Was ich auf der re:Invent gelernt habe - Teil 2

Es geht auch ohne virtuelle Server: AWS-News von der re:Invent 2015

Andreas Wittig

©AWS Inc.

AWS hat sich im vergangenen Jahr stark auf bereits existierende Technologien und Services konzentriert. Auf der re:Invent zeigte Amazon hauptsächlich Verbesserungen für die Computing Services EC2, ECS und Lambda. Die einzige Ausnahme: das Thema Internet of Things.

Virtueles Computing: EC2

In seiner Keynote am vergangenen Donnerstag kündigte AWS CTO Werner Vogels neue Instanz-Typen an. Bisher war die t2.micro-Instanz mit 1 GiB Speicher und einer virtuellen CPU der kleinste und günstige EC2-Instanz-Typ. Der neue t2.nano-Instanz-Typ ist noch schlanker und bietet 512 MB Speicher und eine virtuelle CPU. Außerdem kündigte der CTO eine neue Instanz-Familie namens x1 an. Diese Instanzfamilie wird virtuellen Server mit 2 TB Speicher bereitstellen. Angetrieben werden die Instanzen von den neuen Intel-Xeon-E7-Prozessoren. Das ausgeweitete Portfolio macht es einfacher, eine EC2-Instanz zu finden, die zur jeweiligen Auslastung passt.

Container Computing: ECS

Docker ist in den letzten zwei Jahren sehr populär geworden. AWS zeigte bereits vor einem Jahr einen Service, der es einfacher macht, eine größere Anzahl an Docker-Containern in EC2-Instanzen zu managen: ECS (EC2 Container Service). Dieses Jahr kündigte AWS einige neue interessante Features für ECS an. Eines davon ist die EC2 Container Registry (ECR). Sie bietet eine verwaltete Registry für Docker-Container. Dieser neue Service wird es einfacher machen, Microservices in ECS zu deployen, und ist eine Alternative zu privaten Repositories in Docker Hub. Zusätzlich kündigte AWS ein neues Feature an, das es Anwender erlaubt, Container gleichmäßig verteilt über verschiedene Availability Zones in Betrieb zu nehmen. Damit lassen sich einfacher fehlertolerante Systeme bauen.

Serverloses Computing: AWS Lambda

„Kein Server ist einfacher zu managen als kein Server“, lautete eine Aussage von Werner Vogel aus seiner Keynote. AWS hatte einen Service namens Lambda auf der re:Invent 2014 gestartet. Entwickler waren damit in der Lage, kleine Funktionen mit AWS Lambda auszuführen, ohne dazu einen virtuellen Server oder einen Container zu brauchen.

Dieses Jahr kamen ein paar neue Features hinzu. Zuallererst ist es nun möglich, Lambda-Funktionen nach einem Zeiplan auszulösen, wie bei Unix Cronjobs. Die maximale Ausführungsdauer pro Anfrage einer Lambda-Funktion steigt von einer auf fünf Minuten. Außerdem wird es möglich sein, Lambda-Funktionen in einem privaten Netzwerk – VPC genannt – in AWS auszuführen.

Fokus auf Internet of Things

Vogels konzentrierte sich in der Keynote stark auf das Thema IoT. Er zeigte viele Use Cases und Kunden. Die Nachricht ist klar: AWS will der Ort sein, um Daten von jedem erdenklichen IoT-Gerät zu speichern und zu evaluieren. Um dies zu erreichen, bietet AWS eine Managed Cloud Platform namens AWS IoT an. Wichtiger Bestandteil dieser Platform ist ein MQTT Broker, der es erlaubt, Daten von IoT-Geräten einfach über das Internet zu sammeln.

Michael and Andreas Wittig with Amazon Web Services in Action

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Geschrieben von
Andreas Wittig
Andreas Wittig
Andreas Wittig leitet, zusammen mit seinem Bruder Michael Wittig, eine Beratungsfirma für AWS und Web Development. Zusammen haben sie die komplette IT-Infrastruktur der ersten Bank in Deutschland auf AWS migriert. Sie verfügen über Expertise in der Entwicklung verteilter Systeme und Architekturen, mit Erfahrung in algorithmische Handelsplattformen und Echtzeit-Analysen. Sie sind Befürworter des DevOps-Modells.
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