Top-Prognosen für das Java-Jahr 2013

Martijn Verburg

Was hält 2013 für die Java-Welt bereit? Martijn Verburg von jClarity (Co-Leiter der London Java Community LJC) gibt seine Prognosen für 2013 ab und blickt zurück auf die Highlights aus 2012.


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Martijn Verburg: 2013 wird das Jahr von Java bzw. der JVM in der Cloud – Im Jahr 2012 haben zahlreiche neue PaaS/IaaS-Anbieter JVM/Java-basierte Lösungen an den Start gebracht, doch hatten viele davon nur Beta-Qualität und waren in Bezug auf Funktionalität zu begrenzt. Meist lag das an dem mangelnden Verständnis darüber, wie die JVM gut in virtualisierten Umgebungen betrieben werden kann. 2013 werden viele dieser Schwachstellen ausgebügelt werden, sodass ein reichhaltiges Ökosystem Form annehmen kann.

JVM Sprachen – Aufgrund Groovys neuer Möglichkeit der statischen Kompilierung und eines verbesserten Toolings werden wir eine kleine Renaissance von Groovy erleben. Der Hype um Scala wird weitergehen, doch wird die Sprache immer noch nur von kleinen, fokussierten Teams erfolgreich eingesetzt werden. Clojure wird in ausgesprochenen Nischenbereichen populär bleiben. Aber was die realen Wachstums-Zahlen angeht, wird Java alle immer noch deutlich übertreffen.

Java 8 mit Nashorn, Lambdas und dem Port für ARM-Prozessoren wird eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für Entwickler eröffnen, um an der Speerspitze der Web- und Mobile-Entwicklung mitzuwirken. Ich sage Java 8 eine schnelle Akzeptanz und Verbreitung voraus (schneller als Java 7). Allerdings wird das Fehlen der JVM auf iOS und Android weiterhin die Verbreitung behindern.

JAXenter: Was waren deine persönlichen Highlights des Jahres 2012?

Martijn Verburg: 2012 war ein hervorragendes Jahr für Java, die JVM und die Community. James Governor (Analyst bei RedMonk) bezeichnete 2012 sogar als den Vorabend des zweiten Frühlings für Java. Einige Highlights:

  • Java und die JVM drangen ernsthaft in den Cloud-Bereich vor, mit einer Menge an neuen PaaS- und IaaS-Angeboten: beispielsweise Cloudbees, Jelastic, Heroku, Joyent und Oracle, um nur fünf davon zu nennen.
  • Die Community ist weiter gewachsen: mehr User-Gruppen, mehr Konferenzen, mehr Online Content, mehr Personen und Organisationen, die sich am OpenJDK und dem Java Community Process beteiligt haben.
  • Die LJC (London Java Community) hat einige Community-Preise gewonnen (Duke’s Choice, JCP Member of the Year zusammen mit SouJava).
  • Die JVM verbessert sich weiterhin schnell durch das OpenJDK – die Zahl der Java Enhancement Proposals (JEPs), die in Java 8 einfließen, ist enorm. Dass Jigsaw wegfallen musste, war zwar enttäuschend, aber eine richtige Entscheidung.
  • Java EE 7 macht gute Fortschritte und wird Java-Entwicklern einen standardisierten Weg eröffnen, um moderne Webanwendungen zu bauen (JSON, Web Sockets, etc).
  • Rapid Web Development Frameworks werden endlich anerkannt. Frameworks wie SEAM, Spring Roo, Grails oder Play geben Java-Entwicklern die selben Möglichkeiten wie den Rails-Leuten.
  • Ein großer Fokus lag auf der „Mechanical Sympathy“ – die Woge der Mulitcore-Maschinen und virtualisierten Betriebssystemen ist endgültig über uns gerollt. Java-Entwickler haben in diesem Zug begonnen, darüber nachzudenken, wie Java und die JVM mit den unterliegenden Plattformen interagieren können.
  • Und schließlich brachten die Reformen des JCP und OpenJDK gute Ergebnisse hervor: eine größere Offenheit und Transparenz sowie einen massiven Aufschwung der Beteiligung.

JAXenter: Vielen Dank für diese Einschätzungen!

Martijn Verburg ist Co-Lead der JUG London (London Java Community, LJC) und aktiver Mitstreiter in den Communities Software Craftsmanship und London Graduate/Undergraduate Developer. Derzeit ist er mit der Arbeit an JCA-Konnektoren und einer Open Source Middleware-Plattform (Ikasan) beschäftigt. Verburg ist Co-Autor des Buches „The Well-Grounded Java Developer“ und tritt als Sprecher auf Konferenzen wie TSSJS, DevNexus und JAX auf.
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Martijn Verburg
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