Top 5 der Big-Data-Trends 2015

Konstanze Löw
©Shutterstock/wk1003mike

Im vergangen Jahr war Big Data wieder ein gehyptes Schlagwort unter ITlern. Auch in diesem Jahr wird Big Data ein Gebiet sein, um das man nicht herumkommt. Stacey Schneider hat in ihrem Blog-Post „Pivotal´s Top Predictions for Data Science and Big Data in 2015“ eine Prognose darüber gewagt, welche Trends und Entwicklungen uns in diesem Jahr im Bereich Big Data über den Weg laufen werden. Werfen wir einen Blick auf die Top 5.

Bloßes Datenspeichern adé

Das bloße Abspeichern von Daten ist out und soll immer mehr von dem Trend abgelöst werden, mit den bereitstehenden Datensätzen zu arbeiten und einen Mehrwert aus ihnen zu ziehen. Die Konsequenz: Die in Programmen wie Hadoop hinterlegten Daten sollen besser analysiert werden können. Hier geht der Trend hin zu Anwendungen, die vor sich hinschlummernde, ungenutzte Daten zum Leben erwecken und sie für den eigenen Bedarf nützlich machen. Vielleicht hilft bei diesem Ziel das schnellere Durchdringen von SQL in Hadoop – somit können immer mehr Daten von anderen Quellen in nur einer Umgebung gespeichert und anschließend analysiert werden. Auch der vergrößerte Nutzen von Hadoops Software-Kern YARN kann dabei helfen. Hier wird auch Code verarbeitet, der nicht nur für MapReduce-Analysen gedacht ist. All diese Entwicklungen zeigen, dass Big-Data-Programme zu mehr brauchbar sind als zum bloßen Abspeichern der Daten. 

Bessere Verwertung von Videos, Bildern und Sounds 

90 % der Medien-Dateien – Videos, Bilder und Sounds – gehören bis jetzt dem Bereich Dark Data an – was bedeutet, dass die Daten zwar gespeichert sind, jedoch keine weitere Verwendung finden. Dies soll sich in 2015 ändern: Und zwar mit Hilfe von Distributed Deep Learning. Durch diesen Algorithmus soll ermöglicht werden, mehr Einblicke in die Daten zu erhalten und somit einen größeren Nutzen aus ihnen zu ziehen. Zum Beispiel sollen dadurch vielseitige Optionen im Bereich der Datensuche entstehen. Auch bei Bilddaten gibt es neue Entwicklungen: Werden Bilder aktuell isoliert analysiert, soll der Trend dahin gehen, die Bilder mit anderen Datenquellen zusammen zu bringen. Das Softwareunternehemen Pivotal prognostiziert außerdem, dass in diesem Jahr neue Möglichkeiten beim Kombinieren von Video-, Bild- und Sound-Daten auf uns warten.

Kein Non-plus-ultra-Rezept 

Zuerst die schlechte Nachricht: Auch das Jahr 2015 wird wohl keinen allübergreifenden Algorithmus für den Bereich Big Data liefern. Vielmehr wird sogar davon ausgegangen, dass es in vielen Teilbereichen nicht mal einen geben wird, der alle Probleme löst. Allerdings, so die Prognose, sollen Datenwissenschaftler Daten aus den unterschiedlichste Bereichen zusammenbringen. Es wird an verbesserten Algorithmen geforscht, neue Daten werden generiert und an einer Überarbeitung der parallelen Datenauswertung wird gearbeitet. Eines ist sicher: In 2015 wird es im Bereich Big Data mehr Tools und Möglichkeiten denn je geben.

Hadoop alleine reicht nicht 

Zu einer der Erleuchtungen im neuen Jahr soll die Tatsache zählen, dass Firmen realisieren werden, dass Apache Hadoop allein nicht ausreicht, um Herr über den rieseigen Datenkomplex zu werden. Für Apps aus dem Bereich Datenwissenschaft (die übrigens auf dem Vormarsch sind), die verschiedene Prozesskalkulationen durchführen, wird noch eine Daten-Architektur benötigt. Diese soll es erlauben, so viele Daten wie möglich in einem Speicherplatz unterzubringen. Hierfür sind natürlich verschiedene Tools und neue Algorithmen notwendig, an denen gearbeitet wird. Die gute Nachricht: Apache Spark hat an dieser Idee bereits Interesse gezeigt. 

Ethisches Versagen 

Neben all diesen positiven Trends und Entwicklungen, die der Fortschritt im Bereich Big Data mit sich bringt, gibt es auch einen Wermustropfen: Für dieses Jahr hat das Softwareunternehmen Pivotal eine Vielzahl ethischer Verstöße mit den gesammelten Daten prophezeit. Eine Begründung: Mit dem Reifen von Big-Data-Tools werden diese auch für Laien immer zugänglicher. Diese haben allerdings kein tieferes Know-how im Bereich Statistik, jedoch zum Teil ein Interesse daran, neue Modelle  auf den Markt zu bringen. Der offene Zugang der Dateien führt zu einigen Problem und Gefahren. Dazu zählen falsch verwendete Datenformate, der Einsatz qualitativ niedriger Daten oder auch nur spärlich vorhandene Daten, die später vollkommen falsche Einblicke liefern. Mit dem Vormarsch des Internet of Things sieht Pivotal ebenso ethische Herausforderungen (Stichwort Speicherung und Verwendung der Daten), die es zu bewerkstelligen gilt.

Inwieweit diese Trends und Entwicklungen wirklich alle in den nächsten zwölf Monaten zu beobachten sein werden, wird sich noch zeigen. Glauben wir ihnen jedoch, so erwartet uns viel Neues aus der Big-Data-Welt. Wir sind gespannt!

Aufmacherbild: circuit board with word Big Data von Shutterstock / Urheberrecht: wk1003mike

 

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Geschrieben von
Konstanze Löw
Konstanze Löw
Konstanze Löw hat Germanistik und Kommunikationswissenschaft in Jena studiert. Seit November 2014 arbeitet sie als Volontärin bei der S&S Media Group für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter.
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