Auf dem Weg zum Reactive-Unternehmen

Typesafe heißt jetzt Lightbend und kündigt Microservice-Framework an

Sebastian Meyen

© Shutterstock / Carmen Lac

Typsafe hat sich eine neue Strategie verordnet und einen neuen Namen gegeben. Lightbend nennt sich das Unternehmen ab sofort, und man könnte meinen, der Name sei direkt nach der ersten echten Messung kosmischer Gravitationswellen in der vergangenen Woche entstanden.

Mit seiner Gründung 2011 hatte sich Typesafe noch als Unternehmen vorgestellt, das die Programmiersprache Scala kommerzialisiert, d.h. auf deren großflächigen Einsatz in den Unternehmen hinwirkt und an Trainings- und Supportmodellen sein Geld verdient.

Später kamen die Frameworks Akka und Play hinzu und 2014 erregte Typesafe-Mitgründer Jonas Bonér zusammen Dave Farley und anderen Aufsehen mit der Veröffentlichung des Reactive Manifesto. Spätestens seit diesem Schritt war deutlich, dass Typesafe schon lange nicht mehr nur die Scala-Firma ist, für die sie immer gehalten wurde, sondern ein Open-Source-Technologielieferant für verschiedene Probleme in Java-/JVM-Projekten.

Mit Scala verband das Unternehmen von nun an ein ambivalentes Verhältnis — die Sprache gehörte einerseits zum Gründungsmythos und genießt bis heute hohes Ansehen in der Developer-Community, auf der anderen Seite arbeitete das Marketing kontinuierlich daran, die Firma breiter aufzustellen und Offenheit für mehrere Sprachen auf der JVM zu signalisieren.

Das Reactive Manifesto fungierte dabei gewissermaßen als Manifestation der Firmenstrategie. Zwar wurde es neutral und nicht auf der Firmenwebsite veröffentlicht, wurde aber klar dem Unternehmen zugeordnet.

Lesen Sie auch: Interview mit Mark Brewer, CEO von Typesafe: Von Scala zu Reactive – Warum Typesafe seinen Namen ändert

So zählen bis heute zur Reactive Platform des Unternehmens die Projekte Play (Webframework für Scala und Java), Akka (Framework für Concurrency, Resilience und Message-basierte JVM-Anwendungen), die Scala-Programmiersprache sowie Spark (bei Apache gehostete, in Scala geschriebene Engine für Echtzeit-Datenprozesse).

Mit dem neuen Namen Lightbend will das Unternehmen, das sich in einem längeren evolutionären Prozess von seinen Wurzeln als reiner „Scala-Bude“ entfernt hat, heute als führender Impulsgeber für Reactive-Technologien wahrgenommen werden.

Neuester Spross ist laut Ankündigung das Projekt Lagom, eine Technologie, mit der sich Java-EE-Systeme in Richtung Microservices transformieren lassen. Lagom basiert laut Pressemeldung auf Play, Akka und ConductR (Lightbends kommerziellem Deploymentwerkzeug für verteilte Umgebungen) und hilft Entwicklern, Java-EE-Monolithen in verteilte Microservices zu zerlegen.

Lagom soll es fernerhin ermöglichen, mit einem einzigen Kommando miteinander verbundene Microservices zu starten oder zu aktualisieren. Dies geschehe voll integriert von den gängigen IDEs oder auch vorhandenen Continuous Integration Servern aus. Vorgefertigte Connectoren sollen die Anbindung an bestehende Altsysteme vereinfachen.

Detaillierte Informationen sowie „Running Code“ will das Unternehmen im März der Öffentlichkeit präsentieren.

Aufmacherbild: Rainbow made with light reflection von Shutterstock / Urheberrecht: Carmen Lac

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Sebastian Meyen
Sebastian Meyen
Sebastian Meyen ist Chefredakteur des Java Magazins sowie des Eclipse Magazins. Außerdem trägt er die Verantwortung für Programm und Konzept sämtlicher JAX-Konferenzen weltweit. Er begleitet so die Java-Community journalistisch schon fast seit ihren Anfängen. Bevor er zur Software & Support Media GmbH kam, studierte er Philosophie in Frankfurt.
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