Suche
Lessons Learned

Das hat Twitter mit seiner API-Plattform gelernt

Melanie Feldmann

© Shutterstock / Asia Images

Twitter will seine API-Plattform umkrempeln und damit seine Geschichte des unzuverlässigen API-Partners endlich hinter sich lassen. Dazu gibt es eine öffentliche Roadmap und die ersten vereinfachten Entwickler-Tools. Die Moral der Geschichte: Wenn du APIs anbietest, mach es besser gleich richtig.

Twitter hat unter Entwickler nicht den besten Ruf, erst öffnet es seine APIs für Third Party Tools. Dann schränkt es den Zugang wieder ein. Der Plan für die Zukunft ist nun, den Zugriff auf Twitters APIs einfacher und besser skalierbar zu machen – und anscheinend beständiger. Twitter hat die Roadmap für die API-Plattform jetzt auch öffentlich gemacht.

Einfacher soll der API-Zugriff dadurch werden, dass alle APIs mit den gleichen Zugriffs- und Übergabeprotokollen arbeiten werden. Alle APIs kommen außerdem mit drei Zugriffsebenen. Es gibt freien Zugriff für das Testen von neuen Produkten, bezahlten Zugriff mit erweiterten Funktionalitäten und höheren Grenzwerten sowie das Enterprise Level für Twitters strategische Partner.

Mit der Ankündigung zusammen kommen zwei neue Schnittstellen. Das Account Activity API bittet Zugriff auf Echtzeit-Events für eigene Accounts. Der Zugriff funktioniert über Webhooks. Eine neue Sammlung von Direct-Message-API-Endpunkten ermöglicht es Entwicklern, die neuen Funktionen der Direktnachrichten zu nutzen. Ende Des Jahres soll ein API Self Service kommen, in dem Entwickler sich für APIs registrieren, auf sie zugreifen und sie verwalten können. Auch eine neue Search API mit Zugriff auf die Daten der letzten sieben Tage soll folgen. Zusätzlich hat Twitter seine Regeln zur Automatisierung aktualisiert. Für die Zukunft ist geplant User Streams und Site Streams mit dem Account Activity API zu ersetzen. Auch die öffentlichen statuses/filter-, statutes/sample- und search/tweets-Endpunkte sollen einem API weichen.

Lesen Sie auch: Knigge für Softwarearchitekten: Die API-tektin

Gute API-Plattform, schlechte API-Plattform

Twitter bietet APIs natürlich nicht aus reiner Nächstenliebe an. Um Twitter als Produkt erfolgreich zu machen, kann es nicht alleine in einem Vakuum existieren. Es braucht nicht nur Nutzer, sondern auch Partner, die den Dienst wiederum in ihre Dienste integrieren und so das Twitter-Ökosystem weiter ausbauen. Twitter hat nun erkannt, dass es dieses Ökosystem nicht halbherzig und unbeständig ausbauen kann. Es braucht einen klaren Fahrplan und Regeln, an die sich auch Twitter hält. Vor allem, da das Unternehmen darauf angewiesen ist, neue Möglichkeiten der Monetarisierung zu finden. Der Schritt zeigt aber deutlich, wie wichtig heutzutage APIs und API-Plattformen sind, wenn Unternehmen ihr Datengeschäft ausbauen wollen.

Geschrieben von
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.