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Atlassian übernimmt Trello: Social Collaboration wird großgeschrieben

Kypriani Sinaris

© Shutterstock.com / Rawpixel.com

Atlassian hat Trello gekauft. Diese Übernahme spiegelt die größer werdender Rolle von Social-Collaboration-Tools wider: Teams arbeiten heute ganz anders als noch vor 10 Jahren zusammen – und das haben auch Konkurrenten wie Microsoft erkannt.

„Today we’re excited to announce a new chapter in Trello’s story, and a new chapter for the story of the future of work.“ Mit diesen Worten beginnt die Trello-News von Michael Pryor, CEO von Trello. Seine Botschaft: Das Londoner Softwareunternhemen Atlassian hat die Projektmanagementsoftware Trello übernommen und will damit eine neue Stufe der kollaborativen Teamarbeit ermöglichen.

Atlassian + Trello = ChatOps

Trello besteht aus Karten, die man ähnlich wie Haftnotizen nutzt. Darauf notiert man To-Dos, die man je nach Status verschieben kann. Nach eigenen Angaben ist Trello bei der National Geographic, der Regierung des Vereinigten Königreichs und bei Mitarbeitern von Google eingesetzt.

As part of Atlassian, Trello will be able to leverage investments in R&D that will enhance the product in meaningful ways. Our team will be able to focus on improving the core experience of Trello for all users.

Trello-Chef Pryor kündigt zudem an, dass die Trello-Nutzer eine Integration von HipChat, Confluence und JIRA erwarten können – alles Kollaborations-Tools von Atlassian. An den bestehenden Accounts soll sich nichts ändern: Kostenfreie Basis-Versionen bleiben kostenfrei.

Softwareprodukte fürs Team immer wichtiger

Die Nachricht, dass Microsoft Interesse an Slack bekundet hat, ist wenige Wochen alt. Aus einer Übernahme wurde letztendlich nichts, denn Microsoft hat mit Microsoft Teams eine eigene Plattform an den Start gebracht. Stattdessen ging Slack eine Zusammenarbeit mit dem Google Cloud Team ein. Atlassian und Trello, Microsoft mit Microsoft Team und Slack mit Google: Die Art und Weise, wie Teams zusammenarbeiten, hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Und so ist es wenig verwunderlich, dass die Landschaft an Kommunikations- und Kollaborations-Tools so groß ist.

Für den Software-Bereich spannend: Solche Werkzeuge bieten üblicherweise direkte Kanäle zu Entwickler-Tools wie GitHub oder Issue-Tracker, die früher jeweils isoliert anzusprechen waren und somit kein Kontext- bzw. Kommunikationswissen speichern konnten. Die Übernahme von Trello durch ein ausgesprochenes Entwickler-Unternehmen wie Atlassian weist deutlich in diese Richtung, die gelegentlich auch als  „ChatOps“ bezeichnet wird: Damit sind Werkzeuge gemeint, mit denen Devs und Ops kommunikativ zusammengeschlossen werden können.

Slack oder Trello: Beiden Diensten ist eine intuitive Oberfläche gemein, die eher privat genutzten Messenger/Social-Media-Plattformen ähneln als verstaubten Enterprise-Anwendungen. Auch der Aufstieg der Beratungs-Chat oder auch der Chatbots weist in diese Richtung: Wer möchte bei seiner Autoversicherung gerne komplizierte Formulare ausfüllen oder lange Warteschleifen abwarten, bevor er einen Mitarbeiter ans Ohr kriegt? Stattdessen setzen heute viele Unternehmen auf das Prinzip: Du möchtest etwas von uns wissen? Frag uns doch einfach persönlich im Chat!

 

 

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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