Top-Themen bei Thoughtworks und TIOBE: JavaScript und Microservices

Redaktion JAXenter
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Die Juli-Ausgabe des halbjährlich erscheinenden „Technology Radar“ der Softwareschmiede Thoughtworks wurde veröffentlicht – fast zeitgleich mit dem TIOBE-Index, der wie jeden Monat die neuesten Trends aus der Welt der Programmiersprachen aufzeigt.

JavaScript und Java

Die gemeinsame Erkenntnis der Studien: JavaScript ist weiterhin auf dem Vormarsch. Die Thoughtworks-Analysten geben sich erstaunt über den rasanten Wandel und die Verselbständigung der einstigen Hilfstechnologie:

JavaScript used to be a condiment technology, always used to augment other technologies. It has kept that role but expanded into its own platform with a staggering rate of change. Trying to understand the breadth of this space is daunting, and innovation is rampant.

Im TIOBE-Index konnte sich JavaScript im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz verbessern und rangiert derzeit auf Position neun (Abb. 1). Indes sind die JavaScript-Alternativen Dart (Google) und TypeScript (Microsoft) nicht in den Top 100 vertreten. Auf dem Sprachen-Radar von Thoughtworks (Abb. 2) taucht Dart ebenfalls nicht auf. TypeScript hingegen wird von vielen Firmen evaluiert.

Die Top 10 im Juli, Quelle: TIOBE-Index

Java 8 ist laut Technology Radar gerade in die „Adopt“-Phase eingetreten, wird also bereits vielfach eingesetzt. Auf dem TIOBE-Index blieb die Sprache im Vergleich zum Vorjahr unverändert auf Platz 2 hinter C.

Trends in Werkzeugen und Sprachen. Quelle: Thoughtworks Technology Radar

Microservices, Dezentralisierung, Conway’s Law

Ein weiterer Trend, der sich laut Technology Radar abzeichnet, ist das wachsende Interesse an Microservices und entsprechenden Architekturen (auch Titelthema des aktuellen Java Magazins). Des weiteren werde sich nach dem Cloud-Hype vermehrt um eine „Re-Dezentralisierung“ von Netzwerkdiensten bemüht. Unternehmen setzten wieder vermehrt auf eigene Infrastrukturen statt auf Cloud-Anbieter, was dem steigenden Misstrauen gegenüber der US-amerikanischen Dominanz des WWW geschuldet sei – die Thoughtworks-Experten sprechen hier von einem „Würgegriff“.

Eine weitere Beobachtung von Thoughtworks: Das Gesetz von Conway, dem zufolge sich die Kommunikationsstruktur eines Unternehmens im Aufbau ihres IT-Systems abbildet, zeige immer häufiger Wirkung. Es verstärke das Credo der agilen Softwareentwicklung, dass Menschen wichtiger sind als Prozesse und Werkzeuge, sowohl positiv als auch negativ – abhängig von der Ausgangsstruktur des Unternehmens.

Dem Technology Radar liegt keine umfassende Marktanalyse zugrunde, sondern eine subjektive – und, wie etwa die Wortwahl „Würgegriff“ zeigt, alles andere als sachlich artikulierte – Einschätzung eines 19-köpfigen Teams aus Thoughtworks-Mitarbeitern. Der Expertise und langjährigen Marktbeobachtung und Erfahrung der Thoughtworks-Analysten ist es zu verdanken, dass die Studie sich dennoch ein gewisses Renommee in der Szene erarbeitet hat.

Der TIOBE-Index erscheint seit 2001 monatlich. Herausgegeben wird er von der niederländischen Firma TIOBE Software BV. In den vergangenen Jahren ist er wegen schlecht nachvollziehbarer Rankings zunehmend in die Kritik geraten. Zudem erhält er immer mehr Konkurrenz durch differenziertere und transparentere Ranglisten anderer Analysten, darunter der PYPL-Index und die RedMonk Programming Language Rankings, deren Ergebnisse teilweise sehr stark von denen des TIOBE Index abweichen.  

Aufmacherbild: „compass with a trend icon“ von shutterstock.com / Urheberrecht: frank_peters

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