Typesafe legt Open Source-Positionspapier vor

Michael Thomas

© Shutterstock.com/rangizzz

Typesafe, das Unternehmen hinter Akka, Scala und Play Framework, hat in einer aktuellen Stellungnnahme seine Hingabe für Open Source unterstrichen und sich zu der bisweilen schwierigen Trennung zwischen kommerziellen und Open Source-Nutzern geäußert.

Wie der Stellungnahme zu entnehmen ist, sieht sich Typesafe einem gewissen Dilemma ausgesetzt. Einerseits will das Unternehmen sich auf Open Source-Software konzentrieren, andererseits muss es auch Anreize schaffen, die kommerzielle Nutzer generieren immerhin muss die Entwicklung neuer und die Verbesserung bestehender Projekte ja auch finanziert werden.

Einen grundlegendem Eckpfeiler seiner Open Source-Philosophie sieht Typesafe darin, dass alle Open Source-Produkte über den jeweils vollen Funktionsumfang verfügen, die Software also nicht künstlich beschnitten wird. Alle kommerziellen Produkte müssen sich folglich im Rahmen dieser Limitierung bewegen.

Ein weiteres Spannungsfeld zwischen der Open Source-Community und kommerziellen Anbietern stellt der Stellungnahme zufolge die Art und Weise dar, wie kommerzielle Angebote vermarktet werden. Typesafe will diejenigen Nutzer, die mit dem Open Source-Angebot zufrieden sind, demnach unbehelligt lassen, nimmt für sich jedoch auch in Anspruch, seine kommerziellen Angebote denjenigen Nutzern, die von ihnen profitieren könnten, gezielt mittels Werbung nahezubringen. Dabei soll allerdings immer sichergestellt sein, dass die Unterschiede zwischen den Open Source-Projekten und den kommerziellen Produkten klar und deutlich benannt werden.

Wo und wie die Grenze ziehen?

Die größte Herausforderung besteht demnach darin, wo die Grenze zwischen den quelloffenen Projekten und den kommerziellen Angeboten zu ziehen ist. Typesafe zufolge geschieht dies anhand von drei Kategorien:

  • Änderungsgeschwindigkeit: Open Source-Nutzer verlangen eher die neuesten Features, probieren regelmäßig die neuesten Releases aus und verfolgen äußerst schnelle Release-Zyklen. Typesafe will die kommerziellen von den Open Source-Nutzern deshalb über den Legay-Support trennen. Demnach wird für die Typesafe Reactive Platform ein langfristiger, über die via Open Source-Kanälen verfügbare Periode hinausgehender Support angeboten werden.
  • Zeit: Open Source-Nutzer durchforsten bei Problemen Mailinglisten, stellen Fragen und wägen die erhaltenen Antworten gegeneinander ab, sie investieren also eher Zeit als Geld. Kommerzielle Kunden, deren geschäftskritische Probleme unmittelbare Aufmerksamkeit erfordern, erhalten hingegen zielgerichtete Antworten von Typesafe-Entwicklern sie investieren Geld, um Zeit zu sparen.
  • Integration in kommerzielle Produkte: Bei der Integration von Typesafe-Produkten in kommerzielle Produkte erhebt Typesafe häufig Gebühren für die Integrationsmodule. Als Beispiel zieht Typesafe Slick heran: Bei der Verwendung mit quelloffenen Datenbanken wie MySQL fallen keine Kosten an. Für die Nutzung mit kommerziellen Datenbanken wie Oracle wird hingegen das kommerzielle Modul Slick Extensions benötigt.

Schlussendlich strebt Typesafe nach eigener Aussage nach wie vor danach, eine kollaborative und für alle Seiten nützliche Arbeitsweise zu verfolgen:

Our goal in the open source world is to be a good collaborator with you. We are not doing charity work for you, any more than you are doing charity work for us; we are working together as colleagues because we have shared goals. We hope to avoid disrupting our shared goals, and we strive to be good colleagues to work with.

Aufmacherbild: Close up of businessman’s hand holding megaphone over chalkboard background with copy space von Shutterstock.com / Urheberrecht: rangizzz

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
4000
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: