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Die Zukunft ist Touchless: Künstliche Intelligenz, Internet of Things & Augmented Reality im Kommen

Dale Kim

© Shutterstock / Dmitry Kovalchuk

Wer digital aufgestellt ist, hat in der Geschäftswelt – gerade in den Zeiten von Corona und dem Lockdown – die Nase vorn. Welche neuen und vielleicht nicht mehr ganz so neuen Technologien dabei zum Einsatz kommen und welche davon in der nahen Zukunft besonderen Vorschub bekommen werden, bespricht Dale Kim, Senior Director of Technical Solutions bei Hazelcast, in diesem Artikel.

Der Einsatz berührungsloser Anwendungen gewinnt durch In-Memory Computing an Fahrt

Wenn das Jahr 2020 im Geschäftsleben etwas bewiesen hat, dann, dass Unternehmen mit reiferen digitalen Transformationsprogrammen am besten positioniert waren, um die Turbulenzen zu überstehen. Genau diese Unternehmen konnten zusehen, wie sie florierten, als sie gezwungen waren, auf ein reines Online-Modell umzustellen.

Nimmt man das Nachfragewachstum seit der Pandemie genauer unter die Lupe, dann stellt man fest, dass sich das bisherige Tempo der digitalen Transformationsprojekte definitiv beschleunigt hat. Dies führt zu einer stärkeren Fokussierung darauf, was 2021 in Bezug auf Technologieprojekte gefragt sein wird:

Hazelcast prognostiziert, dass die Pandemie und die sich daraus ergebenden sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen die Einführung von sogenannten „Touchless“ Technologien (KI, IoT, Augmented Reality, Mobile) in vielen Branchen beschleunigen werden. Dazu gehören z.B. der Einzelhandel, Finanzdienstleistungen, Fertigung, Versand und Logistik sowie E-Government. Darüber hinaus wird 5G das Innovationstempo bei IoT und Edge beschleunigen, die Zahl der damit vernetzten Geräte erhöhen und neue Anwendungsfälle ermöglichen.

Edge Computing ist weiter im Kommen

Einer der Treiber dieser Marktverschiebung ist der Aufstieg der In-Memory-Technologie, die die Nutzung von Edge-Computing (und Cloud-Lösungen) attraktiver denn je macht. Diese Systeme basieren auf verteilten Rechenplattformen und bieten eine parallelisierte Kernverarbeitungs-Engine mit geringer Latenz. Damit wird die Verarbeitung von datenintensiven Anwendungen in Echtzeit an geografisch verteilten Standorten mit begrenzter Rechenleistung ermöglicht. Die Multi-Thread-Architektur dieser Technologien erlaubt zudem die gleichzeitige Ausführung von Tausenden von Jobs in ressourcenstarken zentralen Rechenzentren, die aggregierte Verarbeitungsaufgaben ausführen.

Diese In-Memory-Tools segmentieren große Datenverarbeitungsjobs automatisch in einzelne Teilaufgaben, die parallel auf einem Cluster von Computern ausgeführt werden können. Durch diesen Ansatz werden die erforderlichen Aufgaben intelligent auf den Computer-Cluster verteilt, um eine höhere Verarbeitungsleistung und schnellere Analysen zu erzielen. Dementsprechend prognostiziert Gartner dem In-Memory-Markt ein jährliches Wachstum von über 20 % bis zum Jahr 2022.

Dieser Fortschritt wird im Jahr 2021 wahrscheinlich zu einem sogenannten „Edge Skill-Up“ führen. Das bedeutet, dass die Geräte, die an der Edge sitzen, durch Machine-Learning-Technologien intelligenter werden und so mehr Verarbeitung in Echtzeit am „Rand“ durchführen können. Gleichzeitig wird die Datenmenge reduziert, die an ein zentrales Rechenzentrum für eine umfangreichere Verarbeitung geliefert werden muss. Möglicherweise wird auch „Edge Skill-Down“ ein Thema. Hier werden die Geräte an der Egde weniger Rechenprozesse durchführen und stattdessen die 5G-Geschwindigkeiten nutzen, um Daten schnell an das zentrale Rechenzentrum zu liefern.

Ferner kommen vermehrt „berührungslose“ Anwendungen zum Einsatz: Einige werden durch die Anforderungen der Pandemie an Organisationen vorangetrieben, andere (eher) nicht – wobei letztere stattdessen durch Innovationen seitens In-Memory-Computing ermöglicht werden.

Standortunabhängiges Arbeiten bleibt ebenfalls ein heißes Thema. Unternehmen werden prüfen, inwieweit die Arbeit von zu Hause ein Bestandteil ihres Ansatzes bleibt. Sie werden langfristig versuchen, Remote Work durch den Einsatz von Technologie weiter zu optimieren.

Externe Faktoren spielen eine Rolle

Unternehmen, die in der Lage sind, durchweg eine hohe Kundenzufriedenheit zu schaffen, und zudem den Automatisierungsgrad erhöhen, werden immer Marktanteile erobern und neue Wege finden, um traditionelle Märkte zu zerschlagen und Innovationen voranzutreiben. So wird zum Beispiel die Reise- und Hotelbranche neue Technologien für die kontaktlose Interaktion einführen, um die Berührung von Oberflächen und Reisedokumenten zu reduzieren. Damit lässt sich auch das Risiko einer Übertragung von Infektionen verringern. In Flughäfen und Hotels werden datenbasierte, biometrische Systeme mit Gesichtserkennung zur Identitätsprüfung zum Einsatz kommen. Weitere Neuerungen könnten Gestensteuerung, berührungsloses Scannen von Dokumenten und Sprachbefehle sein. Dazu gehören auch KI-gesteuerte Anwendungen zur Temperaturmessung für einen schnelleren Check-in und zur besseren Identifizierung, sowie zur besseren Nachverfolgung von Infektionsketten bei potentiell erkrankten Gästen und Mitarbeitern.

Geschrieben von
Dale Kim

Dale Kim ist Senior Director of Technical Solutions bei Hazelcast. Er verantwortet dort die Produkt- und Markteinführungsstrategie der Plattform für In-Memory-Computing. Zuvor war der Berkely-Absolvent bei verschiedenen IT-Unternehmen sowohl im technischen Bereich als auch im Management tätig. Er bringt fundierte Erfahrung rund um Themen wie relationale Datenbanken, Search, Content Management, NoSQL, Hadoop/Spark und Big Data Analytics mit.

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