Top 20 der Programmiersprachen: RedMonk analysiert fragmentierte Sprachenlandschaft

Hartmut Schlosser

Das Analystenhaus RedMonk vergleicht seit mehreren Monaten die Vorkommen von Programmiersprachen auf GitHub und StackOverflow. Interessanterweise gleichen sich die beiden Graphen, die Hinweise auf die Popularität von Sprachen geben sollen. In beiden Rankings ganz vorne mit dabei: JavaScript, Java, PHP.

RedMonks Stephen O´Grady hat aus den beiden Rankings eine Top-20-Liste destilliert, die folgende Gestalt annimmt:

  1. JavaScript
  2. Java
  3. PHP
  4. Python
  5. Ruby
  6. C#
  7. C++
  8. C
  9. Objective-C
  10. Shell
  11. Perl
  12. Scala
  13. Haskell
  14. ASP
  15. Assembly
  16. ActionScript
  17. R
  18. Visual Basic
  19. CoffeeScript
  20. Groovy

Nun, allzu überraschend ist dieses Ergebnis nicht – obwohl O´Grady bemerkt, dass die anhaltende Popularität von Java vielleicht einige überraschen könnte. Interessanter als diese Momentaufnahmen sind aber die Verschiebungen, die sich über größere Zeiträume ergeben haben. Vergleicht man die aktuelle Bestandsaufnahme mit dem Graphen aus dem Jahr 2010, zeigen sich die Sprachen Clojure und Emacs Lisp (jeweils sechs Plätze verloren), ActionScript (vier Plätze verloren) sowie Lua und Perl (jeweils drei Plätze verloren) auf dem absteigenden Ast. Die Gewinner sind CoffeeScript (20 Plätze weiter vorne), Assembler (sechs Plätze weiter vorne) sowie C# und Visual Basic (je fünf Plätze weiter vorne).

O´Grady selbst hebt noch den Aufstieg von Scala (12. Platz) und die stetige Verbesserung von Googles Systemsprache Go (30. Platz) hervor, der er ein großes Potenzial bescheinigt. Die „Großen“ PHP, Java und JavaScript halten sich seit Beginn der Aufzeichnungen übrigens recht stabil auf ihren Spitzenplätzen.

Die Rankings stellen Schnappschüsse des Nutzungsverhaltens zweier populärer Entwickler-Communitys dar – nicht mehr und nicht weniger. O´Grady warnt vor voreiligen Schlüssen, sieht in dem Ergebnis aber den Trend der letzten Dekade bestätigt: die Fragmentierung der Sprachenlandschaft. Die These: Die Diversifizierung der Technologie-Bereiche, in denen Entwickler heute tätig werden können, führt auch zum Aufkommen einer Vielzahl spezialisierter Sprachen, die auf die jeweiligen Einsatzgebiete zugeschnitten sind.

Für Entwickler würde das bedeuten, dass das Beherrschen eines breiten Sprachensets immer mehr zur Grundausstattung gehört. Vorbei wären die Zeiten, da man sich als dezidierter Java-, PHP- oder C#-Spezialist seine Brötchen verdienen konnte – jedenfalls wenn auf den Brötchen nicht nur Butter sondern auch die ein oder andere Scheibe Premiumschinken drauf sein soll …

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Hartmut Schlosser
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