Editorial Java Magazin 11.2012

Türöffner für dynamische Sprachen

Sebastian Meyen

Selten hatten wir so eine sperrige Schlagzeile auf dem Titelblatt des Java Magazins. Wissen Sie überhaupt, was invokedynamic ist? Interessiert Sie das überhaupt? Es sollte Sie interessieren, es sollte eigentlich alle Java-Entwickler interessieren. Ich selber habe mir vor etwa einem Jahr durch einen Blogpost von Charly Nutter, dem Entwickler von JRuby, klar gemacht, welch große Bedeutung diese Bytecode-Ergänzung – denn nichts anderes ist invokedynamic – für die Java-Plattform besitzt.

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„invokedynamik“, so erfahren Sie in unserem Leitartikel, sorgt dafür, dass dynamische Sprachen wie JRuby oder Groovy nicht mehr „Sprachen zweiter Klasse“ auf der JVM sind. Zehn Jahre, nachdem Microsoft sein .NET Framework auf den Markt brachte und es konsequent mehrsprachig konzipierte, ist nun also auch die Java-Welt wahrhaft polyglott geworden!

Was bedeutet das konkret? Es gibt nun eine standardisierte Methode, neue dynamische Sprachen (à la Groovy oder JRuby) auf der JVM zu implementieren, und diese genießen dann mitunter auch noch dramatische Performancevorteile. Charly Nutter, der geistige Vater des Verfahrens, spricht von Performancesteigerungen von bis zu 200 Prozent.

Auf unserer JAX-Konferenz in Mainz hat Charly übrigens eine phantastische Keynote dazu gehalten, und auf unserer JAX in San Francisco knapp drei Monate später hat er für seine Entwicklungen den Jury-Preis des JAX Innovation Awards bekommen. Warum? Wir in der Jury sind der Ansicht, dass Charly wirklich Großes geleistet hat, indem er nicht nur die treibende Kraft hinter JRuby war, sondern sich auch für einen Mechanismus eingesetzt hat, der nicht nur für „seine“ Sprache, sondern tatsächlich für sämtliche dynamische Programmiersprachen auf der Java-Plattform von großem Wert ist!

Hier ein Ausschnitt aus der Laudatio vom Juli dieses Jahres:

Charlie was not content for JRuby to be just another JVM language. He aimed to make it the best JVM language, a first class citizen on the JVM, and one that would change languages on the JVM forever. As a result of working towards this goal, Charlie is known not just as a „JRuby guy“, but an influential JVM guy too! Without Charlie, the polyglot JVM would not be what it is today – and a strong polyglot JVM is essential to Java’s continued relevance.

Leute wie Charly machen deutlich, dass ein offenes Ökosystem wie die Java-Welt stets auch ihre „Helden“ braucht. Neben zahlreichen Firmen, die in die Entwicklung von Frameworks und Technologien investieren, neben den vielen Open-Source-Projekten, die im Team signifikante Weiterentwicklungen der Plattform vorantreiben, sind es eben auch viele Einzelpersonen, die mit ihrem Einsatz, ihrer unglaublichen Intelligenz und nicht zuletzt auch durch ihr Charisma wesentlich zur Innovation beitragen.

Weitere Preisträger des diesjährigen JAX Innovation Awards waren übrigens Adam Bien als „Top Java Ambassador“ (Adam, wann schreibst du eigentlich wieder mal im Java Magazin? ;)), die Software Restructure 101 („Most innovative Java Technology“) sowie JetBrains als „Most innovative Java Company“.

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Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne viel Spaß bei der Lektüre!

Sebastian Meyen


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Sebastian Meyen
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