zeilen- und Seitenumbrüche stets kontrolliert. Auch die Grafiken müssen an die richtige Stelle in Bezug zum beschreibenden Text gebracht werden. Abschließend finden verschiedene Qualitätssicherungsschritte statt, um zu gewährleisten, dass das lokalisierte Dokument wirklich genau dem Ausgangsdokument entspricht. Damit ist die Lokalisierung abgeschlossen, und die druckfertigen Dateien können an den Kunden ausgeliefert werden.

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